Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation

Leopold von Ranke · 1839 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Autor(en): Leopold von Ranke


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1839
Schlagwörter: Reformation, Reich, Luther, Archive
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Duncker & Humblot


Umfang dieser Ausgabe: 2100 Seiten
ISBN:
Verweise


Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation ist das sechsbändige Werk Leopold von Rankes, erschienen 1839 bis 1847, in dem die Glaubensspaltung als europäische Staatenhandlung erzählt wird, nicht als inneres Erlebnis des Gewissens. Ranke hatte die venezianischen Relationen und die deutschen Akten gelesen; er schreibt gegen die konfessionelle Parteigeschichte seiner Zeit und gegen die philosophische Konstruktion, die aus Luther schon den preußischen Staat folgen ließ. Die Reformation ist bei ihm Politik im Gewand der Lehre.

Inhalt

Ranke setzt bei Maximilian, beim Reich, bei der Last der italienischen Kriege und bei einem Mönch in Wittenberg an, der Ablass und Autorität angreift. Luther wird ernst genommen, aber nicht zum Helden einer Nation gemacht: die Thesen, Worms, die Wartburg, die Fürsten, die den Schutz gewähren, weil sie Land und Kirche zugleich gewinnen. Daneben Karl V., der das Reich katholisch halten und Frankreich schlagen will und beides nicht zu Ende führt. Schmalkalden, der Bauernkrieg, die Täufer, der Augsburger Frieden: Ranke reiht Verhandlungen, Diäten, Bündnisse, als wäre der Glaube ein Aktenstück unter anderen – und zeigt gerade dadurch, wie tief er die Läger spaltet.

Die Mitte des Werks ist das Reich als System, das nicht Nation ist. Stände, Kurfürsten, Städte, der Papst, die Osmanen am Rand: niemand steuert das Ganze. Ranke hat in den römischen Päpsten dasselbe Jahrhundert von Rom her gelesen; hier liest er es von den deutschen Höfen her. Die Konfession erklärt den Streit, sie richtet ihn nicht. Protestant und Katholik bekommen dieselbe Nüchternheit, dieselbe Neugier auf Motive. Das Pathos liegt in der Ruhe: dass man zeigen könne, »wie es eigentlich gewesen«, indem man die Depesche gegen die Predigt hält. Die deutschen Leser des Vormärz fanden darin weniger Erbauung als die Nationalen wollten.

Unsicher bleibt, was unterhalb der Höfe geschah. Frömmigkeit, Dorf, Druckerschwärze als Alltag kommen vor, tragen aber nicht. Ranke hat die Reformation enttheologisiert, ohne sie zu entpolitisieren; die Sozialgeschichte hat ihm später vorgeworfen, er habe die Kabinette für die Gesellschaft genommen. Der Vorwurf trifft die Grenze, nicht die Leistung. Das Buch hat der deutschen Historiographie das Archiv zur Pflicht gemacht und der Kirchengeschichte die Apologetik genommen. Wer Luthers Innenwelt sucht, muss zu den Tischreden; wer verstehen will, warum aus einem Streit um Buße ein Umbau Europas wurde, findet hier die Staaten, die daraus Staaten machten.

Einordnung

Mit diesem Werk wird die Reformation ein Gegenstand der politischen Historie, messbar an Akten, nicht an Bekenntnis. Es steht neben den römischen Päpsten als das deutsche Gegenstück derselben Methode und hat dem 19. Jahrhundert das Muster gegeben, nach dem Nationalgeschichte archivfest erscheinen sollte. Die Nationalen haben Ranke als Kronzeugen missbraucht, die Sozialgeschichte als Mann der Kabinette abgetan. Die Methode bleibt strenger als der Ruf: Quelle vor Konstruktion, Konfession als Kraft, nicht als Urteil.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.