Die Kameliendame

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Kameliendame
Autor(en): Alexandre Dumas der Jüngere
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1848
Seitenanzahl: 269 Seiten
Originaltitel: La Dame aux camélias
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3423137088
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423137089
Schlagwörter: Kurtisane, Paris, Opfer, Krankheit
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Kameliendame von Alexandre Dumas dem Jüngeren erschien 1848, kurz nach der Februarrevolution, und macht aus der Kurtisane Marie Duplessis, die Dumas geliebt hatte und die 1847 an der Schwindsucht gestorben war, die Figur Marguerite Gautier. Der Sohn des älteren Dumas schreibt einen Roman der Halbwelt, der die vornehme Gesellschaft bei der Auktion und am Sterbebett überführt. Kamelien trägt Marguerite, weiß oder rot, nach den Tagen, an denen sie empfängt. Das Buch wurde zum Bühnenerfolg des Autors und zur Vorlage von Verdis La Traviata. Die rührende Opfergeschichte hat eine scharfe Ökonomie: Liebe kostet, und der Vater des Geliebten rechnet mit der Familie.

Inhalt

Ein Ich-Erzähler kauft auf einer Nachlassauktion ein Buch mit Widmung, trifft Armand Duval, der vor Gram krank ist, und erhält von ihm die Geschichte. Armand, junger Mann aus der Provinz, sieht Marguerite im Theater, sendet Geld nach einer Krankheit, wird zugelassen. Sie lebt von Gönnern, voran dem alten Herzog und dem Grafen de Giray, gibt Feste, hustet Blut in die Serviette und lacht darüber. Armand will sie ganz; sie will nicht arm und nicht allein sein. In Bougival mieten sie ein Haus, die Schulden laufen weiter, Marguerite verkauft Wagen und Schmuck. Für eine Weile scheint die Liebe die Rechnung zu ersetzen.

Armands Vater erscheint, ein achtbarer Mann, und bittet Marguerite, den Sohn freizugeben: die Schwester stehe vor einer Heirat, die der Skandal zerstören würde. Marguerite opfert sich, schreibt Armand einen kalten Brief, kehrt nach Paris in die alte Wirtschaft zurück. Armand glaubt sich betrogen, demütigt sie öffentlich, wirft ihr Geld ins Gesicht. Sie siecht. Nur die Freundin Prudence und der treue Gaston halten zu ihr; Armand erfährt die Wahrheit zu spät, eilt herbei, findet sie lebend und verliert sie. Sie stirbt, 23 Jahre alt, nachdem sie das Tagebuch für ihn geführt hat. Der Vater bereut; die Gesellschaft hat bekommen, was sie wollte: Anstand nach außen, eine Tote nach innen.

Dumas rahmt die Beichte durch Auktion, Grab, Exhumierung – Armand lässt den Sarg öffnen, um das Gesicht zu sehen – und durch den kühlen Bericht des Erzählers, der die Papiere ordnet. Die Halbwelt erscheint als Betrieb: Loge, Abendessen, Schulden, die Kameliengärtnerei, die Hierarchie der Mätressen. Marguerite ist nicht unschuldig und nicht käuflich im einfachen Sinn; sie rechnet und gibt den Rest, den die Rechnung nicht deckt. Armand ist eifersüchtig, unreif, grausam, erst am Grab der Liebende, der sie verdient hätte. Die Schwindsucht liefert den Termin, nicht die Moral.

Einordnung

Der Roman steht zwischen romantischem Opfer und realistischem Sittenbild. Zola und die Naturalisten haben die Kurtisane später härter genommen; Dumas gibt ihr Stimme und Tagebuch und lässt die gute Gesellschaft den Preis bestimmen. Die Bühnenfassung von 1852 umging die Zensur, Verdis Oper von 1853 machte Violetta zur Stimme Europas. Filme von Garbo bis zur Gegenwart haben Husten und Kamelie zum Zeichen gemacht, oft ohne die Auktion, die das Buch eröffnet: auch die Tote wird noch verkauft.

Deutsche dtv- und Insel-Ausgaben halten den schmalen Roman greifbar; Reclam hat daneben eine sehr kurze Fassung, die man meiden sollte. Wer nur die Oper kennt, trifft im Buch den Vater als Verhandler und Armand als Mann, der erst liebt, wenn er zerstört hat. Neben Zolas Nana und den Pariser Frauenromanen des Jahrhunderts bleibt Die Kameliendame das Stück, das Mitleid und Rechnung nicht trennt. Die rührende Tote ist eine Geschäftsfrau gewesen; genau das macht ihre letzte Hingabe teuer.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.