Der Medicus
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Medicus |
| Autor(en): | Noah Gordon |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Heyne |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1986 |
| Seitenanzahl: | 845 Seiten |
| Originaltitel: | The Physician |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3453503945 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783453503946 |
| Schlagwörter: | Heilkunst, Mittelalter, Isfahan, Lehrzeit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Medicus ist ein historischer Roman von Noah Gordon, 1986 auf Englisch unter dem Titel The Physician erschienen, deutsch zuerst bei Droemer Knaur, später als Taschenbuch weit verbreitet. Ein englischer Waise des elften Jahrhunderts wird Barbier-Chirurg, tarnt sich als Jude und wandert nach Isfahan, um bei Ibn Sina, dem lateinisch Avicenna genannten Arzt, zu lernen. Gordon hat den Lehrroman mit Reise, Pest, Liebe und Religionsgrenze verbunden. Das Buch wurde im deutschsprachigen Raum ein großer Lesererfolg, größer als in den Vereinigten Staaten. Es erzählt die Heilkunst als Handwerk und als Sehnsucht, den Körper zu verstehen.
Inhalt
Rob Cole verliert in London die Eltern, besitzt die Gabe, den nahen Tod zu spüren, und kommt zum Barbier-Chirurgen Barber, einem fahrenden Heiler, der Zähne zieht, Wunden näht und das Volk unterhält. Rob lernt die grobe Praxis, will aber mehr als Aderlass und Theater. Christen ist das Studium der Medizin an manchen Orten verwehrt oder begrenzt; Juden dürfen weiter. Rob nimmt den Namen Jesse ben Benjamin an, lernt Bräuche und Sprache, reist über Kleinasien nach Persien. Unterwegs begegnet er Mary Cullen, später seiner Frau, und überlebt Räuber, Hunger, die Härte der Karawane, die aus dem Lehrling einen Reisenden macht.
In Isfahan wird er Schüler des Ibn Sina, der Klinik, Philosophie und Zweifelskunst verbindet. Gordon schildert den Unterricht, die Anatomie, die er heimlich am Toten übt, die Streitigkeiten der Schulen, die Pest, die die Stadt trifft. Rob/Jesse liebt, heiratet, verliert Kinder, steht zwischen den Religionen, weil die Tarnung ihn rettet und belastet. Ein gegnerischer Mächtiger bedroht die Schule; Ibn Sina stirbt; Rob muss fliehen. Die Heilkunst bleibt unvollständig, ein Wissen, das den Tod nicht aufhebt, aber die Angst vor ihm benennbar macht.
Die Rückkehr nach England ist keine Heimkehr in denselben Ort. Rob praktiziert, setzt durch, was er gelernt hat, und bleibt der Mann, der zwei Namen trägt. Gordon schließt mit dem Weitergeben der Kunst, nicht mit einem Wunder. Die Gabe, den Tod zu spüren, begleitet ihn als Fluch und Werkzeug. Mary hält die Familie; der Barbier der Kindheit bleibt die erste Schule. Wer heilen will, so der Roman, muss reisen, lügen dürfen und den Körper ernst nehmen, den die Theologie oft nur als Hülle denkt.
Einordnung
Gordon hat den historischen Unterhaltungsroman auf die Medizin gelegt, näher beim Lehrling als beim König. Historiker haben die Leichtigkeit der Tarnung und manche Wege getadelt; Leser haben die Lehrjahre geglaubt. Im deutschen Sprachraum wirkte das Buch stärker als viele ernstere Mittelalterromane, vielleicht weil es Wissen als Abenteuer erzählt und den Leser bei der Wunde abholt, nicht beim Hof. 2013 kam eine Verfilmung mit Tom Payne; Fortsetzungen (Die Erben des Medicus) schrieben die Familie weiter. Heyne hält den dicken Taschenbuchband, der in Bahn und Krankenhausregal gleichermaßen liegt.
Neben Folletts Die Säulen der Erde steht hier nicht der Stein, sondern der Leib. Gordon predigt keine Konfession, er zeigt, was Christen, Juden und Muslime an Heilkunst einander schulden, ohne die Gewalt der Grenzen zu leugnen, und ohne die Tarnung zur bloßen List zu verharmlosen. Wer nach 1986 den Arztroman historisch wollte, fand in Rob Cole das Muster: Waise, Meister, Ferne, Rückkehr. Das Buch hat die Medizin populär erzählt, ohne sie zur Magie zu machen, und hat damit Leser gewonnen, die keinen historischen Roman suchten. Avicennas Name trägt die Erinnerung, dass Europa nicht der einzige Ort des Wissens war.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
