Dits et écrits
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Dits et écrits |
| Autor(en): | Michel Foucault |
| Herausgeber: | Daniel Defert, François Ewald |
| Originaltitel: | Dits et écrits |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1994 |
| Schlagwörter: | Macht, Wissen, Diskurs, Gespräch |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1088 Seiten |
| ISBN: | 9783518583111 |
| Verweise | |
Schriften (französisch Dits et écrits) ist die 1994 bei Gallimard in vier Bänden erschienene Sammlung aller zu Lebzeiten veröffentlichten Texte von Michel Foucault mit Ausnahme seiner Bücher. Daniel Defert und François Ewald stellten 364 Stücke in zeitlicher Folge zusammen: Vorworte, Zeitungsartikel, Gespräche, Briefe, Gelegenheitsreden, von denen viele zuvor schwer zu finden waren. Foucault selbst hatte gewünscht, dass Unveröffentlichtes aus dem Nachlass nicht nachgereicht werde. Die deutsche Übersetzung bei Suhrkamp, beginnend 2001, hat die vier Bände zum Arbeitsinstrument der Foucault-Lektüre gemacht. In Frankreich füllte Le Monde vier Seiten mit Besprechungen.
Inhalt
Die Herausgeber schreiben gegen die Gewohnheit, Foucault auf die großen Monographien zu verkürzen, und gegen die Versuchung, aus dem Nachlass ein zweites Werk zu zimmern. Was zählt, hat er zu Lebzeiten in die Öffentlichkeit gegeben, auch das Flüchtige. Die chronologische Ordnung ersetzt die systematische: man liest, wie sich Fragen verschieben, vom Wahnsinn zur Klinik, zur Sprache, zum Gefängnis, zur Sexualität, zur Sorge um sich. Gespräche sind keine Beigabe; Foucault hat das Gespräch als Form des Denkens benutzt, in der Einwände sitzen und Formulierungen schärfer werden als im Buch. Vorworte zu anderen Autoren markieren Bündnisse und Absetzbewegungen.
An den wiederkehrenden Themen entfaltet sich die Behauptung, die die Bücher einzeln vortragen und die Schriften quer verbinden. Wissen ist an Macht gekoppelt, ohne in ihr aufzugehen; Diskurse haben Regeln des Auftretens, des Ausschlusses und der Zuschreibung an einen Autor. Der Aufsatz über den Autor bestreitet, dass der Name eine natürliche Quelle des Sinns sei. Die Ordnung des Diskurses, als Antrittsvorlesung am Collège de France gehalten, nennt die Verfahren, mit denen Gesellschaften die Rede knapp halten. Politische Interventionen – die Gruppe Information Gefängnis, Berichte aus dem Iran, Debatten über Strafrecht und Psychiatrie – zeigen denselben Blick auf Anstalten und Wahrheitsproduktion, der Überwachen und Strafen und Die Ordnung der Dinge trägt, nur näher am Anlass. Späte Gespräche wenden sich der Antike, der Askese und der Ethik als Selbstverhältnis zu.
Unsicher wird die Sammlung, wo die Fülle die Linie zerreißt und wo das Verbot des Nachlasses die Deutung begrenzt. Dreihundertvierundsechzig Texte gleichen Gewichte vorzutäuschen, das ein Zeitungsartikel und eine Vorlesung nicht haben. Widersprüche zwischen Jahren bleiben stehen; die Herausgeber glätten nicht. Eine geschlossene Lehre Foucaults tritt nicht hervor, wohl aber Verschiebungen, Widerrufe und Wiederaufnahmen. Die Entscheidung, nur Gedrucktes aufzunehmen, respektiert den Autor und lässt Vorlesungen, die später eigens erschienen, außerhalb dieser vier Bände. Die Schriften sind das Gegenwerk zu den Büchern: nicht die Theorie in der geschlossenen Form, sondern das Denken, wie es sich öffentlich zerstreut.
Einordnung
Neben den Monographien von Wahnsinn und Gesellschaft bis zu den Bänden der Sexualität und Wahrheit sind die Dits et écrits die zweite Säule des Werks. Sie haben in Frankreich den Foucault der Interventionen sichtbar gemacht, den die deutsche Rezeption oft später entdeckte als den Archäologen des Wissens. Suhrkamp hat mit der Übersetzung einen Textbestand geschaffen, aus dem seither zitiert wird, als wäre es ein einziges Buch mit vier Rücken.
Die Sammlung gehört zur Gattung der nachgelassenen, aber vom Autor begrenzten Werkausgaben: vollständig im Hinblick auf das Gedruckte, unvollständig im Hinblick auf das Gesprochene. Zu Macht, Diskurs und der Rolle des Intellektuellen steht hier nicht die Summe, sondern die Zeitgestalt. Die Aufregung von 1994 galt auch dem Beweis, dass Foucaults Denken nicht in den berühmten Titeln aufgeht. Die Suhrkamp-Bände haben diesen Beweis auf Deutsch wiederholt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
