Die Straße der Ölsardinen

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John Steinbeck · 1945 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Die Straße der Ölsardinen
Autor(en): John Steinbeck
Originaltitel: Cannery Row
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1945
Schlagwörter: Hafen, Außenseiter, Monterey, Nachbarschaft
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 149 Seiten
ISBN: 9783423106252
Verweise
Umschlag

Die Straße der Ölsardinen ist der 1945 erschienene Roman von John Steinbeck, englisch Cannery Row, deutsch zuerst 1946, übersetzt von Rudolf Frank. In zweiunddreißig Kapiteln erzählt er das Hafenviertel von Monterey in Kalifornien, wo die Konservenfabriken stehen, der Chinese Lee Chong fast alles verkauft, Dora Flood ein Bordell führt, das bei der Grippe auch Kinder pflegt, und der Biologe Doc im Labor Western Biological Meerestiere präpariert, Musik hört und einsam bleibt. Steinbeck hat das Buch dem Freund Edward F. Ricketts gewidmet, dem Doc nachgebildet ist. Nach den Früchte des Zorns ist dies das kleine, heitere Gegenstück: dieselben Armen, weniger Anklage, mehr Abend.

Inhalt

Steinbeck nennt die Bewohner Huren, Stromer und Spieler und sagt, man könne mit gleichem Recht Heilige sagen; es komme auf den Standpunkt an. Im Zentrum steht neben Doc die Clique um Mack: Hazel sammelt Seetiere für das Labor, Eddie zapft im La Ida die Reste aus den Gläsern, Hughie und Jones arbeiten gelegentlich in der Fabrik, Gay kommt, wenn die Frau zu sehr prügelt. Sie wohnen in einem Schuppen, den ihnen Lee Chong überlassen hat, nachdem sie andeuteten, sie könnten ihn sonst vor Brand nicht schützen, und nennen ihn Palace Hotel. Doc hilft bei Epidemien, berät, verführt, bleibt der Einzelgänger, der Ratten und Klapperschlangen hält und klassische Platten auflegt. Die Handlung geht gemächlich und in Einschüben: der Franzose Henri, der kein Franzose ist und ein Hausboot baut, das nie ins Wasser darf, weil er die Wellen fürchtet; Sam Malloy und seine Frau im ausrangierten Dampfkessel; die Einbalsamierung des Humoristen Josh Billings.

Mack und die Seinen wollen Doc eine Freude machen, fangen Frösche, die er an Labors verkauft, kaufen bei Chong Schmuck und Essen, räumen das Western Biological, während Doc unterwegs ist, und beginnen ohne ihn zu trinken. Gäste kommen, Streit entsteht, die Wohnung wird zerlegt. Doc ist wütend und gerührt. Er sagt, was das Buch zusammenhält: Edelmut und Anstand führen in dieser Gesellschaft zum Scheitern, Härte und Habgier zum Erfolg; und doch lebe etwas wie Mack überall auf der Welt. Ein zweites Fest wird von Mack, Chong, Dora und der Nachbarschaft gemeinsam vorbereitet, Doc ist gewarnt und anwesend, die Feier gelingt besser und endet wehmütig; das Haus nimmt wieder Schaden. Am Morgen danach liest Doc ein Gedicht, das den Verlust beklagt und das Leben trotzdem bejaht, während die weißen Ratten in den Käfigen hetzen und die Klapperschlangen hinter Glas ins Weite starren.

Zwischen den Festen stehen Grippewellen, bei denen die Frauen aus Doras Haus als Pflegerinnen gehen, Docs Sammelgänge bei Ebbe, seine Nächte mit Musik. Niemand wird erzogen, niemand steigt auf. Die Fabriken geben der Straße den Namen und bleiben Kulisse; was zählt, ist der Umgang derer, die vom Erfolg nichts wollen oder nichts bekommen. Steinbeck romantisert die Armut nicht ganz und auch nicht wenig: Mack ist Diplomat und Dieb, Doc ist gütig und unnahbar, Dora rechnet und herzt. Der Ton ist ironisch, der Satz oft kurz, das Pathos kommt als Zitat und als Blick auf die Schlangen.

Einordnung

Kritiker haben die Nähe zu Steinbecks früherem Tortilla Flat genannt: wieder eine Gruppe, die sich der Nützlichkeit verweigert, wieder die Gefahr, aus Armut eine Idylle zu machen. Nach den Früchten des Zorns, die Kalifornien als Land der Lager und des Zorns erzählten, ist die Cannery Row das andere Kalifornien, dasselbe Jahrzehnt, andere Straße. Doc spricht den Widerspruch aus, den Steinbeck nicht auflöst: Die guten Eigenschaften bewundert man, produziert werden die schlechten. Der Daily Telegraph nannte den Autor derb und mitfühlend; beides sitzt.

1982 verfilmte David S. Ward den Stoff zusammen mit der Fortsetzung Wonniger Donnerstag; Nick Nolte spielte Doc. Der Film holt eine Liebesgeschichte nach, die das erste Buch nicht braucht. dtv hält den schmalen Band; er bleibt der Ort, an dem Steinbeck die große Form ruhen lässt und trotzdem den Satz über den Verkauf der Seelen unterbringt. Wer nach Monterey fährt, findet Gedenktafeln und Touristen; im Buch hetzen noch die Ratten, und Doc räumt allein auf.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.