Entweder – Oder

Søren Kierkegaard · 1843 · Sachbuch, Philosophie
Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Entweder – Oder
Autor(en): Søren Kierkegaard
Originaltitel: Enten – Eller
Originalsprache: dänisch
Erstveröffentlichung: 1843
Schlagwörter: Ästhetik, Ethik, Wahl, Verführer
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 831 Seiten
ISBN: 9783423301084
Verweise


Entweder – Oder (dänisch Enten – Eller) ist das 1843 in Kopenhagen erschienene erste große Buch von Søren Kierkegaard, herausgegeben unter dem Namen Victor Eremita. Es stellt zwei Lebensauffassungen nebeneinander, die ästhetische und die ethische, und verweigert die Versöhnung, die Hegels System dem Leser schuldet.

Inhalt

Der erste Teil gehört einem Ästhetiker, den Eremita A nennt. Aphorismen, eine Rede über Don Juan, die wechselnden Masken der Langeweile, zuletzt das Tagebuch des Verführers: Johannes plant die Verführung Cordelias als Kunstwerk, nicht als Begierde allein. Das Ästhetische lebt vom Interessanten, vom Augenblick, von der Flucht, bevor Wiederholung den Reiz tötet. Musik ist die sinnlichste Kunst, weil sie vergeht; Mozart steht höher als die Sittlichkeit, die den Don Juan nur verurteilen kann. Wer so lebt, ist geistreich und hohl. Kierkegaard lässt ihn nicht als Narren sprechen. Er lässt ihn gewinnen, solange der zweite Teil nicht aufgeschlagen ist.

Der zweite Teil gehört dem Gerichtsrat Wilhelm, B. Er schreibt Briefe an A und verteidigt die Ehe als die Gestalt, in der Freiheit sich bindet, ohne sich zu vernichten. Die Wahl ist keine Wahl zwischen Speisen; sie ist die Wahl, zu wählen, das Selbst als Aufgabe anzunehmen. Das Ethische ist nicht langweiliger Pflichtkatalog, es ist die Innerlichkeit, die das Allgemeine – Beruf, Ehe, Gericht – als das eigene Leben will. Wilhelm kennt den Ästhetiker genau und fürchtet ihn, weil er ihn gewesen sein könnte. Die Versöhnung, die er anbietet, bleibt innerweltlich: ein Bürger, der ernst wird. Der Glaube, der später bei Kierkegaard das Dritte sein wird, ist hier noch nicht die Lösung. Das Entweder-Oder ist deshalb hart: Man kann nicht beide Teile zugleich leben, und das Buch enthält beide.

Unsicher bleibt, wem Eremita recht gibt. Er findet die Papiere in einem Sekretär, er ordnet sie, er enthält sich. Die Ironie des Rahmens verhindert, dass Wilhelm als Sieger der Abhandlung dasteht. Wer nur das Verführertagebuch liest, hat ein kleines gefährliches Buch und hat das Ethische unterschlagen. Wer nur den Ehemann als Antwort nimmt, hat die Kraft des Ästhetischen unterschlagen, gegen die Kierkegaard das Ethische überhaupt erst scharf macht. Der Ton wechselt mit den Masken: Essay, Predigt, Roman. Das System, das in Berlin die Gegensätze aufhebt, ist der eigentliche Gegner; das Buch ist seine Verweigerung in zwei Hälften.

Einordnung

Ohne diesen Band gäbe es die späteren Schriften der Stadien nicht in dieser Schärfe: Der Begriff Angst und Die Krankheit zum Tode setzen voraus, dass schon gewählt worden ist oder die Wahl verfehlt wurde. Karl Jaspers hat das Entweder-Oder gegen die Spekulation gelesen; die Existenzphilosophie hat die Wahl genommen und oft den Gerichtsrat weggelassen. Wer nach 1843 über das ästhetische Leben spricht, als wäre es nur Geschmack, hat Johannes den Verführer nicht ausgehalten. Das Buch bleibt der Anfang, nicht die christliche Pointe.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.