Principia philosophiae
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Principia philosophiae |
| Autor(en): | René Descartes |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1644 |
| Seitenanzahl: | 711 Seiten |
| Originaltitel: | Principia philosophiae |
| Originalsprache: | lateinisch |
| ISBN-10: | 3787318534 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783787318537 |
| Schlagwörter: | Zweifelslehre, Ausdehnung, Wirbel, Mechanik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Principia philosophiae (deutsch Die Prinzipien der Philosophie) ist das 1644 in Amsterdam erschienene systematische Hauptwerk von René Descartes, gewidmet Elisabeth von der Pfalz. Es fasst Metaphysik, Kosmologie und Physik zu einem Weltbild zusammen. Die scholastische Naturlehre mit ihren substantiellen Formen und realen Qualitäten sollte einer mathematischen Mechanik weichen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war dies Descartes’ wichtigstes Buch für die Naturforschung, wichtiger als der berühmtere Discours. Newtons Principia von 1687 sind ohne diese Gegnerschaft nicht zu denken.
Inhalt
Descartes schreibt gegen die Schulphysik, die Körper durch verborgene Formen erklärte, und gegen die Skepsis, die nach dem Zweifel keine Wissenschaft mehr zulassen wollte. Der erste Teil wiederholt in weniger analytischer Form, was der Discours de la méthode und die Meditationes de prima philosophia genauer untersucht hatten: den universellen Zweifel, die Selbstgewissheit des denkenden Ich, die Unterscheidung von Bewusstsein und ausgedehntem Ding, Gott als Bürgen der Erkenntnis, die Lehre vom Irrtum und das Gebot der Evidenz. Damit sind die Prinzipien beisammen, auf die Kosmologie und Physik gestellt werden können. Der zweite Teil weist die Existenz materieller Gegenstände nach und bestimmt die Körperwelt durch dreidimensionale Ausdehnung. Physik wird zur angewandten Geometrie; was nicht mathematisch fassbar ist, gehört nicht zur Natur der Körper.
Der dritte Teil entfaltet die sichtbare Welt. Descartes unterscheidet drei Arten von Materie nach Feinheit und Beweglichkeit und baut daraus die Lehre von den Wirbeln: Das Weltall sei ein Gefüge von Materiewirbeln, in deren Mitte je ein Stern steht. Die Bewegung der Erde um die Sonne umgeht er durch den Hinweis auf die Relativität der Bewegung, um den Konflikt mit der Kirche zu dämpfen. Der vierte Teil behandelt die Erde: Schwere, Magnetismus, Fragen der Chemie, der Wetterkunde, der Erdbeschreibung und der Physiologie, alles aus Ausdehnung und Bewegung. Ein fünfter und sechster Teil über Pflanzen, Tiere und den Menschen war geplant und blieb ungeschrieben. Die französische Übersetzung von 1647, von François Picot, enthält den Rat, das Buch zuerst wie eine Erzählung zu lesen, ohne sich an Schwierigkeiten festzuhalten, und erst im zweiten und dritten Gang die Folge der Gründe zu prüfen.
Unsicher ist, wie hypothetisch Descartes seine Naturerklärungen meinte. Manche Formulierungen klingen, als schütze die Hyphese vor der Inquisition; andere, als bleibe Erkenntnis der Natur grundsätzlich Entwurf, der trifft, sofern er methodisch gewonnen ist. Die Wirbelphysik hat Isaac Newton in den Philosophiae Naturalis Principia Mathematica von 1687 ausdrücklich widerlegt; der Titel ist Antithese. Huygens, Gottfried Wilhelm Leibniz und Johann Bernoulli haben Teile verteidigt und ausgebessert. Der erzählende Stil, ohne Fußnoten und ohne Streit mit Vorgängern, hat philosophische Leser überzeugt und Mathematiker gereizt. Wer das Buch nur als Erkenntnistheorie liest, verfehlt die Physik; wer es nur als überholte Mechanik liest, verfehlt, dass hier der Maßstab einer mathematischen Natur gesetzt wird.
Einordnung
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war dies Descartes’ wichtigstes Werk, wichtiger für die Naturforschung als der berühmtere Discours. Zusammen mit Galileis Discorsi von 1638 hat es den wissenschaftlichen Standard der Materieauffassung und der mechanischen Naturgesetze gesetzt. Newtons Principia sind ohne diese Gegnerschaft nicht zu denken. Immanuel Kant hat in den Metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft die cartesische Reduktion auf Ausdehnung durch Kräfte ergänzt und doch an der Forderung festgehalten, eigentliche Naturwissenschaft müsse mathematisch sein.
Das Missverständnis, Descartes habe nur das Ich entdeckt, verdünnt ein Buch, das den Kosmos bauen will. Die Zweiteilung von Denken und Ausdehnung, die der erste Teil festschreibt, hat die Neuzeit in zwei Hälften gelegt: Bewusstsein hier, Maschine dort. Baruch de Spinozas Ethik hat die zwei Reiche wieder in eine Substanz genommen; der Materialismus hat die eine Hälfte behalten. Geblieben ist der Anspruch, die Natur ohne verborgene Qualitäten zu erklären – und die Einsicht, dass dieser Anspruch selbst eine Metaphysik ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
