Die Falschmünzer

André Gide · 1925 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Falschmünzer
Autor(en): André Gide
Originaltitel: Les Faux-Monnayeurs
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1925
Schlagwörter: Fälschung, Jugend, Roman, Paris
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 9783423122085
Verweise


Die Falschmünzer ist der Roman von André Gide, 1925 erschienen, der einzige, den er selbst als Roman bezeichnet hat. Paris, Gymnasiasten, Literaten, falsches Geld, ein Selbstmord: Die Fabel ist stoffreich, die Form ist die Probe. Der Schriftsteller Edouard schreibt an einem Buch namens Die Falschmünzer, während Gide dasselbe tut; 1926 legte er das Tagebuch der Falschmünzer nach, die Werkstatt neben dem Werk. Der Nobelpreis von 1947 hat den Namen festgemacht; dieses Buch bleibt die Form, an der Gide sich messen ließ.

Inhalt

Bernard Profitendieu findet Briefe, die beweisen, dass der Mann, den er Vater nannte, nicht der Vater ist. Er verlässt das Haus, trifft Olivier Molinier, dessen Onkel Edouard gerade nach Paris kommt, und schlägt sich auf die Seite derer, die leben wollen, ohne die Fassade der Eltern. Oliviers Bruder Vincent hat die entfernte Cousine Laura geschwängert und drückt sich; Laura, verlassen, begegnet Edouard. Der Erfolgsschriftsteller Robert de Passavant wirbt um Olivier mit Eleganz und Berechnung. Zwischen den Jungen, den Frauen und den Literaten entsteht ein Netz aus Hilfe, Eifersucht, Begehren und Lüge, in dem niemand nur Opfer ist.

Edouard führt Tagebuch über den Roman, den er schreiben will: über Echtheit, über das Falsche in der Moral, über die Schwierigkeit, Figuren frei zu lassen. Gide schiebt diese Hefte in den Text, Briefe, Dialoge, Berichte; der Leser setzt zusammen, was keine allwissende Stimme ordnet. Unterdessen läuft ein zweiter, handfester Betrug: Schuljungen, darunter Oliviers kleiner Bruder Georges, geraten an falsche Münzen und an den zynischen Strouvilhou. Das falsche Geld ist keine Metapher allein. Es zirkuliert, es kauft, es verrät.

Im düsteren Schluss stirbt der Knabe Boris, Enkel des alten La Pérouse, nach einem verabredeten Spiel mit der Pistole, das Ernst wird. Der alte Mann fragt, ob Gott schweigt oder ob Teufel und Gott dasselbe sind. Edouard notiert weiter. Bernard findet eine Art Frieden, ohne dass die Rechnung aufginge. Der Roman endet nicht mit einer Moral, sondern mit der Weigerung, eine zu liefern. Wer Fälschung nur als Münze versteht, hat Laura und Olivier nicht gelesen; wer sie nur als Seele versteht, hat Georges’ Geld nicht gesehen.

Einordnung

Gide hat den Roman im Roman zur Probe auf die Wahrhaftigkeit gemacht. Was Proust mit der Zeit tat, tut dieses Buch mit der Moral: Aufrichtigkeit kann Inszenierung sein, und die Inszenierung kann die einzige Ehrlichkeit bleiben. Der Roman, der sich selbst schreibt, ist hier keine Spielerei, sondern der Gegenstand. Neben Flauberts L’Éducation sentimentale steht es als das spätere Buch eines jungen Mannes in Paris, der die Geschichte verfehlt, nur dass Gide die Verfehlung zur Methode erklärt.

Man hat den Band zum Skandal der Jugend und zum Lehrbuch der Moderne gemacht. Die homosexuelle Erotik, der Selbstmord, das Falschgeld haben Zensoren und Bewunderer gleichermaßen beschäftigt. Wer nur das Experiment sucht, unterschlägt Boris. Wer nur die Sitten sucht, unterschlägt Edouards Hefte. Die dtv-Ausgabe legt das Entstehungstagebuch daneben; beide Bücher lesen sich als eines, ohne dass eines das andere erklärt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.