Die Verortung der Kultur

Homi K. Bhabha · 1994 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Die Verortung der Kultur
Autor(en): Homi K. Bhabha
Originaltitel: The Location of Culture
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1994
Schlagwörter: Hybridität, Mimikry, Nation, Schwelle
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Stauffenburg


Umfang dieser Ausgabe: 408 Seiten
ISBN: 9783860570333
Verweise


Die Verortung der Kultur erschien 1994, deutsch 2000 bei Stauffenburg. Homi K. Bhabha sammelt Essays, in denen die Kolonie nicht als Spiegel des Westens erscheint, sondern als Schwelle: Nachahmung, die den Herrn unsicher macht, Nation, die nie bei sich ist, Kultur, die im Dazwischen sitzt.

Inhalt

Bhabha liest Fanon, Lacan, die englische Literatur des Empire gegen den Strich einer postkolonialen Kritik, die nur den Blick und die Repräsentation kennt. Mimikry ist nicht Komik; sie ist die fast gelungene Kopie, die den Kolonisator mit einer Differenz konfrontiert, die er selbst verlangt hat: englisch, aber nicht ganz. Der dritte Raum ist keine Harmonie der Kulturen, sondern die Zone, in der Bedeutungen verschoben werden, ohne Ursprung und ohne reines Ziel. Das Unheimliche der Nation: Sie erzählt sich als Ursprung und ist aus Spaltungen gebaut. Hybridität, das meistmissbrauchte Wort des Bandes, meint bei Bhabha keine Mischung zum Ausgleich, sondern die Unmöglichkeit, Kultur als Besitz zu halten.

Das Buch ist dichte Theorieprosa, oft vorwurfsvoll gelobt und gescholten in einem. Wer Bhabha nur als Apostel der Hybridität liest, unterschlägt die Gewalt, die er voraussetzt. Wer nur Orientalismus kennt, unterschlägt, dass hier der Kolonisierte nicht nur gesehen, sondern nachahmend gefährlich wird. Die Literaturwissenschaft hat die Essays zum Kanon gemacht; die Sozialwissenschaft hat den Jargon oft ohne die Lektüre übernommen. Die Gefahr ist die Schwelle als Stil: Jedes Dazwischen wird subversiv. Bhabha ist enger und literarischer.

Die deutsche Ausgabe bei einem romanistischen Verlag hat die Rezeption in der Germanistik verlangsamt und in der Anglistik beschleunigt. Seminare nach 2000 kommen an Mimikry und drittem Raum nicht vorbei. Die Kritik nannte das zu sprachlich, zu wenig Ökonomie, zu Harvard. Wer das Buch als Feier der Mischung liest, hat die Kolonie übersprungen, ohne die es die Schwelle nicht gäbe.

Einordnung

Ohne diesen Band bleibt die postkoloniale Theorie bei Said’schem Blick und Fanon’scher Gewalt, ohne die Unsicherheit der Nachahmung. Bhabha hat ihr die Schwelle gegeben. Wer nach 1994 von Hybridität spricht, als wäre sie ein Produkt, spricht hinter diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.