Drei Schwestern

Anton Tschechow · 1901 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Drei Schwestern
Autor(en): Anton Tschechow
Originaltitel: Три сестры
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1901
Schlagwörter: Moskau, Provinz, Schwestern, Warten
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 120 Seiten
ISBN: 9783150144435
Verweise


Drei Schwestern (russisch Три сестры) ist das Drama von Anton Tschechow, 1901 vom Moskauer Künstlertheater uraufgeführt. Olga, Mascha und Irina leben in einer Provinzstadt und sprechen von Moskau, als sei Moskau eine Zeitform. Sie kommen nicht an.

Inhalt

Der Vater, ein General, ist tot; die Schwestern haben die Hauptstadt als Erinnerung und als Plan. Olga unterrichtet und altert in der Schule, Mascha ist an den Lehrer Kuligin verheiratet und liebt später den Batteriechef Werschinin, Irina will arbeiten und das Leben, von dem sie spricht, noch nicht kennt. Der Bruder Andrej sollte Professor werden und wird lokale Größe neben der Frau Natascha, die das Haus übernimmt, Zimmer um Zimmer, mit kleiner Stimme und festem Zugriff. Offiziere füllen die Stube, solange das Regiment da ist. Tschechow gibt jeder Schwester eine andere Art, dasselbe nicht zu tun: Olga trägt, Mascha beißt, Irina hofft. Moskau bleibt das Wort, das den Tag gliedert.

Die Akte setzen Jahre. Irina nimmt Arbeit an und findet sie roh; Mascha und Werschinin reden von einem Glück in zweihundert Jahren, als könnten sie es verleihen; Andrej verspielt die Zukunft in Schulden und Ausschüssen. Natascha setzt die Kinder gegen die Schwestern, den Wald gegen den Garten, die Amme gegen das Hausrecht. Niemand stürzt sie. Das Regiment erhält Marschbefehl. Tuzenbach, der Irina geheiratet hätte, fällt im Duell gegen den eifersüchtigen Soljony – ein Tod am Rand, den das Stück nicht zur Oper macht. Irina erfährt es und bleibt stehen. Die Schwestern umarmen sich, während die Musik abzieht.

Was bleibt, ist die Provinz ohne Offiziere. Olga wird Vorsteherin, Mascha muss Kuligin ertragen, Irina will als Lehrerin irgendwo anfangen. Sie sprechen noch einmal von Moskau, und der Satz ist derselbe und älter. Tschechow lässt am Schluss eine Helligkeit zu, die nichts einlöst: Man wird leben, arbeiten, irgendwie. Das ist keine Wendung zum Trost. Es ist die Weigerung, aus dem Ausbleiben eine Katastrophe zu machen, die größer wäre als das Ausbleiben selbst. Die drei Schwestern sind nicht gescheitert, weil ein Bösewicht sie hinderte; sie sind gescheitert, weil das Leben in der Stadt bestand, die sie bewohnen, nicht in der Stadt, von der sie reden.

Einordnung

Kein Stück Tschechows hat den europäischen Satz »Nach Moskau!« so festgesetzt. Das Warten der Schwestern steht neben Warten auf Godot, nur dass Godot ein Name ist und Moskau ein Fahrplan, den niemand löst. Neben Hamlet ist es das Stück derer, die zu viel Zeit haben, um zu handeln, und zu viel Bewusstsein, um die Zeit hinzunehmen. Wer die Handlung als Verfall einer Adelsfamilie nacherzählt, hat Natascha zur Intrigantin gemacht und den Rest zur Klage. Tschechow schreibt die Komödie des Bleibens. Die Regimenter gehen; die Schwestern bleiben das Stück.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.