Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke |
| Autor(en): | Rainer Maria Rilke |
| Originaltitel: | Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1906 |
| Schlagwörter: | Reiter, Türkenkrieg, Prosa, Insel-Bücherei |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Insel Verlag |
| Serie: | Insel-Bücherei |
| Umfang dieser Ausgabe: | 32 Seiten |
| ISBN: | 9783458190011 |
| Verweise | |
Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke ist die rhythmische Prosa Rainer Maria Rilkes über einen jungen österreichischen Fähnrich im Türkenkrieg des 17. Jahrhunderts. Eine erste Fassung erschien 1906; die Gestalt, die das Jahrhundert gelesen hat, ist die der Insel-Bücherei: 1912 als Band 1 der Reihe, Musterpapier, klein, nummeriert. Der Cornet ist kein Roman und kein Gedicht im strengen Sinn, sondern eine Weise – eine Folge von Bildern aus Ritt, Lager, Liebe und Tod, die man in einem Abend ausliest und als schönen Gegenstand behält.
Inhalt
Christoph Rilke, achtzehn, reitet mit einem kaiserlichen Trupp gegen die Türken. Die Sätze sind kurz, feierlich, oft parataktisch, näher am Balladenton als an der Historie. Der Junge schreibt der Mutter, sieht die Kameraden, nimmt Quartier, begegnet einer Frau, wird Fähnrich, fällt in einer Nacht, in der die Fahne brennt. Rilke hat einen entfernten Vorfahren zum Träger einer Jugend gemacht, die sterben will, ohne den Krieg zu verstehen. Der Tod ist schön gesetzt; das ist die Gefahr und der Reiz des Textes.
Die Weise erzählt nicht den Feldzug, sie erzählt Zustände: Staub, Wein, das Leder, das Mondlicht, die Magyarin, das Feuer. Zwischen den Abschnitten liegen weiße Flächen, als wäre das Buch selbst ein Lager zwischen Ritten. Was als Heldengeschichte beginnt, endet als Opferung des Knaben an eine Fahne, die niemand mehr erklärt. Die spätere Lyrik Rilkes hat diese Feierlichkeit kälter gemacht; hier ist sie noch ganz ungebrochen und deshalb das Buch, das man verschenkte.
Die Insel-Ausgabe hat den Text zur Form gemacht. Wer den Cornet nur als Rilke-Jugendwerk liest, unterschlägt, dass 1912 ein Verlagsprogramm mit diesem schmalen Band eröffnet wurde: Literatur als schönes, bezahlbares Objekt, nicht als Foliant. Die Millionenauflagen der Bücherei haben die Weise zum Hausbuch gemacht, oft ohne den Malte, der 1910 schon die härtere Parisprosa war. Der Cornet bleibt der zugänglichere Rilke, und gerade darum der, an dem sich die Reihe erfunden hat.
Einordnung
Ohne diesen Band ist die Insel-Bücherei eine Nummerngeschichte ohne Ursprung. Neben den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge steht die Weise als das Gegenteil: geschlossen, singbar, national verkäuflich. Die Germanistik hat den Text lange als lyrische Prosa der Jahrhundertwende eingeordnet, zwischen Jugendstil und Kriegsromantik. 1914 haben ihn Soldaten im Tornister gehabt; diese Wirkung ist keine Entlastung. In der Bookpedia zählt er als das Buch, an dem sich zeigt, dass eine Reihe eine Ästhetik sein kann, nicht nur ein Preis.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
