Die Bergwerke zu Falun

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E. T. A. Hoffmann · 1819 · Novelle
Das Werk
Deutscher Titel: Die Bergwerke zu Falun
Autor(en): E. T. A. Hoffmann
Originaltitel: Die Bergwerke zu Falun
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1819
Schlagwörter: Bergwerk, Traum, Braut, Falun
Sachgebiete: Novelle
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 87 Seiten
ISBN: 9783150089914
Verweise
Umschlag

Die Bergwerke zu Falun ist eine Novelle von E. T. A. Hoffmann, 1819 im Zyklus Die Serapionsbrüder erschienen. Der junge Seemann Elis Fröbom gibt das Meer auf, fährt nach Falun und verschwindet am Hochzeitstag im Berg; fünfzig Jahre später hebt man seinen unverwesten Leib. Hoffmann greift eine bezeugte Begebenheit aus dem schwedischen Kupferbergwerk auf und treibt sie in die romantische Spaltung zwischen Tag und Unterwelt, Braut und Bergkönigin. Neben NovalisHeinrich von Ofterdingen und Ludwig Tiecks Der Runenberg gehört der Text zu den deutschen Erzählungen, in denen das Graben nach Erz ein Graben nach der Seele ist. Die angegebene Reclam-Ausgabe bindet die Novelle mit Der Artushof.

Inhalt

Elis kehrt von einer Ostindienfahrt nach Göteborg zurück und feiert nicht mit den Kameraden: Die Mutter, seine einzige Verwandte, ist in seiner Abwesenheit gestorben. Ein alter Bergmann setzt sich zu ihm, schildert das Innere der Erde als Zaubergarten und rät ihm nach Falun. In der Nacht träumt Elis, das Meer werde Schacht, und erblickt die Bergkönigin, anziehend und schrecklich; eine unkenntliche weibliche Gestalt will ihn hinaufziehen und scheitert. Der Traum lässt ihn nicht; der Alte weist ihm geisterhaft den Weg. Vor der Pinge von Falun packt Elis das Entsetzen, als stünde er vor einem Höllenschlund. Er will fliehen, bleibt über Nacht, sieht das Fest der Bergleute und gerät ins Haus des Steigers Pehrson Dahlsjö. Dessen Tochter Ulla zieht ihn in den Kreis; Elis hält sie für die Gestalt aus dem Traum und glaubt, sein Los sei, Bergmann zu werden, um an ihrer Seite zu leben.

Er fährt an, verliert die Angst vor der Grube, wird in die Familie aufgenommen und wagt nicht, um Ulla zu werben, obwohl Vater und Tochter ihm den Weg ebnen. Unter Tage erscheint der Alte wieder: Er heißt Torbern, einst verschüttet, seither ein Geist, der Männer in den Berg lockt. Torbern wirft Elis vor, er sei um der Frau willen gefahren, nicht um des Gesteins willen, und werde Ulla nie heiraten. Pehrson inszeniert eine Hochzeit Ullas mit einem Kaufmann, um Elis zum Geständnis zu zwingen; Elis stürzt verzweifelt in den Schacht, sieht ein Reich aus Kristallen und die Königin, und wird von den Bergleuten herausgeholt. Die List fliegt auf, die Hochzeit mit Ulla wird festgesetzt. Elis bleibt gespalten: oben die Braut, unten die Herrin des Gesteins. Ulla spürt den Druck und erreicht kein Wort.

Am Hochzeitstag erscheint Elis im Brautgewand, wie entrückt, und steigt noch einmal ein: Er müsse den Almandin holen, der ihr Glück an die Bergkönigin binden soll. Der Berg stürzt über ihm ein. Fünfzig Jahre später fördert man einen jungen Toten, den Vitriolwasser bewahrt hat, ohne Fäulnis, ohne Alter. Ulla, die jedes Jahr an die Grube zurückgekehrt ist, erkennt Elis, umarmt ihn und stirbt; der Leib zerfällt zu Staub. Man begräbt beide in der Kirche, in der sie hätten trauen sollen. Was Traum war, was Torbern, was der Berg selbst, lässt Hoffmann unentschieden: Der Leser steht dort, wo Elis stand, zwischen zwei Treueverhältnissen, die sich nicht addieren.

Einordnung

Hoffmann hat den Faluner Stoff – den erhaltenen Leichnam, die wiederkehrende Braut – nicht als Kuriosum der Naturgeschichte erzählt, sondern als Novelle vom Menschen, der sich nicht für eine Welt entscheiden kann. Tag und Nacht, See und Schacht, Ulla und Königin sind keine Symbole, die man abhakt; sie arbeiten gegeneinander, bis der Körper die Entscheidung abnimmt. Typisch für Hoffmann bleibt die Unsicherheit, ob der alte Bergmann ein Geist, ein Wahn oder beides ist – ähnlich dem Sandmann, näher am Wahnsinn, den die Romantik nicht als Verfall, sondern als Zugang zu einer zweiten Ordnung las. Die blaue Blume der Johannisnacht taucht als fernes Signal auf, ohne dass Falun zu einem Märchen Novalis’ wird: Hier blüht nichts, hier bricht etwas.

Gegenüber den Die Elixiere des Teufels ist die Falun-Novelle kürzer, klarer gebaut und weniger verschlungen in der Schuld der Vorfahren; das Verhängnis liegt in Elis selbst, in der Unfähigkeit, das obere Leben zu wollen, ohne das untere zu verraten. Spätere Bearbeitungen des Stoffes, von Hugo von Hofmannsthal bis zu wissenschaftlichen Darstellungen des Bergwerks, kehren oft zum Leichnam zurück; Hoffmanns Anteil ist die Königin und die Braut, die fünfzig Jahre wartet. Die Reclam-Ausgabe mit Der Artushof hält zwei Erzählungen zusammen, in denen Kunst, Traum und ein Haus voller Zeichen den Alltag durchlöchern. Wer Hoffmann nur als Spukautor kennt, findet hier die ruhigere, nicht weniger unheimliche Form.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.