Die Brüder Löwenherz
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Brüder Löwenherz |
| Autor(en): | Astrid Lindgren |
| Originaltitel: | Bröderna Lejonhjärta |
| Originalsprache: | schwedisch |
| Erstveröffentlichung: | 1973 |
| Schlagwörter: | Brüder, Tod, Tyrann, Mut |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 238 Seiten |
| ISBN: | 9783423708807 |
| Verweise | |
Die Brüder Löwenherz ist das Kinderbuch von Astrid Lindgren, 1973 in Schweden erschienen, deutsch im Jahr darauf bei Oetinger in der Übertragung von Anna-Liese Kornitzky, mit Bildern von Ilon Wikland. Ein kranker Junge hört vom älteren Bruder, dass nach dem Tod das Land Nangijala warte, und beide kommen früher dorthin, als sie gedacht haben. Lindgren hat ein Buch über den Tod geschrieben, das Kinder ernst nimmt: keine Umschreibung, keine fromme Tröstung, sondern Abenteuer, Angst und die Frage, ob Mut ansteckend ist. Der Band polarisierte, weil er sterbende Kinder in den Mittelpunkt stellt; er bleibt ihr dunkelstes und zugleich zärtlichstes Werk. Die Brüder heißen Jonathan und Karl, und Karl erzählt.
Inhalt
Karl Löwe, genannt Krümel, liegt in der Küche auf dem Sofa und weiß, dass er nicht alt wird; die Mutter arbeitet, der ältere Bruder Jonathan sitzt bei ihm und erzählt von Nangijala, wo noch Lagerfeuer und Abenteuer gelten. Als das Haus brennt, trägt Jonathan den Bruder aus den Flammen und stirbt; Karl folgt ihm bald. In Nangijala, im Kirschtal, sind sie wieder beisammen, Karl gesund, Jonathan der helle Reiter, den alle Löwenherz nennen. Das Tal ist schön und nicht sicher. Jenseits der Berge liegt das Kirschtal der Unterdrückung: Der Tyrann Tengil von Karmanjaka hat das benachbarte Taledorf unterworfen, mit Soldaten und dem Drachen Katla, den nur ein Horn lenkt. Lindgren setzt die Idylle nicht gegen den Schrecken, sie schiebt sie ineinander: Kirschblüte und Knüppel, Honig und Verrat.
Die Brüder schließen sich dem Widerstand an. Sofia, die Taubenzüchterin, und der alte Mattias helfen; der Bauer Hubert und andere zahlen mit dem Leben. Jonathan reitet als Bote, Karl will mittun und merkt, dass Mut hier keine Redensart ist. Sie geraten in Tengils Burg, sehen die Gefangenen, den weißen Hengst, die Furcht der Knechte. Ein Verräter aus dem eigenen Tal liefert Namen; Lindgren lässt den Verrat nicht als bloße Schurkerei stehen, sondern als Angst, die sich verkauft. Karl lernt reiten, schweigen, den Bruder nicht zu rufen, wenn der Ruf ihn verraten würde. Die Befreiung des Taledorfs kostet Tote; Tengil fällt, Katla bleibt, und Jonathan wird von der Flamme des Drachen getroffen, als er Karl rettet. Das Gift der Katla lähmt, der Körper stirbt nicht sogleich, der Wille schon.
Jonathan erklärt dem Bruder, dass hinter Nangijala Nangilima liege, ein weiteres Land, und dass man den Sprung wagen müsse, bevor die Lähmung alles nimmt. Karl versteht, dass der Bruder nicht allein gehen wird und nicht allein gelassen werden will. Lindgren schreibt den Schluss als Entscheidung, nicht als Unfall: Die Brüder springen. Der letzte Satz gehört Karl, der keine Angst mehr hat, weil Jonathan vorangeht. Das Buch endet nicht mit einem Beweis, dass es Nangilima gibt; es endet mit dem Vertrauen, das die Erzählung von Anfang an getragen hat. Wer den Sprung für eine Verherrlichung des Todes hält, hat die Kapitel im Taledorf nicht gelesen, in denen das Leben verteidigt wird, solange es zu verteidigen ist.
Einordnung
Lindgren hat nach Pippi, Michel und Karlsson ein Kinderbuch vorgelegt, das den Tod nicht an den Rand schiebt. Die sechziger und siebziger Jahre stritten in Schweden über das, was man Kindern zumuten darf; Die Brüder Löwenherz wurde angegriffen und geliebt, oft von denselben Lesern. Gegen die Höfe in Småland und gegen Ronja Räubertochter, die den Clan lebend verlässt, setzen die Brüder eine zweite Welt, die nur durch Sterben erreichbar ist. Wiklands Bilder halten das Licht des Kirschtals und die Schwärze Karmanjakas; der Text ist strenger als jede Verfilmung, weil Karls Stimme nicht bricht. In der europäischen Kinderliteratur steht der Band neben wenigen Büchern, die Tyrannei und Bruderliebe in derselben Höhe erzählen, ohne die eine zur Allegorie der anderen zu machen.
Die Verfilmung von Olle Hellbom (1977) hat den Stoff ins Bild gebracht und den Sprung nicht abgeschwächt. Spätere Debatten über Suizid im Kinderbuch haben oft den Widerstand gegen Tengil weggelassen und nur das Ende gesehen. Lindgren erzählt beides: Man kämpft, solange der Drache zu besiegen ist, und man geht, wenn der eigene Körper zur Falle wird. Wer nach 1973 über Trostbücher spricht, findet hier keinen Trost, der die Angst leugnet, sondern einen, der sie mitnimmt. Jonathan bleibt die Figur des Mutes, der nicht prahlt; Karl bleibt der Erzähler, der vom Sofa aufsteht und reiten lernt, weil der Bruder ihm zugetraut hat, dass er es kann.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
