Die Päpstin
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Päpstin |
| Autor(en): | Donna Woolfolk Cross |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Aufbau |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1996 |
| Seitenanzahl: | 566 Seiten |
| Originaltitel: | Pope Joan |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3746614007 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783746614007 |
| Schlagwörter: | Kirche, Verkleidung, Wissen, Rom |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Päpstin ist der historische Roman von Donna Woolfolk Cross, 1996 auf Englisch unter dem Titel Pope Joan erschienen, deutsch im selben Jahr bei Rütten und Loening in der Übersetzung von Wolfgang Neuhaus. Cross nimmt die mittelalterliche Legende der Päpstin Johanna und erzählt daraus das Leben eines Mädchens, das lesen will, als Mann überlebt und durch Zufall und Können auf den Stuhl Petri gerät. Der Anhang diskutiert Quellen der Sage; der Roman selbst ist Erfindung um Rahmendaten. In Deutschland wurde das Buch ein außerordentlicher Verkaufserfolg und landete 2004 bei »Unsere Besten« auf Platz 10. Es hat die Legende populärer gemacht als manche gelehrte Abhandlung.
Inhalt
Im Winter 814 kommt Johanna in Ingelheim als Tochter des Dorfpriesters und der heidnischen Sächsin Gudrun zur Welt. Der Bruder Matthias lehrt sie lesen und stirbt am Fieber; der Vater flucht, Gott habe das falsche Kind genommen. Der griechische Lehrer Aeskulapius unterrichtet Johanna und den widerwilligen Bruder Johannes in Latein, Griechisch und Philosophie und schenkt ihr Homer. Der Vater ertappt sie beim verbotenen Buch und prügelt sie fast tot. Ein Bote der Schule in Dorstadt soll Johanna holen; der Vater schickt Johannes. Johanna flieht nach, findet den Boten erschlagen, erreicht mit dem Bruder die Domschule. Der Bischof ist von ihrem Wissen begeistert; als Mädchen darf sie nicht im Stift wohnen und kommt auf das Gut des Markgrafen Gerold. Zwischen beiden wächst Zuneigung. Gerolds Frau Richild erzwingt in seiner Abwesenheit Johannas Heirat mit dem Schmiedsohn. Bei der Hochzeit überfallen Normannen den Ort; Johannes stirbt, Johanna überlebt allein.
In der Kleidung des Bruders tritt sie als Johannes Anglicus ins Kloster Fulda, lernt Heilkunde, wird Priester. Der Vater erkennt sie auf einem Besuch und stirbt, bevor er das Geheimnis ausstoßen kann. Als die Pest kommt, flieht Johanna, um als Frau nicht entdeckt zu werden, und geht nach Rom. Sie heilt Papst Sergius von der Gicht, wird Leibarzt, gerät in die Intrigen von Sergius’ Bruder Benedikt und sitzt im Kerker, bis der Papst sie wieder braucht. Sie konstruiert ein Wasserwerk, das die Türen von St. Peter schließt und Kaiser Lothar beeindruckt. Gerold bleibt in Italien. Sarazenen plündern die ungeschützte Peterskirche; Sergius stirbt. Leo baut Mauern; der ehrgeizige Anastasius legt Feuer, wird exkommuniziert; sein Vater vergiftet Leo. Das Volk wählt Johanna zum Papst.
Johanna sorgt für die Armen, rettet bei einem Hochwasser, strandet mit Gerold in einem Haus; sie wird schwanger, die Abtreibung misslingt. Auf der österlichen Prozession wird Gerold in einer von Anastasius angestifteten Messerstecherei tödlich verletzt. Johanna kommt nieder und stirbt. Anastasius unterschlägt sie im Liber Pontificalis; eine Frau, der Johanna einst half, fügt das Pontifikat als Mann verkleidet in eine Abschrift ein. Cross erzählt das als Kette von Zufällen und Zwängen: Nicht der Ehrgeiz auf die Tiara treibt Johanna, sondern der Wille, zu wissen und zu heilen, in einer Ordnung, die beides Frauen verbietet. Der Tod auf der Straße ist das Ende der Legende, das der Roman nicht schönt.
Einordnung
Cross hat eine Gelehrtenlegende in einen Roman der unsichtbaren Schranke verwandelt: Bildung ist männlich, der Körper verrät, Rom ist eine Falle aus Frömmigkeit und Gift. Historiker haben Anachronismen (Marzipan, Truthahn, Mais) und die Verzeichnung Ingelheims als Wildnis gerügt; Leserinnen haben die Wut über den ausgeschlossenen Verstand gelobt. Der Anhang will ernst genommen werden und bleibt populärwissenschaftlich. Neben Noah Gordons Der Medicus steht das Buch in der Reihe der historischen Romane, die Heilkunde als Weg durch eine Männerwelt erzählen; Cross ist kirchennäher und legendengläubiger.
Sönke Wortmann verfilmte 2009 mit Johanna Wokalek; es folgten Musical, Schauspiel und Ballett. Die Legende der Päpstin ist älter als Cross und bleibt unbewiesen; der Roman hat sie in Deutschland zur Gewissheit vieler Leser gemacht, was keine kleine Wirkung und ein Missverständnis ist. Wer nach 1996 über Johanna spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für eine Quelle hält, hat den Anhang nicht von der Erfindung getrennt. Die angegebene Aufbau-Taschenbuchausgabe trägt die Übersetzung, die den Erfolg gemacht hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
