Einführung in das Christentum

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Einführung in das Christentum
Autor(en): Joseph Ratzinger
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Kösel
Serie:
Erscheinungsjahr: 1968
Seitenanzahl: 366 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3466204550
ISBN-13/

EAN-Code:

9783466204557
Schlagwörter: Glaube, Bekenntnis, Gott, Kirche
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Rezensionen
Umschlag

Einführung in das Christentum ist das 1968 im Kösel-Verlag erschienene Hauptwerk des Tübinger Dogmatikers Joseph Ratzinger, entstanden aus einer Vorlesung des Sommersemesters 1967. Es legt das apostolische Glaubensbekenntnis aus, ohne es in ein System umzuschreiben oder in zeitgemäße Leerformeln aufzulösen. Die Schrift verbindet die historisch-kritische Auslegung mit der Auslegung des Glaubens, wie sie das Konzilsdokument Dei verbum verlangt hatte, an dem Ratzinger mitgearbeitet hatte. Sie wurde in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt und gilt als der Text, an dem sich sein späteres Papsttum theologisch messen ließ. Glaube heißt hier nicht, etwas für wahr zu halten, sondern einem Du standzuhalten.

Inhalt

Ratzinger schreibt gegen eine Theologie, die den Glauben von einer Deutung zur nächsten führt, bis am Ende nur noch die Befreiung von Kult und Satzung übrigbleibt. Er vergleicht diese Bewegung mit dem Märchen vom Hans im Glück, der den Goldklumpen gegen immer geringere Güter tauscht und zuletzt einen Schleifstein in den Händen hält. Unter den veränderten Bedingungen seiner Generation will er neu versuchen, was Karl Adam 1924 in Das Wesen des Katholizismus unternommen hatte: den Glauben verständlich zu machen, ohne ihn umzumünzen. Christlicher Glaube ist die dem Wissen unvergleichbare Form, im Ganzen der Wirklichkeit Stand zu fassen; ohne diese Sinngebung bliebe der Mensch ortlos. Die zentrale Formel lautet nicht »Ich glaube etwas«, sondern »Ich glaube an Dich«: Begegnung mit dem Menschen Jesus, in der der Sinn der Welt als Person erfahren wird. Glaube, Vertrauen und Lieben fallen zusammen; die Inhalte, um die der Glaube kreist, sind Konkretisierungen dieser Wende.

Der Haupttext gliedert sich in die Teile Gott, Jesus Christus, Geist und Kirche. Gott ist nicht der ferne Uhrmacher und nicht die Summe der Welt, sondern der, der sich anredet und bindet. Die neuzeitliche Theologie schwankt zwischen Jesus und Christus, zwischen dem historischen Mann aus Nazareth und dem Bekenntnis der Kirche; Ratzinger hält fest, dass Jesus nur als der Christus und der Christus nicht anders als in Jesus besteht. Wer die Geschichte hinter sich lässt, verfehlt die Fleischwerdung; wer den Glauben auf Historie reduziert, verfehlt das Bekenntnis. Der Geist ist nicht Stimmung, sondern das Band, das die zertrennte Zeit als Einheit lässt: Vergangenheit des schon geschehenen Durchbruchs, Gegenwart des Ewigen, Zukunft der Berührung von Gott und Welt. Kirche ist darum mehr als Verein und mehr als Restbestand; sie ist der Ort, an dem dieser Glaube öffentlich bleibt. Häufig kommt Martin Heidegger zu Wort, nicht als Taufpate, sondern als Zeuge der Frage nach Sein und Sinn, die der Glaube nicht umgeht.

Unsicher wird das Buch dort, wo die Verbindung der beiden Hermeneutiken mehr behauptet als durchgeführt ist: Die historisch-kritische Arbeit bleibt oft Folie, vor der das Bekenntnis sich umso reiner abhebt. Walter Kasper hat früh gefragt, ob das Wesen des Christlichen hier nicht zu rasch aus der Krise gerettet werde. Ratzinger selbst hat später in den Jesus-Büchern nachgeliefert, was die Vorlesung nur andeutete. Der Ton ist pastoral und streng zugleich, ohne Erweckung und ohne Ironie. Die Auslegung gilt dem gemeinsamen Credo, nicht einer Konfessionskunde, und sie zumutet, dass Glaube Hoffnung nach vorn ist, nicht bloß Rückblick auf einen Ursprung.

Einordnung

Helmut Gollwitzer hat der Taschenbuchausgabe das Geleitwort gegeben und das Buch als Dokument der ökumenischen Niederlegung alter Barrieren gelesen: eingeführt werde ins Christentum, nicht in eine Konfession. Das unterscheidet die Schrift von Ludwig Feuerbachs Das Wesen des Christentums, das den Glauben als Projektion der Gattung entlarven wollte, und von Karl Barths Kirchliche Dogmatik, die denselben Stoff in einem anderen Register und einem anderen Jahrhundert entfaltet. Die Wirkung lag in den Gemeinden und Seminaren der siebziger Jahre, nicht zuerst in der Fachzeitschrift; 1969 waren bereits fünfundvierzigtausend Stücke verkauft. Manfred Lütz hat 2023 mit Zustimmung des emeritierten Papstes eine gekürzte Fassung für alle vorgelegt, ein Zeichen, dass der Text als Erbe behandelt wird, nicht als abgeschlossene Akte.

Das Missverständnis liegt darin, die Einführung für eine Vorstufe der späteren Amtslehre oder für eine bloße Erbauung zu halten. Sie ist Vorlesung eines Konzilstheologen, der den Glauben gegen die Entleerung und gegen die Restauration zugleich halten wollte. Nachbarschaft hat sie zur Bibelexegese von Dei verbum und zu den späteren Jesus-Büchern, nicht zur Streitschrift. Der Satz, dass der Sinn der Welt ein Antlitz hat, hat die Rede vom Glauben nach 1968 mitbestimmt, wo sie weder in Moral noch in Historie aufgehen wollte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.