Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas |
| Autor(en): | Joaquim Maria Machado de Assis |
| Originaltitel: | Memórias Póstumas de Brás Cubas |
| Originalsprache: | portugiesisch |
| Erstveröffentlichung: | 1881 |
| Schlagwörter: | Rio de Janeiro, Ironie, Totenerzähler, Kaisertum |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Manesse
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| Umfang dieser Ausgabe: | 288 Seiten |
| ISBN: | 9783717524007 |
| Verweise | |
Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas ist der 1881 erschienene Roman von Joaquim Maria Machado de Assis, erzählt von einem Toten. Brás Cubas, reicher Carioca des Kaiserreichs, schreibt nach dem Ableben sein Leben nieder: ohne Reue, mit Seitenhieben auf den Leser, in kurzen Kapiteln, die abbrechen, wenn die Eitelkeit es gebietet. Das Buch gilt als die Wende der brasilianischen Erzählung vom romantischen Indianerstoff zur Moderne der Ironie. Die deutsche Übersetzung von Wolfgang Weitlaner erschien bei Manesse; ältere Fassungen liefen unter ähnlichen Titeln. Machado, Enkel von Freigelassenen, Epileptiker, Akademiker, hat den Erzähler weiß und privilegiert gemacht und ihn vom Jenseits aus entlarvt.
Inhalt
Brás Cubas stirbt 1869 an einer Erkältung, die er sich beim Erfinden eines Wundpflasters zugezogen hat, und beginnt zu erzählen. Die Kindheit in Rio: ein verzogenes Kind reicher Leute, Prügel für Sklaven, die erste Liebe zu einer Portugiesin, die ihn sitzen lässt. Das Studium in Coimbra ändert wenig. Zurück in Brasilien schwankt er zwischen Politik, Müßiggang und Virgília, der Frau eines Freundes, mit der er jahrelang ein Verhältnis unterhält, ohne die Ehe zu wagen, die der Stand verbieten würde. Ein Kind wird erwartet und bleibt aus. Der Emporkömmling Quincas Borba stiftet die Philosophie des Humanitismus, eine Lehre vom Stärkeren, die Brás amüsiert übernimmt, weil sie seine Trägheit rechtfertigt.
Die Kapitel sind kurz, oft eine Seite, oft eine Anrede an den Leser, oft ein leeres Blatt als Witz über das, was sich nicht sagen lässt. Machado zerlegt den Bildungsroman: Es gibt keine Läuterung. Brás wird Abgeordneter, ohne Überzeugung, liebt, ohne Treue, denkt, ohne zu handeln. Der Sklave Prudêncio, den das Kind Brás geschlagen hat, taucht später als Freigelassener auf, der selbst einen Sklaven schlägt: Die Gewalt wandert nach unten, nicht nach draußen. Eugênia, die hübsche Lahme, wird verworfen, weil ein Makel die Partie stört. Dona Plácida richtet die Liebesnester ein und verarmt. Der Tote zählt das alles mit der Heiterkeit dessen, der nichts mehr riskiert.
Am Ende zieht Brás die Bilanz: Er habe dem Menschengeschlecht nicht einmal ein Kind hinterlassen – ein kleines Plus. Die Pointe ist kalt. Das Kaiserreich, die Sklaverei, die Akademie, die Ehe als Rechnung: Alles kommt vor, nichts wird gepredigt. Machado lässt den Toten witzig sein, damit der Leser lacht und erst spät merkt, dass das Lachen auf seiner Seite der Gesellschaft sitzt. Wer ein Bekenntnis erwartet, bekommt ein Protokoll der Vorrechte. Wer eine Moral erwartet, bekommt das Pflaster gegen Melancholie, an dem der Erfinder stirbt. Die nachträglichen Memoiren sind nachträglich, weil nur der Tod in Brasilien 1881 die Freiheit gibt, die Wahrheit über die Lebenden zu sagen.
Einordnung
Vor Clarice Lispector und João Guimarães Rosa steht Machado als der Erzähler, der Rio in die Weltliteratur der Ironie geholt hat, ohne Europa zu kopieren: Sternes Abschweifung, Xaviers de Maistre Reise um das Zimmer, und doch ein tropisches Kaiserreich mit Sklaven und Senat. Die Nachwelt hat ihn zum Ahnherrn der lateinamerikanischen Moderne gemacht, oft ohne die Härte gegen die eigene Klasse mitzulesen. Wer ihn nur als eleganten Humoristen führt, unterschlägt Prudêncio. Wer nur den schwarzen Autor im weißen Erzähler sucht, unterschlägt, dass Machado die Maske bewusst setzt. Das Buch bleibt das Maß: kurze Kapitel, ein Toter, eine Gesellschaft, die sich im Spiegel für geistreich hält.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
