Die Welt

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Welt
Autor(en): René Descartes
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Meiner
Serie:
Erscheinungsjahr: 1664
Seitenanzahl: 422 Seiten
Originaltitel: Le Monde de M. Descartes ou Le Traité de la Lumière
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3787328092
ISBN-13/

EAN-Code:

9783787328093
Schlagwörter: Licht, Wirbel, Materie, Maschine
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Die Welt oder Abhandlung über das Licht (französisch Le Monde de M. Descartes ou Le Traité de la Lumière) ist die zwischen 1632 und 1633 entstandene, unvollendet gebliebene naturphilosophische Schrift von René Descartes. Sie erschien erst 1664 aus dem Nachlass. Descartes wollte die Natur von neuen Grundsätzen her erklären und versetzte seine Hypothesen in eine erdichtete Welt, um der Kirche den Vorwand der bloßen Erdichtung zu lassen. Der Anlass, das Buch zurückzuhalten, war die Verurteilung Galileo Galileis 1633. Die zweisprachige Meiner-Ausgabe vereinigt die Abhandlung über das Licht mit dem Traktat über den Menschen.

Inhalt

Descartes schreibt gegen die scholastische Physik der Formen und gegen die aristotelische Lehre von Möglichkeit und Wirklichkeit. Räumliche Ausdehnung ist das Grundmerkmal der Materie; der Raum ist nie leer, ein wirkliches Vakuum kann er sich nicht vorstellen. Neben der wahrnehmbaren Materie führt er eine erste Materie ein. Bewegung, von Aristoteles zu unscharf gefasst, folgt Trägheit, Geradlinigkeit und Erhaltung der Kraft. Hier stehen frühe Formulierungen dessen, was später Trägheitsgesetz und Erhaltungssatz heißen wird. Die Welt, die er beschreibt, soll unseren Sinnen gleichen, ohne dass er sie als die wirkliche ausgeben müsste.

Aus diesen Voraussetzungen entwickelt er die Wirbeltheorie: die erste Materie kreist in einem ungeheuren Wirbel um die Sonne, in ihm schwimmen die übrigen Himmelskörper, um jeden bildet sich ein kleinerer Wirbel, außen langsamer, innen schneller. Licht, Schwere, Ebbe und Flut sollen aus dieser Mechanik folgen. Im zweiten Teil, dem Discours du mouvement local oder Traktat vom Menschen, wird der Leib zur Maschine: Blutkreislauf, innere und äußere Sinne, Bau und Arbeit des Gehirns gehorchen denselben Gesetzen wie die Himmelskörper. Descartes reißt die Schranke zwischen Physik und Lebewesen ein, nachdem er die Schranke zwischen Physik und Mathematik schon aufgehoben hat. Der Mensch dieses Kapitels hat noch keine unsterbliche Seele als erklärendes Prinzip der Lebensvorgänge; die Maschine reicht für Bewegung, Empfindung und Einbildung.

Unsicher wird das Buch, wo die Erdichtung und die Behauptung über unsere Welt ineinander übergehen. Descartes schreibt an Marin Mersenne, die Verurteilung der Erdbewegung habe ihn so erschüttert, dass er fast entschlossen sei, alle Aufzeichnungen zu verbrennen: wenn sie falsch sei, seien auch die Grundlagen seiner Philosophie falsch. Die fiktive Welt schützt ihn und entzieht dem Entwurf die letzte Bindung an das, was der Fall ist. Die Wirbeltheorie hat Isaac Newton später scharf verworfen; spätere Neuaufnahmen bei Kant und Laplace retteten sie nicht. Der maschinelle Mensch bleibt ein Fragment: ohne die Metaphysik der Meditationen fehlt die Instanz, die den Automaten vom denkenden Ich unterscheidet.

Einordnung

Le Monde ist der kühne Gesamtentwurf, den die Principia philosophiae von 1644 schulgerechter und vorsichtiger ersetzen. Teile gingen in die Dioptrique und die Météores ein, die dem Discours de la méthode als Anhänge dienen; der Discours referiert den Inhalt, ohne das Manuskript freizugeben. Erst der Tod nahm die Scheu. Die Schrift gilt als zentraler Text der cartesischen Naturlehre, gerade weil sie ungeschützt die Konsequenz zeigt: eine Welt aus Ausdehnung und Bewegung, bis in den Leib hinein.

Neben Galileis Dialog und Newtons Principia steht das Buch als der Versuch, Physik ohne Formen und ohne leeren Raum zu schreiben. Wer Descartes nur aus den Meditationen kennt, verfehlt, dass die Zweitsubstanz hier schon als Maschine durchgerechnet wird. Die Meiner-Ausgabe hat den Doppeltraktat – Licht und Mensch – wieder als Einheit lesbar gemacht. Die Furcht vor der Inquisition hat die Veröffentlichung verzögert, nicht die Radikalität des Gedankens.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.