Der Schamane

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Schamane
Autor(en): Noah Gordon
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Heyne
Serie:
Erscheinungsjahr: 1992
Seitenanzahl: 720 Seiten
Originaltitel: Shaman
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3453418204
ISBN-13/

EAN-Code:

9783453418202
Schlagwörter: Heilkunst, Illinois, Bürgerkrieg, Sauk
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Schamane ist der historische Roman von Noah Gordon, 1992 unter dem Titel Shaman erschienen, deutsch im selben Jahr bei Droemer Knaur. Er ist der zweite Band der Trilogie um die Arztfamilie Cole, nach Der Medicus und vor Die Erben des Medicus. Ein Nachfahre des mittelalterlichen Heilers wandert im neunzehnten Jahrhundert nach Illinois aus, praktiziert am Mississippi, lernt von einer Medizinperson der Sauk und verliert im Bürgerkrieg Sohn, Freundin und zuletzt das eigene Leben an den Sohn, der taub Arzt wird. Gordon hat den Lehrroman nach Amerika geholt: Landnahme, Rassismus, Krieg und die Frage, wem das Heilen gehört. In Deutschland stand das Buch wochenlang an der Spitze der Verkaufslisten.

Inhalt

Rob J. Cole, Nachfahre des Medicus, muss Schottland wegen eines Pamphlets verlassen und kommt über ein irisches Elendsviertel nach Holden’s Crossing am Mississippi. Er kauft Land, das den Sauk gehört hat, züchtet Schafe und arbeitet als Arzt. Die Medizinperson Makwa-Ikwa, Bärenfrau, letzte vollständig ausgebildete Heilerin ihres Stammes, wird Freundin und Lehrerin; sie zeigt ihm Kräuter und Ritual, ohne dass er ihre Welt besitzen kann. Rob heiratet die kranke Witwe Sarah Bledsoe, nach der Entfernung von Blasensteinen, und zieht ihren Sohn Alex mit auf. Der gemeinsame Sohn Robert Jefferson Cole, genannt Shaman, erkrankt an Scharlach und wird taub; er lernt von den Lippen zu lesen. Sarah eifert auf Makwa-Ikwa, ohne Grund in der Sache und mit Grund in der Angst, den Mann zu teilen.

Die Siedlung zeigt den jungen Staat von der hässlichen Seite. Sauk, die auf Coles Land arbeiten, werden gejagt; Makwa-Ikwa wird von drei Männern vergewaltigt und ermordet. Der Helfer Alden Kimball, lange als treu geltend, stellt sich als einer der Täter heraus. Nick Holden, Förderer und später Gegner, trägt den Indianerhass offen. Der Bürgerkrieg zerreißt die Familie: Rob, Pazifist, geht als Arzt zum Norden; Alex kämpft für den Süden; Shaman erstreitet sich trotz der Taubheit das Studium. Rob stirbt an Typhus. Shaman findet Alex im Gefangenenlager Elmira, setzt die Suche nach den Mördern fort und bringt Kimballs Leiche zu den Mormonen, aus deren Gemeinde der Mann stammte.

Shaman heiratet die Jugendfreundin Rachel Geiger, Tochter deutsch-jüdischer Nachbarn, übernimmt die Praxis und baut mit Franziskanerinnen ein Krankenhaus in Holden’s Crossing. Alex, ein Bein ärmer, wird ebenfalls Arzt. Gordon schließt mit der Gründung, nicht mit der Wildnis: Die Heilkunst der Sauk ist ermordet, die der Coles wird Institution. Der Titel meint Shaman und meint Makwa-Ikwa; der weiße Arzt erbt den Namen, nicht die Welt, aus der er kommt. Holden’s Crossing bleibt der Ort, an dem Land, Schuld und Praxis zusammenliegen.

Einordnung

Gordon hat nach dem mittelalterlichen Isfahan des Der Medicus das neunzehnte Jahrhundert als zweite Lehrzeit der Familie geschrieben. Das Buch erhielt 1993 den James-Fenimore-Cooper-Preis für historische Romane; in den Vereinigten Staaten blieb die Wirkung kleiner als im deutschen Sprachraum, wo Gordon schon mit dem ersten Band ein Massenpublikum hatte. Die Sauk sind mehr als Kulisse und weniger als eigenes Zentrum: Makwa-Ikwa trägt das Ethos des Heilens, stirbt durch den Hass der Siedler und bleibt in Sarahs Eifersucht missverstanden. Der Bürgerkrieg erscheint als Fortsetzung derselben Gewalt mit Uniform.

Wer die Trilogie nur als Arztgeschichten liest, verfehlt die Landnahme. Wer nach Gordon über Heilkunst in Amerika spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für eine bloße Fortsetzung mit Indianern hält, hat Elmira und das Krankenhaus der Ordensfrauen nicht gelesen. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Klaus Berr.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.