Die Welt des William Clissold. Ein Roman mit einem neuen Standpunkt

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Welt des William Clissold
Autor(en): H. G. Wells
Herausgeber:
Erscheinungsort: Berlin/Wien/Leipzig
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1927
Seitenanzahl:
Originaltitel: The World of William Clissold. A Novel at a New Angle
Originalsprache: englisch
ISBN-10:
ISBN-13/

EAN-Code:

Schlagwörter: Ideenroman, Weltanschauungsroman, Open Conspiracy
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Die Welt des William Clissold ist die autorisierte deutsche Übersetzung von H. G. Wells' dreibändigem Roman The World of William Clissold (London 1926). Wells' längster Roman entstand 1924–1926 und erschien in deutscher Fassung 1927 bei Zsolnay in zwei Bänden (Übersetzerinnen: Helene Maria Reiff und Erna Redtenbacher).

Inhalt

Der Ich-Erzähler William Clissold schildert Leben und Gedankenwelt eines erfolgreichen englischen Geschäftsmanns. Nach dem Suizid seines Vaters – ein Finanzier, der sich einem Betrugsprozess entzog – wächst Clissold mit seinem Bruder Dickon in London auf. Während William Naturwissenschaften studiert und als Industrieller zu Wohlstand gelangt, macht Dickon Karriere in der aufstrebenden Werbebranche (Wells verweist hier auf Tono-Bungay).

Der Roman gliedert sich in sechs Bücher. Neben Clissolds Ehen, Affären und seiner Beziehung zu Clementina stehen ausgedehnte philosophische, ökonomische und gesellschaftskritische Passagen im Vordergrund. Clissold entwickelt – als ehemaliger Fabianer vom Sozialismus enttäuscht – die Idee einer offenen Verschwörung (Open Conspiracy): eine Koalition aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft soll eine Weltrepublik errichten, in der Technik und Vernunft Wohlstand und Frieden sichern. Kurz vor der Verwirklichung dieser Pläne sterben Clissold und Clementina 1926 bei einem Autounfall.

Weniger als die Hälfte des Umfangs widmet sich der Handlung; der Rest besteht aus essayartigen Reflexionen über Geschichte, Geld, Krieg, Geschlechterverhältnisse und die Zukunft der Menschheit. Wells präsentiert den Roman ausdrücklich als vollständigen Erzähltext – nicht als verkappte Abhandlung.

Einordnung

Mit rund 800 Seiten ist The World of William Clissold Wells' umfangreichstes Werk der Belletristik. Zeitgenössische Kritiker sahen darin vor allem eine didaktische Darlegung der Wells'schen Weltanschauung; der Roman gilt heute als Übergang zu Wells' späteren politisch-utopischen Schriften. Keynes, Shaw und Mencken reagierten wohlwollend, viele Literaturkritiker verhielten sich reserviert bis abweisend.