Die Hoffnungslosigkeit umarmen
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Hoffnungslosigkeit umarmen |
| Autor(en): | Miguel A. De La Torre |
| Originaltitel: | Embracing Hopelessness |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2017 |
| Schlagwörter: | Hoffnung, Befreiung, Praxis, Leid |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fortress Press
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| Umfang dieser Ausgabe: | 175 Seiten |
| ISBN: | 9781506433417 |
| Verweise | |
Die Hoffnungslosigkeit umarmen (englisch Embracing Hopelessness) ist das 2017 bei Fortress Press in Minneapolis erschienene theologische Buch des US-amerikanischen Sozialethikers Miguel A. De La Torre. Es schließt eine Trilogie ab, die mit einer lateinamerikanischen Sozialethik gegen ein auf Europa zentriertes Moraldenken und mit einer politischen Theologie des Jesús begonnen hatte. De La Torre lehrt an der Iliff School of Theology in Denver. Eine deutsche Ausgabe gibt es nicht; der Titel überträgt das Programm wörtlich. Das Buch hat innerhalb der Befreiungstheologie eine scharfe Stellung bezogen: Hoffnung, die auf eine gelenkte Heilsgeschichte setzt, gilt ihm als Hindernis der Praxis.
Inhalt
De La Torre schreibt gegen die europäische Theologie der Hoffnung, gegen Heilsgeschichten, die Leiden in Fortschritt umdeuten, und gegen den Glauben, Erinnerung und Vergebung heilten von selbst. Hoffnung, die das Kommende schon besitzt, beruhigt die, die nicht leiden, und verpflichtet die Leidenden auf Geduld. Dagegen setzt er das Umarmen der Hoffnungslosigkeit: den Mut, die Gegenwart als Hölle zu nehmen und trotzdem zu handeln, obwohl die Wahrscheinlichkeit der Niederlage größer ist als die des Gelingens. Weil die Zukunft nicht festliegt und nicht lesbar ist, bleibt nur die befreiende Tat im Jetzt – und die schmale Hoffnung, dass sie nicht vergebens sei. Gegen die Fixierung auf rechte Lehre (Orthodoxie) stellt er die rechte Praxis.
Fünf Orte tragen die Behauptung. An der entmilitarisierten Zone in Korea, am Ort des Massakers von Sand Creek, im Lager Dachau, in einer Kirche in Charleston nach einem rassistischen Anschlag und an der mexikanischen Grenze reist De La Torre mit Menschen, die zu den Verfolgten der jeweiligen Geschichte gehören. Er liest Georg Wilhelm Friedrich Hegels Geschichtsphilosophie als Ausschlussmaschine, die christliche Heilsgeschichte als Rechtfertigung von Vernichtung, Jürgen Moltmanns Hoffnung gegen Elie Wiesels Auschwitz, Rassismus im amerikanischen Auserwähltheitsglauben und die Krise der Einwanderung. Das vorletzte Kapitel trägt den derben Titel einer spanischen Wendung, joder: eine Ethik des Störens, des Verhöhnens der Ordnung, die keine bessere Zukunft garantiert, aber die gegenwärtige nicht heiligspricht. Ein poetischer Epilog schließt, ohne den Trost nachzuliefern, den das Buch verweigert hat.
Unsicher wird die Argumentation, wo Hoffnungslosigkeit zur Pflicht und Hoffnung zur Naivität der Privilegierten gerät. Seelsorgerliche Stimmen haben eingewandt, Gemeinden bräuchten Zuspruch, nicht nur den Befehl, die Hölle anzunehmen. Prozessdenker haben versucht, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit zu versöhnen. De La Torre kennt Miguel de Unamunos Paradox des Unglaubens und lässt es stehen. Die Gegenposition Moltmanns – Hoffnung als Widerstand gegen den Tod – kommt als europäische Geste vor, die Auschwitz nicht aushält. Der Ton ist der eines Reisenden und Polemikers, der Theorie an Körpern misst. Innerhalb der Theologie nach der Kolonialherrschaft ist das eine Spitze, kein Konsens. Die Gefahr ist, aus der Absage an Heilsgeschichte eine neue Lehre zu machen, die wieder weiß, was die Unterdrückten zu fühlen haben.
Einordnung
Das Buch gehört zur Befreiungstheologie der lateinamerikanischen Diaspora in den Vereinigten Staaten und zur Kritik weißer Hoffnungstheologie. Es steht neben Moltmanns Theologie der Hoffnung als deren Widerruf und neben Wiesels Zeugnis, das De La Torre gegen die Theodizee liest. Nachbarschaft hat es zur Debatte um Klima und Zukunft, in der Hoffnung neuerdings wieder als Problem gilt, nicht nur als Tugend.
Die Aufnahme war geteilt: pastoraltheologische Antworten, Gespräche über Hoffnungslosigkeit, Versuche einer Prozesstheologie der Solidarität. Geblieben ist der Satz, Hoffnungslosigkeit sei Mut zur Wirklichkeit, und die Ethik des Störens. Wer nach 2017 über Hoffnung, Befreiung und die Heilsgeschichte der Sieger spricht, spricht hinter diesem schmalen Band oder gegen ihn. Die Minneapolis-Ausgabe hat den Zorn festgehalten; er ist an die Orte gebunden, die das Buch durchwandert.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
