Die Auflösung der Weimarer Republik

Karl Dietrich Bracher · 1955 · Sachbuch, Politik
Politik Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Die Auflösung der Weimarer Republik
Autor(en): Karl Dietrich Bracher


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1955
Schlagwörter: Weimar, Machtverfall, Demokratie, 1933
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ring-Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 752 Seiten
ISBN:
Verweise


Die Auflösung der Weimarer Republik. Eine Studie zum Problem des Machtverfalls in der Demokratie ist die 1955 erschienene Habilitation von Karl Dietrich Bracher, die erste in Deutschland im Fach Politikwissenschaft. Ring-Verlag, Stuttgart, später Villingen; weitere Auflagen bis in die siebziger Jahre. Bracher erzählt nicht Hitlers Aufstieg als Dämonie, sondern das Ende einer Republik, die sich zwischen 1930 und 1933 legal, schrittweise und mit Hilfe ihrer Eliten entmachtet. Das Buch ist Zeitgeschichte als Lehre vom Verfall der Macht, die demokratisch bleiben sollte.

Inhalt

Bracher trennt die Struktur der Republik von der Phase der Auflösung. Verfassung, Parteien, Reich, Länder, die Last von Versailles und Inflation, die Gesellschaft, die den Staat nicht trug: das ist die Anlage. Der Kern gilt den Präsidialkabinetten – Brüning, Papen, Schleicher – und dem Gebrauch des Notverordnungsrechts, der den Reichstag zur Kulisse macht, bevor er beseitigt wird. Hindenburg, die Kamarilla, die Reichswehr, die Industrie, die Angst vor dem Bürgerkrieg: Bracher zeigt Entscheidungen, die hätten anders fallen können, und Gewohnheiten, die sie unwahrscheinlich machten. Der Preußenschlag vom 20. Juli 1932 ist bei ihm keine Episode; er ist die Zerstörung der letzten republikanischen Machtreserve.

1933 kommt als Ende, nicht als Anfang aus dem Nichts. Die Ernennung Hitlers, die Notverordnung nach dem Reichstagsbrand, das Ermächtigungsgesetz, die Selbstaufgabe der Parteien: Legalität, die die Legalität aufhebt. Bracher nimmt die Totalitarismusforschung der fünfziger Jahre auf und hält sie an deutschen Akten fest. Gegen die bloße Hitler-Biographie setzt er Institutionen; gegen die bloße Behauptung, alles sei determiniert gewesen, die Verantwortung derer, die den Diktator für zähmbar hielten. Die Sozialdemokraten erscheinen als legalistisch bis zur Ohnmacht, das Zentrum als taktisch, die Konservativen als Totengräber aus Berechnung. Das Volk, das wählte, fehlt nicht; es trägt nicht allein die Schuld, die Bracher den Eliten zumisst.

Unsicher ist der Begriff des Machtverfalls selbst, der eine gesunde Demokratie voraussetzt, die erodiert, wo andere längst eine Krise ohne goldene Jahre sehen. Die Forschung nach 1968 hat Gesellschaft, Alltag, die Attraktion der NSDAP stärker gewichtet; Bracher bleibt der Mann der Institutionen und der Monate 1930 bis 1933. In Die deutsche Diktatur hat er später die Herrschaft selbst dargestellt; hier steht noch das Sterben der Republik. Wer nur den 30. Januar kennt, unterschlägt die Präsidialjahre; wer nur die Struktur kennt, unterschlägt, dass Männer urteilten und irrten. Das Buch hat der Bundesrepublik das Lehrstück geliefert, an dem sie Demokratie als gefährdeten Zustand las, nicht als selbstverständliche Form.

Einordnung

Brachers Habilitation hat die deutsche Politikwissenschaft begründet, indem sie Weimar zur Probe aufs Exempel machte. Sie steht am Beginn seines Werks, vor der deutschen Diktatur, und hat der Totalitarismustheorie die Archivnüchternheit gegeben, die Feuilletons oft fehlt. Wer 1933 nur als Machtergreifung eines Mannes kennt, trifft hier den Staat, der sich vor ihm schon aufgegeben hatte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.