Er ist wieder da

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Timur Vermes · 2012 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Er ist wieder da
Autor(en): Timur Vermes
Originaltitel: Er ist wieder da
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2012
Schlagwörter: Hitler, Satire, Fernsehen, Berlin
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 396 Seiten
ISBN: 9783404171781
Verweise
Umschlag

Er ist wieder da ist der Debütroman von Timur Vermes, 2012 bei Eichborn erschienen, als Taschenbuch bei Bastei Lübbe. Adolf Hitler erwacht im August 2011 auf einer Berliner Wiese und wird von der Unterhaltungsindustrie für einen Kabarettisten gehalten. Vermes lässt ihn in der Ich-Form sprechen, im Duktus der historischen Reden, angewandt auf Kiosk, Fernsehen und Netz. Das Buch verkaufte sich in Millionenauflage, das Hörbuch mit Christoph Maria Herbst ebenso; 2015 folgte die Verfilmung von David Wnendt mit Oliver Masucci. Die Satire zielt nicht auf den toten Diktator als Witzfigur, sondern auf ein Publikum, das Beifall klatscht, solange es die Pose für Spiel hält.

Inhalt

Hitler kommt zu sich, glaubt an einen Filmriss und an fortdauernden Krieg. Jungen erkennen ihn nicht; ein Kioskbesitzer hält ihn für einen Darsteller und lässt ihn übernachten. Zeitungen vom 30. August 2011 belehren ihn über die Lage der Welt. Die Agentur Flashlight – Joachim Sensenbrink, Frank Sawatzki, später Carmen Bellini – hört seine Schilderung des Überfalls auf Polen als einstudierte Nummer und verpflichtet ihn. Die Sekretärin Vera Krömeier hält das für Methodenspiel; Hitler nimmt Computer und Netz als Werkzeuge der Propaganda. Er tritt in der Sendung des türkischstämmigen Komikers Ali Wizgür auf, der ihn hasst, während die Agentur und das Netz ihn zum Erfolg machen.

Weitere Auftritte folgen, eine eigene Seite, Fanartikel, ein Interview, das die Bild gegen ihn führen will und das die Agentur wendet. Hitler besucht die NPD-Zentrale und ist über den Zustand der Partei wütend; das Material wird zur Sondersendung. Krömeier will kündigen, nachdem ihre jüdische Großmutter ihr gesagt hat, wen sie vor sich hat; Hitler beschwichtigt und geht zur alten Frau. Eine eigene Show im Stil der Wolfsschanze lädt Renate Künast ein und wird ein Erfolg. Politiker, die ihn für einen Schauspieler halten, umwerben ihn. Auf dem Oktoberfest malt er ein Hakenkreuz auf ein Dirndl; in Berlin prügeln ihn Rechtsextreme zusammen, weil sie den Nachäffer hassen, nicht den Originalen.

Im Krankenhaus rufen Parteien an, ein Verlag will ein Buch. Krömeier und Sawatzki haben geheiratet. Hitler plant mit Sendung und Band eine neue Offensive. Der Roman endet nicht mit Entlarvung und Gericht, sondern mit dem Beginn dieser Offensive: Die Maschine, die ihn trägt, läuft weiter. Vermes hat die Pointe nicht in der Wiederkehr des Körpers gelegt, sondern in der Bereitwilligkeit des Betriebs, jede Stimme zu vermarkten, die Einschaltquoten bringt. Der Ich-Erzähler bleibt Hitler; eine korrigierende Instanz tritt nicht auf.

Einordnung

Ursula März nannte die Schritte der Fernsehkarriere erschütternd plausibel. Cornelia Fiedler in der Süddeutschen Zeitung tadelte literarische Dünne und die Gefahr, Hitler als humorigen Gesellen zu zeichnen und die geschichtlichen Tatsachen verblassen zu lassen. Historiker wie Sönke Neitzel langweilten sich nach fünfzig Seiten an der Mechanik des Witzes. Die Satire ist scharf, wo sie das Medienmilieu zeigt; sie wird schwach, wo der Ton des Erzählers unterhält, ohne dass der Text die Unterhaltung selbst anklagt. Wer das Buch als harmlosen Spaß liest, hat die Pointe verfehlt: Nicht der Auferstandene ist komisch, sondern die Gesellschaft, die ihn bucht.

Die Verfilmung hat Straßenszenen mit dem verkleideten Masucci gedreht und die Gegenwart noch dichter an den Roman gelegt. Bühnenfassungen und ein angekündigtes Musical setzen den Stoff fort. Vermes hat keinen historischen Roman geschrieben und keine Gegengeschichte im Sinne von Robert Harris’ Vaterland; er hat eine Medienfabel gebaut, in der der Nationalsozialismus als Inhalt lieferbar bleibt, sobald er als Nummer erscheint. Zwei Millionen deutsche Exemplare bis 2015 belegen den Erfolg, nicht die Ungefährlichkeit. Die Satire verharmlost dort, wo der Leser mitlacht und den Beifall für Distanz hält.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.