Endspiel

Samuel Beckett · 1957 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Endspiel
Autor(en): Samuel Beckett
Originaltitel: Fin de partie
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1957
Schlagwörter: Ende, Paar, Asche, Rest
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 128 Seiten
ISBN: 9783518366714
Verweise


Endspiel (französisch Fin de partie) ist das Stück von Samuel Beckett, 1957 in London auf Französisch uraufgeführt, von Beckett ins Englische übertragen, von Elmar Tophoven ins Deutsche. Nach Warten auf Godot kommt nicht Godot; es kommt das Zimmer, in dem das Warten schon vorbei ist und trotzdem weitergeht.

Inhalt

Hamm sitzt im Sessel, blind, unfähig zu gehen, den Bluthusten in der Brust. Clov kann nicht sitzen und sieht aus den beiden kleinen Fenstern auf Meer und Land, die grau sind. In Mülleimern hocken Nagg und Nell, Hamms Eltern, und lutschen an Resten, bis Nell nicht mehr antwortet. Draußen ist nichts, das man noch Welt nennen müsste. Drinnen gelten die Rituale: die Schmerztablette, die nicht kommt; der Blick durch das Fernrohr; die Geschichte, die Hamm erzählt und nicht zu Ende bringt. Beckett gibt vier Körper und eine Ökonomie der Reste. Wer gehen kann, geht nicht weg. Wer herrschen will, herrscht über nichts.

Clov droht mit Abreise und bleibt. Hamm befiehlt und bittet in einem Satz. Nagg klopft an Nells Deckel und bekommt Stille. Die Komik sitzt in den Wiederholungen, die nichts mehr ankündigen: Aufstehen, nachsehen, zurückmelden, dass nichts ist. Ein Junge draußen, vielleicht, ein Floh, vielleicht, ein Same in der Erde, vielleicht. Clov will ihn töten; Hamm zögert. Das Stück nährt keine Hoffnung aus diesen Vielleicht. Es lässt sie als Störungen des Endes stehen, das Hamm ausruft, ohne es halten zu können. Fertig, es ist fertig, es wird fertig sein. Der Satz schiebt das Ende vor sich her wie Clov den Sessel.

Am Schluss setzt Clov die Mütze auf und steht in der Tür, reisefertig, unbewegt. Hamm wirft die Pfeife, das Taschentuch übers Gesicht, den Hund aus Stoff, die Utensilien einer Herrschaft, die niemand mehr braucht. Er bleibt. Ob Clov geht, sagt das Stück nicht; es sagt, dass Gehen und Bleiben dieselbe Lage geworden sind. Wo Godot das Ausbleiben zur Handlung machte, macht Endspiel das Ausgelebtsein zur Form. Man spielt zu Ende, was kein Spiel mehr ist. Die Asche in den Tonnen ist die Familie; der Sessel ist der Thron; das Zimmer ist die Welt, soweit sie noch Wände hat.

Einordnung

Beckett hat nach Godot das kargere Stück geschrieben: weniger Landstraße, mehr Innenraum, weniger Duo, mehr Herrschaft. Neben Warten auf Godot ist Endspiel die Probe, ob das Absurde noch eine Steigerung hat, wenn das Warten selbst verbraucht ist. Neben Hamlet stehen Hamm und Clov als Hof ohne Land – der blinde Herr, der Knecht, der nicht sitzen kann, die Eltern im Abfall. Neben Woyzeck ist es das Stück des zugerichteten Körpers, nur dass niemand mehr mordet; man wartet ab, bis der Körper von selbst aufhört. Wer Beckett nur als Propheten der Leere spielt, unterschlägt den Witz der Dialoge und die Genauigkeit, mit der ein Hund aus Stoff die Schöpfung ersetzt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.