Die Stadt der Blinden
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Stadt der Blinden |
| Autor(en): | José Saramago |
| Originaltitel: | Ensaio sobre a cegueira |
| Originalsprache: | portugiesisch |
| Erstveröffentlichung: | 1995 |
| Schlagwörter: | Blindheit, Quarantäne, Stadt, Menschlichkeit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 398 Seiten |
| ISBN: | 9783499224676 |
| Verweise | |
Die Stadt der Blinden ist der 1995 erschienene Roman von José Saramago, im Original Ensaio sobre a cegueira, wörtlich ein Aufsatz über die Blindheit. Eine milchweiße Seuche erfasst eine namenlose Stadt, die Behörden sperren die Erkrankten ein, die Zivilisation fällt in Tagen. Saramago hat keine Namen vergeben, weder für Menschen noch für Orte, und die Rede ohne Anführungszeichen in den Satz gezogen. Der portugiesische Nobelpreisträger hat daraus kein Rätsel gemacht, sondern eine Probe auf das, was übrig bleibt, wenn das Sehen ausfällt. Die deutsche Übersetzung von Ray-Güde Mertin erschien 1997.
Inhalt
An einer Ampel erblindet ein Autofahrer, milchweiß, ohne Vorwarnung. Wer ihm hilft – der Dieb des Wagens, der Augenarzt, Patienten im Wartezimmer –, erblindet nach. Die Regierung treibt die Betroffenen in eine leerstehende Anstalt und lässt Soldaten schießen, sobald jemand die Grenze überschreitet. Unter den Internierten ist die Frau des Arztes, die sehen kann und die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um den Mann nicht allein zu lassen. Sie sagt es nicht, aus Angst, zur Magd gemacht zu werden, und führt die Gruppe im Verborgenen: den Arzt, den ersten Blinden, das Mädchen mit der dunklen Brille, den Jungen mit dem Schielen, den alten Mann mit der Augenklappe.
Die Anstalt füllt sich, Wasser und Latrinen versagen, der Dreck steigt. Eine Bande übernimmt die Essensausgabe und zwingt die übrigen Stationen zu Tribut und Körper. Die Frau des Arztes tötet den Anführer; es kommt zum Brand, die Internierten fliehen und finden keine Wachen mehr. Draußen ist die ganze Stadt blind. Es gibt keinen Strom, kein Wasser, Haufen von Unrat, Menschen, die nach Essen tasten. Die Sehende führt ihre kleine Gruppe durch Straßen, die sie allein kennt, findet Nahrung, ein Haus, einen Rest von Ordnung. Der Roman beschreibt Hunger, Scham und Gewalt, ohne die Figuren zu Helden zu machen; er lässt sie teilen, streiten und weitergehen.
Unversehens sieht der erste Blinde wieder, dann die anderen. Die milchweiße Fläche weicht, als wäre sie ein Zustand gewesen, kein Keim. Die Frau des Arztes, die als einzige nie erblindet ist, weint, weil das Wiedersehen die Stadt nicht erklärt. Saramago schließt nicht mit einer Lehre, sondern mit der Rückkehr des Lichts, das niemand verdient hat und das niemand zu deuten weiß. Die Fortsetzung Die Stadt der Sehenden nimmt dieselben Figuren wieder auf, erzählt aber eine andere Probe: das Weiß der Wahlzettel, nicht das Weiß der Augen.
Einordnung
Saramago hat die Blindheit als Bild für die Blindheit des Herzens gesetzt, für die Unfähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, sobald die Ausnahme zur Regel wird. Der Text steht Camus' Die Pest näher als dem Katastrophenroman: Die Seuche prüft das Gemeinwesen, nicht die Medizin. Die fehlenden Namen und die fließende Rede erzeugen eine Fläche, die der milchweißen Sicht der Erkrankten entspricht; wer liest, tastet mit. Humor sitzt in Volksweisheiten und in der Hartnäckigkeit der Frau, die sieht und schweigt. 1998 erhielt Saramago den Nobelpreis; dieses Buch hat den Ruhm mitgetragen.
Fernando Meirelles verfilmte den Stoff 2008 mit Julianne Moore und Mark Ruffalo; der Film musste Bilder finden, wo der Roman die weiße Fläche lässt, und hat damit die Härte gezeigt, die auf der Seite noch durch den Satz gefiltert ist. Eine Oper nach dem Buch kam 2011 in Zürich heraus. Wer Saramago nur als Erzähler iberischer Geschichte kennt, findet hier das Gleichnis; wer nur das Gleichnis sucht, findet den Schmutz der Anstalt. Die Rowohlt-Taschenbuchausgabe ist die gängige deutsche Form.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
