Der lange Sommer der Theorie
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der lange Sommer der Theorie |
| Autor(en): | Philipp Felsch |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | C.H. Beck |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2015 |
| Seitenanzahl: | 326 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3406668534 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783406668531 |
| Schlagwörter: | Theorie, 1968, Suhrkamp, Revolte |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Ideengeschichte |
| Rezensionen | |
Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960–1990 ist das 2015 erschienene Buch von Philipp Felsch. Es erzählt, wie aus schwierigen Büchern in der alten Bundesrepublik eine Lebensform wurde: lesen, diskutieren, die Welt im Taschenbuch umwenden.
Inhalt
Felsch folgt den bunten Rücken, den Seminaren und den Verlagen, in denen Theorie zur Szene wurde. Bei Suhrkamp und in kleineren Häusern, in Übersetzungen aus dem Französischen, bei Marx und Freud, in der Kritischen Theorie und später im Strukturalismus galt dieselbe Regel: Wer dazugehören wollte, las mit. Der Sommer ist lang, weil er nicht 1968 endet. Er reicht von den sechziger Jahren bis an die Schwelle der neunziger, bis die Theorie ihre Selbstverständlichkeit verliert und der Markt andere Waren vorzieht.
Das Buch ist Kulturgeschichte, keine Werkinterpretation der großen Namen. Felsch zeigt, wo gelesen wurde, wie man sich sah, warum das schwierige Buch den Roman zeitweise überstrahlte. Denken wird zur Haltung, die Zeitschrift zur Adresse und das Seminar zur Probe aufs Leben. Die Germanistik erkennt darin ihre eigene Herkunft: Ganze Jahrgänge sind in diesem Sommer sozialisiert worden. Der Ton ist anschaulich, witzig, ohne die Texte zu denunzieren, die ernst gemeint waren.
Das Ende des Sommers ist kein Knall. Die Theorie wird akademisch, die Revolte historisch, und das Taschenbuch verliert seine Aura. Felsch schreibt die Trauer nicht dick. Er zeigt eine Epoche, in der das Denken öffentlich war und oft männlich, westdeutsch, milieugebunden. Wer nur die Meisterwerke zählt, verfehlt die Praxis. Wer nur die Praxis zählt, verfehlt, dass wirklich gelesen wurde.
Einordnung
2015 hat das Buch die Germanistik und das Feuilleton zugleich erreicht: endlich eine Geschichte jener Jahre, die man miterlebt oder als Mythos geerbt hat. Die Kritik nannte den Blick zu westdeutsch, zu sehr Suhrkamp, zu wenig DDR und zu wenig Frauen. Das Buch bleibt die anschaulichste Erzählung des Theoriekults. Wer nach 2015 über 1968 und die Folgen spricht, ohne nur Barrikaden zu meinen, spricht oft mit Felsch.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
