Die Druckerpresse
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Druckerpresse |
| Autor(en): | Elizabeth L. Eisenstein |
| Originaltitel: | The Printing Press as an Agent of Change. Communications and Cultural Transformations in Early-Modern Europe |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1979 |
| Schlagwörter: | Buchdruck, Reformation, Wissenschaft, Medienwechsel |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Buchwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Cambridge University Press |
| Erscheinungsort: | The Printing Press as an Agent of Change |
| Umfang dieser Ausgabe: | 794 Seiten |
| ISBN: | 9780521299558 |
| Verweise | |
Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa ist die deutsche Fassung von Elizabeth L. Eisensteins zweibändigem Werk The Printing Press as an Agent of Change (Cambridge 1979; gekürzt 1983 als The Printing Revolution in Early Modern Europe). Eisenstein beschreibt den Übergang von der Handschriftenkultur zur Druckkultur als eine unterschätzte Revolution: nicht nur mehr Exemplare, sondern andere Weisen, Wissen zu fixieren, zu vergleichen, zu standardisieren und gegen das Vergessen zu halten. Gegen die bloße Gutenberg-Anekdote setzt sie eine Theorie des Medienwechsels, die Reformation, Renaissance und wissenschaftliche Revolution an dieselbe Presse bindet.
Inhalt
Eisenstein unterscheidet die Kultur des Manuskripts – Unikate, Varianten, das geduldige Abschreiben, das Wissen, das mit dem Exemplar wandert – von der Kultur des Drucks: Typen, Auflagen, Errata, das Titelblatt, die Möglichkeit, zwei Ausgaben nebeneinanderzulegen. Was sich ändert, ist nicht nur die Menge. Es ändert sich, was als dasselbe Buch gelten kann. Standardisierung, Verbreitung und Bewahrung sind bei ihr keine technischen Nebeneffekte, sondern die Bedingungen, unter denen gelehrte Streitigkeiten, Konfessionen und Naturbeobachtungen eine andere Zeitlichkeit bekommen.
Die Reformation erscheint als Druckereignis: Flugschriften, Bibeln in der Volkssprache, die Unmöglichkeit, ein Verbot durchzusetzen, das den Nachdruck nicht einholt. Die wissenschaftliche Revolution erscheint als Vergleichbarkeit: Tabellen, Diagramme, das Experiment, das man nachdrucken und kritisieren kann, statt es als Handschrift in einer Truhe zu lassen. Renaissancephilologie braucht den festen Text, an dem Varianten sichtbar werden. Eisenstein übertreibt mitunter den Bruch; die Forschung hat die Kontinuitäten der Skriptorien und die Langsamkeit der Alphabetisierung nachgetragen. Das Buch bleibt die Behauptung, dass McLuhans Galaxis historisch benannt werden muss.
Der Ton ist gelehrt, amerikanisch, polemisch gegen eine Geschichtsschreibung, die den Druck als Hintergrund behandelt. Eisenstein schreibt gegen Marshall McLuhan, indem sie ihn ernst nimmt: nicht die globale Metapher, sondern Archive, Offizinen, gelehrte Praktiken. Die deutsche Ausgabe hat den Block gekürzt und unter einem Titel versammelt, der die Presse selbst zum Subjekt macht. Wer nur Gutenberg als Erfinder kennt, hat die Agentin des Wandels nicht gelesen, die Eisenstein in der Presse sieht – einer Technik, die Handelnde erzeugt, ohne selbst zu denken.
Einordnung
Neben der Gutenberg-Galaxis und Walter J. Ongs Oralität und Literalität ist dies das historische Gegenstück zur Medientheorie, das Daten und Jahrhunderte verlangt. Febvre und Henri-Jean Martin hatten das Buch als Ware und Handwerk beschrieben; Eisenstein hat den Kulturbruch schärfer behauptet. Die Kritik an der „unacknowledged revolution“ hat das Fach gezwungen, den Druck zu datieren, statt ihn vorauszusetzen. Im Essay zur Gutenberg-Galaxis steht der Band als das Werk, das die Presse aus der Metapher zurück in die Offizin holt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
