Die rote Zora und ihre Bande

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Kurt Held · 1941 · Kinderbuch
Das Werk
Deutscher Titel: Die rote Zora und ihre Bande
Autor(en): Kurt Held
Originaltitel: Die rote Zora und ihre Bande
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1941
Schlagwörter: Dalmatien, Waisenkinder, Fischerei, Bande
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 9783733500917
Verweise
Umschlag

Die rote Zora und ihre Bande ist das Kinderbuch von Kurt Held, hinter dem der emigrierte Kurt Kläber steht, 1941 im Schweizer Exil erschienen. In der dalmatinischen Stadt Senj schließt sich der obdachlose Branko einer Mädchenbande unter der rothaarigen Zora an; gemeinsam halten sie sich gegen Hunger, Polizei und eine Fischereigesellschaft, die den alten Gorian um sein Recht bringt. Kläber schrieb auf Deutsch, nach Berichten und eigener Anschauung der Adria, mit Lisa Tetzner im Gespräch. Das Buch wurde nach 1945 ein Klassiker der deutschen Kinderliteratur, weil es Armut nicht als Abenteuer verkleidet.

Inhalt

Brankos Mutter ist tot, der Vater, ein Geiger, zieht umher und lässt den Jungen zurück. In Senj hungert er, greift auf dem Markt nach einem gefallenen Fisch und kommt ins Gefängnis. Zora, die rote, holt ihn heraus und führt ihn zur Bande: Duro, Nikola, Pavle, Kinder ohne Haus, die in Ruinen schlafen, Fische stehlen und sich selbst Gericht halten. Zora kommandiert, nicht aus Herrschsucht, sondern weil jemand entscheiden muss, wann man flieht und wann man teilt. Die Stadt sieht in ihnen Diebe; einzelne Erwachsene, voran der Fischer Gorian, geben Brot und eine Lehre vom Meer. Branko lernt, dass die Bande keine Familie ersetzt und doch das einzige Dach ist, das Senj ihm lässt.

Die Fischereigesellschaft will die freien Fischer verdrängen, Netze, Preise, Gewalt. Gorian gerät unter die Räder; die Kinder stellen sich auf seine Seite, sabotieren, warnen, stehlen zurück, was ihnen die Gesellschaft stiehlt. Held erzählt das nicht als Sieg der List über das Kapital, sondern als Alltag von nassen Kleidern, Schlägen und Nächten ohne Feuer. Branko lernt schwimmen, lügen, treu sein. Die Bande streitet und bleibt zusammen, weil niemand sonst sie will. Der Vater taucht auf und wieder ab; die Stadt bleibt hart. Dass die Kinder Gorian helfen, macht sie nicht zu Heiligen; es macht sie zu Verbündeten eines Alten, den das Recht verlassen hat.

Am Ende steht nicht der Reichtum, sondern ein Stück Recht für Gorian und ein Dach, das die Kinder sich genommen haben, ohne dass Senj sie liebgewonnen hätte. Zora bleibt die Rote, kein edles Fräulein. Held lässt die Erwachsenenwelt nicht zur Folie der Kindertugend werden: Priester, Polizisten, Händler haben Gründe und Interessen. Die Adria ist schön und gleichgültig. Wer in der Bande lebt, lebt von Mut und von Diebstahl, und das Buch sagt beides.

Einordnung

Kläber, Kommunist, nach 1933 in der Schweiz, hat mit der Zora ein politisches Kinderbuch geschrieben, das ohne Parteiparole auskommt: Hunger, Eigentum, Solidarität. Lisa Tetzner, seine Frau, hat eigene Kinderromane nebenher geführt; die Zora trägt Kläbers Namen Held, ein Pseudonym des Exils. Nachkriegsausgaben, Filme und eine Fernsehfolge der achtziger Jahre haben die roten Haare zum Sinnbild gemacht und oft die Schärfe gemildert. Fischer Sauerländer hält den Text als Taschenbuch. Dass Kinder stehlen, um zu leben, bleibt im Buch eine Not, keine Tugend, und genau das unterscheidet es vom Räuberidyll.

Gegen das heile Kinderdorf und gegen den bloßen Räuberspaß setzt Held die Wirtschaft des Hafens. Die Bande ist keine Familie im Verborgenen, sie ist eine Antwort auf das Fehlen von Familie. Wer nach 1941 über Straßenkinder an der Adria spricht, spricht hinter diesem Buch; wer es für eine Feriengeschichte hält, hat das Gefängnis und die Gesellschaftsnetze nicht gelesen. Zoras Rot ist Haar und Warnung, kein Schmuck. Die Adria bleibt schön und gleichgültig, und die Kinder zahlen den Preis, den die Stadt nicht zahlen will.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.