Ein so langer Brief
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ein so langer Brief |
| Autor(en): | Mariama Bâ |
| Originaltitel: | Une si longue lettre |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1979 |
| Schlagwörter: | Senegal, Polygamie, Freundschaft, Brief |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Unionsverlag
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 125 Seiten |
| ISBN: | 9783293200278 |
| Verweise | |
Ein so langer Brief ist der 1979 erschienene Roman von Mariama Bâ, als Brief der senegalesischen Lehrerin Ramatoulaye an die Freundin Aissatou geschrieben, nach dem Tod des Mannes, der zu Lebzeiten eine zweite, jüngere Frau genommen hat. Das schmale Buch hat der frankophonen Literatur Westafrikas die Stimme der Frau gegeben, die die Unabhängigkeit miterlebt und die Polygamie nicht als Schicksal hinnimmt. Die deutsche Übersetzung von Irmgard Rathke erschien beim Unionsverlag. Bâ, in Dakar geboren, schrieb nur zwei Romane; dieser erste hat den Noma-Preis gewonnen und ist Schulstoff geworden, ohne deshalb zahm zu sein.
Inhalt
Ramatoulaye sitzt in der Trauerzeit, der vier Monate und zehn Tage, und schreibt. Modou Fall ist tot; zuvor hat er, nach fünfundzwanzig Jahren Ehe und zwölf Kindern, die junge Binetou geheiratet, Schulkameradin der eigenen Tochter, und das Haus der ersten Frau verlassen, ohne sie zu verstoßen. Der Islam erlaubt die zweite Ehe; Ramatoulaye erzählt, was die Erlaubnis kostet. Aissatou, die Adressatin, hat denselben Schlag früher erfahren: Ihr Mann Mawdo hat auf Druck der Mutter eine Cousine genommen; Aissatou ist gegangen, hat in den Vereinigten Staaten gearbeitet, die Söhne versorgt. Der Brief hält die beiden Wege nebeneinander: bleiben oder gehen.
Aus der Trauer wird die Bilanz einer Generation. Die Schule der Weißen, die Freundschaft der zwei Frauen, die Ehemänner der Unabhängigkeit, die Politik, die Versprechen, die Ämter. Ramatoulaye erinnert die Werbung, die Liebe, die Jahre, in denen Modou Gewerkschafter und Verführer war. Sie erinnert die Demütigung, wenn die Schwiegersippe die junge Frau als Sieg über die Alte feiert. Sie lehnt nach Modous Tod den Bruder des Toten ab, der sie nach Brauch nehmen will, und lehnt auch den langjährigen Verehrer Daouda Dieng ab, obwohl er ein anständiger Mann ist. Die Weigerung ist nicht Romantik. Sie ist die Behauptung, dass ein Leben nach dem Mann möglich sein muss.
Der Brief endet, bevor Aissatou eintrifft. Ramatoulaye hat geschrieben, was sich mündlich unter den Augen der Trauergäste nicht sagen ließ. Die Freundschaft der zwei Frauen trägt mehr als die Ehen, ohne dass Bâ die Männer zu Teufeln macht: Mawdo ist schwach, Modou eitel, die Mütter der Männer sind die eigentlichen Hüterinnen der zweiten Ehe. Das Buch ist ein Brief und ein Zeitdokument: Senegal nach 1960, Islam, Schule, die gebildete Frau, die merkt, dass die Unabhängigkeit die Hausgewalt nicht abgeschafft hat. Wer nur die Anklage der Polygamie liest, unterschlägt die Wärme, mit der Ramatoulaye Modou noch im Zorn erinnert. Wer nur die Wärme nimmt, hat Binetou nicht gesehen.
Einordnung
Bâ hat den Frauenroman Westafrikas begründet, ohne ihn zur These zu verdünnen. Neben Assia Djebars algerischer Vielstimmigkeit steht dieser eine Brief als die klarere Form: eine Stimme, eine Freundin, eine Trauer. Die Nachwelt hat das Buch zum Lehrstück über Frauenrechte gemacht; es trägt das, weil es zuerst eine Freundschaft erzählt. Wer nach 1979 über Ehe, Schule und Unabhängigkeit in Senegal spricht, spricht hinter Ramatoulaye. Der zweite Roman, Un chant écarlate, blieb im Schatten; der lange Brief reicht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
