Der Zusammenhang
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Zusammenhang |
| Autor(en): | Leonardo Sciascia |
| Originaltitel: | Il contesto |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1971 |
| Schlagwörter: | Richter, Staat, Intrige, Parodie |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Wagenbach
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| Umfang dieser Ausgabe: | 128 Seiten |
| ISBN: | 9783803126443 |
| Verweise | |
Der Zusammenhang ist der Roman von Leonardo Sciascia, 1971 als Il contesto erschienen, auf Deutsch zuerst unter dem Titel Tote Richter reden nicht, bei Wagenbach in der Übersetzung Helene Mosers als Parodie und sizilianischer Kriminalroman geführt. Eine Serie von Morden an Richtern soll das Werk eines Verrückten sein; Inspektor Rogas findet einen Zusammenhang und wird selbst zur Störung der Ordnung, die er retten soll. Nach Der Tag der Eule ist dies die kältere Arbeit: nicht mehr das Dorf und die Piazza, sondern der Staat, der Ermittlungen ansetzt, um sie zu begraben. Der Untertitel Parodie trügt nicht und tröstet nicht.
Inhalt
Staatsanwalt Varga wird erschossen. War es die unerbittliche Anklage im Prozess Reis – oder etwas, das tiefer liegt? Der Polizeiminister setzt Rogas ein, den scharfsinnigsten Beamten, der Öffentlichkeit wegen, oder weil die Unlösbarkeit bewiesen werden soll. Kaum hat Rogas begonnen, liegt Richter Sanza mit einer Kugel im Herzen; dann Azar. Die Regierung spricht von einem Irren. Rogas gräbt und findet, dass Varga und Azar in dem Nest Algo gemeinsam tätig waren. Dort fällt als nächster Richter Rasto. Die Serie hat ein Muster, das niemand oben hören will.
Rogas folgt der Spur gegen den Konsens. Jeder neue Tote kann Ablenkung sein oder derselbe Grund; die Intrige ist dichter als die Täterschaft. Sciascia lässt den Inspektor begreifen, dass die Mächtigen nicht das Verbrechen fürchten, sondern die Erzählung, die aus vereinzelten Leichen einen Zusammenhang macht. Wer den Faden in der Hand hält, hält ein politisches Wissen, das den Apparat bloßstellt. Der Roman bleibt schmal, 128 Seiten, und treibt Rogas an einen Ort, an dem Aufklärung und Tod zusammenfallen. Anders als Bellodi im Tag der Eule ist Rogas nicht der höfliche Fremde aus dem Norden, der die Insel liebt; er ist der Mann im Dienst, den der Dienst verbraucht, sobald er zu genau hinsieht.
Die Parodie zielt auf den Kriminalroman, der am Ende die Ordnung wiederherstellt. Hier ist die Ordnung das Verbrechen in Amt und Robe. Richter sterben, und das System erklärt den Zufall, den Irren, die Einzeltat. Wer den Zusammenhang behauptet, wird selbst zum Zusammenhang, den man kappen muss. Sciascia schreibt trocken, mit der Genauigkeit eines Berichts, ohne den Trost der Enthüllung, die das Publikum erlöst. Der Leser sieht mehr als die Zeitung. Das Gericht sieht weniger als der Inspektor. Dazwischen liegt das Schweigen, das schon 1961 die Piazza hielt und hier die Ministerien.
Einordnung
Wagenbach hat Sciascias sizilianische Kriminalromane als Reihe gehalten: den Tag der Eule, Jedem das Seine, dann diesen dritten über die haarsträubende Serie. Il contesto heißt Zusammenhang und Kontext: nichts ist einzeln, alles ist Lage. Der Band gehört zu den Büchern, die den Staat nicht als Gegner der Mafia erzählen, sondern als verwandtes Gewebe. Die Verfilmung Cadaveri eccellenti von Francesco Rosi hat die Leichen sichtbar gemacht; das Buch bleibt die kältere Instanz, weil es weniger ausstellt und mehr schließt.
Wer nach 1971 über Justizmorde und Staatsgeheimnis in Italien sprach, hatte diesen schmalen Roman im Raum, lange bevor die bleiernen Jahre ihre eigenen Namen hatten. Wer nur Bellodi kennt, kennt die Omertà des Dorfes. Wer Rogas kennt, kennt die Omertà der Zentrale. Es ist kein Trost, dass die Parodie so heißt. Sie meint, dass die Wirklichkeit die Form des Kriminalromans schon zur Farce gemacht hat – und dass man sie trotzdem genau erzählen muss, als wäre noch etwas zu richten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
