Dorothea Lange. A Life Beyond Limits

Linda Gordon · 2009 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Dorothea Lange. A Life Beyond Limits
Autor(en): Linda Gordon
Originaltitel: Dorothea Lange. A Life Beyond Limits
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2009
Schlagwörter: Fotografie, Krise, Armut, Internierung
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Norton


Umfang dieser Ausgabe: 536 Seiten
ISBN: 9780393057300
Verweise


Dorothea Lange. A Life Beyond Limits ist die 2009 bei Norton erschienene Biographie der amerikanischen Historikerin Linda Gordon über die Fotografin Dorothea Lange. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. Gordon erzählt Langes Vita als Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten: Kinderlähmung, die Weltwirtschaftskrise, die Wanderarbeiter, die Internierung japanischstämmiger Amerikaner. Der Bancroft-Preis hat den Band als Geschichtswerk anerkannt, nicht nur als Künstlerinnenleben.

Inhalt

Gordon schreibt gegen die Ikone, die aus einem Bild die ganze Wahrheit macht. Lange, 1895 in Hoboken geboren, trägt die Folgen der Poliomyelitis, lernt in San Francisco das Atelierporträt, verlässt Studio, Ehe und zeitweilig die Kinder, als die Depression die Stadt auf die Straße zwingt. Die Kamera wird Instrument, nicht Beruf im bürgerlichen Sinn. Gordon zeigt die Farm Security Administration als Auftrag und als Filter: Lange fotografierte, was die Behörde brauchen konnte, und sah darin, was die Behörde nicht immer zeigen wollte. Migrant Mother, die Wanderarbeiterin mit den Kindern, ist das berühmteste amerikanische Krisenbild. Gordon holt den Namen der Abgebildeten, Florence Thompson, und die Lage zurück, die das Bild zur Allegorie machte.

Der zweite Ernstfall ist der Krieg im Innern. Lange fotografierte 1942 die Zwangsumsiedlung japanischstämmiger Amerikaner, und die Bilder wurden unterdrückt, weil sie nicht zum Kriegsbild passten. Gordon liest das als Politik des Sichtbaren: Derselbe Staat, der die Krise als Reformauftrag fotografieren ließ, ließ die Internierung nicht als Unrecht sichtbar werden. Die Biographie ist hier Sozialgeschichte, nicht Werkschau. San Francisco, der Dust Bowl, der Süden, die zweite Ehe mit dem Wirtschaftswissenschaftler Paul Schuster Taylor, die späten Reisen: Gordon hält Leben und Auftrag zusammen, ohne Lange zur Heiligen der Empathie zu machen. Die Härte gegen Familie, die Ambivalenz der Reform, die weiße Fotografin vor nichtweißen Gesichtern kommen vor.

Unsicher wird das Buch, wo die Historikerin die Fotografin zur Kronzeugin der New-Deal-Gesellschaft macht und wo das eine ikonische Bild trotzdem die Erzählung zieht. Gordon weiß das und arbeitet dagegen an, mit unbekannteren Aufnahmen und mit der Aktenlage. Gegen Bourke-Whites Industrie setzt sie die Straße, auf der die Krise wohnt. Gegen eine Kunstgeschichte, die Lange in den Kanon der Meisterphotographen hebt, setzt sie die Behörde, den Auftrag, die Zensur. Wer nur Migrant Mother kennt, hat die Internierungslager der Westküste nicht gesehen. Wer nur Anklage will, unterschlägt, dass Lange innerhalb des Staates arbeitete, den sie sichtbar machte.

Einordnung

2009 ist der Band die historische Standardvita Langes und zugleich ein Buch über die Vereinigten Staaten, das die Fotografie als Quelle und als Akteur nimmt. Es steht neben den Bildbänden, die das Leben weglassen, und neben einer Dokumentarfotografiegeschichte, die den New Deal als moralische Geburt des Genres erzählt. In Gegenbilder ist es das amerikanische Gesellschaftsbuch des Pfads. Nachbarschaft hat es zu Riis’ Reformblick in Die Macht des Blicks und zu Parks’ A Choice of Weapons, das denselben Rassismus von der anderen Seite der Kamera her erzählt. Wer nach Gordon über die Krise der dreißiger Jahre spricht, ohne die Internierung mitzulesen, hat Langes Blick halbiert.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Gegenbilder (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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