Die H2-Revolution

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die H2-Revolution
Autor(en): Jeremy Rifkin
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Campus
Serie:
Erscheinungsjahr: 2002
Seitenanzahl: 304 Seiten
Originaltitel: The Hydrogen Economy
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3593370972
ISBN-13/

EAN-Code:

9783593370972
Schlagwörter: Wasserstoff, Öl, Energie, Weltwirtschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Rezensionen
Umschlag

Die H2-Revolution (englisch The Hydrogen Economy) ist das 2002 bei Tarcher/Putnam erschienene Sachbuch von Jeremy Rifkin über das Ende des Ölzeitalters und den Wasserstoff als Träger einer anderen Energiewirtschaft. Der amerikanische Ökonom und Gesellschaftskritiker, Berater europäischer Regierungen, warnt vor schwindenden Reserven, steigenden Preisen, Kriegen um Fördergebiete und einer Weltordnung, die den Zugang zu fossiler Energie mit Wohlstand gleichsetzt. Die Alternative, die er anbietet, heißt Wasserstoff: nicht als magische Quelle, sondern als Speicher und Verteiler, erzeugt aus Wasser und Strom, nutzbar in Brennstoffzellen, dezentral statt in den Händen weniger Förderstaaten. Die deutsche Ausgabe erschien 2002 bei Campus mit dem Untertitel, was geschieht, wenn es kein Öl mehr gibt, und dem Versprechen einer gerechteren Weltwirtschaft.

Inhalt

Rifkin schreibt gegen die Trägheit der Ölwirtschaft, die jede Warnung als Panik abtut, und gegen eine Atom- und Kohlerhetorik, die denselben Zentralismus in anderen Brennstäben fortsetzt. Wasserstoff ist das häufigste Element, aber er liegt nicht als Brennstoff herum: man muss ihn herstellen, und die Herstellung kostet Energie. Rifkin setzt darauf, dass erneuerbarer Strom diese Energie liefern kann und dass Millionen kleiner Erzeuger – Dächer, Gemeinden, Fahrzeuge als Kraftwerke – das Monopol der Förderländer und Großkraftwerke brechen. Die gerechte Weltwirtschaft des Untertitels meint genau das: Länder ohne Ölquellen könnten Energie erzeugen, statt sie zu kaufen. Die Geopolitik des Öls, von der Rifkin Kriege und Erpressung ableitet, würde einer Chemie weichen, die überall möglich ist, wenn der Strom sauber ist.

Der Band mischt Prognose, Technikskizze und Moral. Gegenposition ist jede Energiewirtschaft, die Wasserstoff für eine Verpackung hält, deren Inhalt teurer ist als der Nutzen, und jede Kritik, die Rifkin vorwirft, er verkaufe eine Infrastrukturrevolution als Naturgesetz. Wasserstoffauto, Brennstoffzelle, dezentrales Netz – vieles war 2002 näher am Versprechen als am Alltag, und die folgenden Jahre haben das zu einem Teil bestätigt: der Träger blieb aufwendig, die Erzeugung oft selbst fossil, die Autos seltener als gedacht. Rifkin hat später andere Träger und denselben dezentralen Impuls vertreten; die H2-Revolution ist die zugespitzteste Fassung. Wer nur die Technik will, findet wenig Labor und viel Zukunftssatz. Wer nur die Warnung vor dem Öl will, unterschlägt, dass Rifkin eine positive Utopie braucht, damit die Warnung nicht in die Steinzeit führt, von der der Klappentext spricht.

Unsicher wird das Buch, wo die Revolution schon im Titel steht und die Widerstände der bestehenden Netze zu kurz kommen. Campus hat den Band in die deutsche Energiedebatte der rot-grünen Jahre gespeist, neben das Erneuerbare-Energien-Gesetz und neben eine Industrie, die Wasserstoff seither mal als Heilsbringer, mal als Sackgasse behandelt. Rifkin ist Redner, nicht Ingenieur; die Stärke liegt in der Kopplung von Energieform und Gesellschaftsform, die Schwäche in der Geschwindigkeit, mit der aus einer Möglichkeit eine Epoche wird. H2 bleibt eine Formel, keine Garantie.

Einordnung

2002 hat Rifkin der öffentlichen Rede über das Ende des Öls ein griffiges Bild gegeben: nicht Verzicht, sondern Wechsel des Trägers, nicht Askese, sondern andere Gerechtigkeit. Das Buch steht in der Reihe seiner Zeitdiagnosen über Arbeit, Technik und Eigentum und neben einer ökologischen Ökonomie, die Dezentralität für emanzipatorisch hält. Nachbarschaft hat der Text zu jeder Wasserstoffstrategie, die Regierungen seither aufgelegt haben, oft ohne Rifkins Gesellschaftstheorie, und zu jeder Kritik, die denselben Träger für eine Ausrede der fossilen Industrie nimmt. Wer nach Rifkin über Energie nur als Menge spricht, hat die Frage der Verteilung nicht gestellt. Die Revolution ist ausgeblieben; die Frage, wer den Strom besitzt, mit dem man Wasserstoff macht, ist geblieben.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.