Der Talisman

Johann Nestroy · 1840 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der Talisman
Autor(en): Johann Nestroy
Originaltitel: Der Talisman
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1840
Schlagwörter: Perücke, Haar, Aufstieg, Posse
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 112 Seiten
ISBN: 9783150036372
Verweise


Der Talisman ist eine Posse mit Gesang von Johann Nestroy, 1840 in Wien uraufgeführt. Ein rothaariger Tagelöhner setzt Perücken auf und steigt, solange das Haar die Gesellschaft täuscht; der Talisman ist die Farbe, nicht das Verdienst.

Inhalt

Titus Feuerfuchs kommt mit einem Korb und einem roten Schopf in die Gärtnerei, wo man Rothaarige für grob, lüstern und unbrauchbar hält. Salome Pockerl, ebenfalls rot, bleibt unten, weil sie keine Perücke hat und die Wahrheit über das Haar kennt. Titus erbt nacheinander die Mittel der Verwandlung: eine schwarze Perücke macht ihn zum Gärtnergehilfen, eine goldene zum Günstling der Frau von Cypressenburg, eine graue zum würdigen Herrn, den man zum Schreiben und zum Heiraten braucht. Jeder Stand sieht in der neuen Farbe den Charakter, den er sehen will. Nestroy spielt den Aufsteiger selbst und lässt die Couplets sagen, was die Handlung verkleiden muss.

Die Intrige ist einfach und genau. Sobald eine Perücke sitzt, öffnen sich Türen; sobald sie rutscht, fallen sie zu. Cypressenburg, der Herr von Spleen, der Friseur, der Onkel – sie alle kaufen die Oberfläche und nennen es Urteil. Titus genießt den Aufstieg, ohne ihn zu verdienen, und Nestroy gönnt ihm das, ohne ihn zum Helden der Tugend zu machen. Die Posse zeigt keine geheime Größe unter dem Haar, sondern die Dummheit derer, die Haar für Schicksal halten. Salome bleibt die Gegenprobe: rot, ohne Talisman, die einzige, die Titus kennt, bevor er jemand ist.

Am Ende fliegen die Perücken. Titus fällt zurück, nicht in die Tragödie, sondern in die Heirat mit Salome, die das Stück als versöhnlichen Schluss gibt, ohne die Satire zurückzunehmen. Der letzte Coupletvers gehört dem Publikum, das soeben mitgelacht hat über Leute, die Farben für Charaktere nehmen – und im Parkett dieselben Farben trägt. Nestroy hat die Zensur umspielt, indem er eine Haarfarbe anklagte, wo er den Stand meinte. Wien 1840 verstand das und lachte trotzdem, oder gerade deshalb.

Einordnung

Nestroy hat dem Biedermeier die Posse gegeben, in der der Aufstieg ein Kostümwechsel ist. Gegen Woyzeck, den die Großen zurichten, bis ihm der Mord bleibt, kommt Titus durch, solange er das Haar der Großen leiht; die Grausamkeit sitzt in der Komödie. Gegen Holzfällen, das Wien als Abendessen der Kunst zerlegt, ist der Talisman das Wien der Vorstadt, das sich selbst verkleidet. Die späteren Bühnen haben Nestroy oft als Mundstück und Heurigenwitz gegeben. Wer nach ihm einen Aufsteiger durch Farben schickt, damit das Parkett die eigene Eitelkeit erkennt, spielt hinter diesem Talisman.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.