Der Weg nach Oobliadooh
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Weg nach Oobliadooh |
| Autor(en): | Fritz Rudolf Fries |
| Originaltitel: | Der Weg nach Oobliadooh |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1966 |
| Schlagwörter: | Jazz, Leipzig, Westberlin, Sehnsucht |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 280 Seiten |
| ISBN: | 9783518011966 |
| Verweise | |
Der Weg nach Oobliadooh ist der Debütroman von Fritz Rudolf Fries, 1966 bei Suhrkamp in Frankfurt erschienen, vermittelt von Uwe Johnson. In der DDR gab es keine Druckgenehmigung. Der Titel zitiert Dizzy Gillespies I met a beautiful Princess in the Land of Oo-bla-dee: ein Anderswo als unbestimmte Sehnsucht, kein politisches Programm. Fries, in Bilbao geboren und in Leipzig aufgewachsen, hat den Alltag der fünfziger Jahre in einen Ton gelegt, den der sozialistische Realismus nicht vorsah. Nach dem Westbuch verlor er die Stelle an der Akademie.
Inhalt
Paasch ist Zahnarzt, trinkfest, spielerisch; Arlecq dolmetscht, liest, geht mit. Die beiden bewegen sich durch Leipzig, bevor die Mauer steht, und suchen dem langweiligen Tag zu entkommen: Jazzplatten, Kneipen, erfundene Unternehmungen, die eigene Lebensläufe ausprobieren, als wären sie Stücke. Oobliadooh ist kein Ort auf der Karte, es ist die Formel für das, was der Plan nicht kennt. Fries wechselt Ebenen, Zeiten, Stimmen; Anspielungen auf Joyce, Dos Passos, die lateinamerikanische Prosa sitzen im Satz, nicht in Fußnoten.
Noch vor dem Mauerbau fahren sie nach Westberlin zu einem Count-Basie-Konzert. Die Sektorengrenze ist lässig zu überwinden, die Grenze zwischen sozialistischem, bürgerlichem und avantgardistischem Roman ebenfalls. Was sie finden, ist Musik und ein Anderswo auf Zeit, kein Asyl. Zurück bleibt die Zone, die den Jazz als Unkultur führt und den Roman als Abweichung. Das Irrenhaus taucht als Station auf, nicht als Pointe: Wer aus dem Alltag fällt, fällt in Anstalten, die denselben Staat haben.
Der Roman erzählt nicht den Aufbau und nicht den Widerstand. Er erzählt zwei, die sich dem Aufbau entziehen, ohne ihn zu stürzen. Die Phantasie ist die Handlung. Wer Handlung als Fabel sucht, findet Episoden; wer den Ton sucht, findet das Buch. Oobliadooh bleibt unerreichbar, und genau das hält die Sehnsucht im Gang, die die Lehre als Dekadenz gelesen hat.
Einordnung
Gabriele Wohmann las in Fries die Widerlegung des handwerklich ängstlichen DDR-Schriftstellers. Suhrkamp hat 1966 denselben Frühling Handkes Hornissen und dieses Debüt gebracht; der eine Name wurde Weltliteratur, der andere fast vergessen, bis die Andere Bibliothek ihn 2012 zurückholte. In der DDR konnte Fries später Hörspiele und Übersetzungen machen, weil das Buch keine Anklageschrift war – und gerade deshalb keine Druckgenehmigung bekommen hatte. Die spätere Tätigkeit als IM »Pedro Hagen« belastet die Biographie; sie erklärt den Roman von 1966 nicht.
Im Essay Ohne Druckgenehmigung steht Oobliadooh als der Fall der Form: nicht der 17. Juni, nicht die Analyse der Klasse, sondern der Satz, der nicht sozialistisch realistisch sein wollte. Wer nur Zensur sagt, hat den Jazz nicht gehört. Wer nur den Jazz hört, unterschlägt, dass Leipzig dieses Buch nicht drucken durfte.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Ohne Druckgenehmigung (Wirkungsgeschichte)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
