Der Kirschgarten
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Kirschgarten |
| Autor(en): | Anton Tschechow |
| Originaltitel: | Вишнёвый сад |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1904 |
| Schlagwörter: | Kirschgarten, Gut, Verkauf, Abschied |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 104 Seiten |
| ISBN: | 9783150140178 |
| Verweise | |
Der Kirschgarten (russisch Вишнёвый сад) ist die Komödie von Anton Tschechow, im Januar 1904 in Moskau uraufgeführt, wenige Monate vor seinem Tod. Ein verschuldetes Gut mit einem berühmten Garten kommt unter den Hammer; die Besitzer reden, bis die Äxte beginnen.
Inhalt
Ljubow Ranjewskaja kehrt aus Paris auf das Landgut zurück, das sie nicht halten kann. Die Tochter Anja, die Adoptivtochter Warja, der Bruder Gajew, der alte Diener Firs: Sie begrüßen Zimmer, Schrank und Garten, als käme man in ein Gedächtnis, nicht in eine Insolvenz. Lopachin, Sohn eines Leibeigenen, jetzt Kaufmann, rechnet vor, was zu tun wäre: den Kirschgarten parzellieren, Sommerhäuser bauen, das Gut retten, indem man es opfert. Ranjewskaja hört und hört nicht. Der Garten ist die Kindheit, die Toten, der weiße Flor im Frühling. Tschechow stellt keine Dummen gegen einen Klugen; er stellt Leute, deren Zeitmaß nicht dasselbe ist. Lopachin hat Eile; das Haus hat Erinnerung.
Es wird getanzt, geborgt, eine Versteigerung angesetzt. Der Student Trofimow redet vom Stolz der Arbeit und küsst Anja in die Zukunft, die ohne Gut auskommen soll. Gajew spricht zu einem Bücherschrank. Firs murrt, dass man die Freiheit nicht verstanden habe. Als Lopachin von der Auktion zurückkommt, ist er der Käufer. Er, dessen Vater auf diesem Boden nicht in die Stube durfte, hat den Kirschgarten erworben – und ist betrunken vor Triumph und vor Scham. Ranjewskaja weint und plant Paris. Der Verkauf ist das Ereignis, und Tschechow lässt es in der Mitte eines Festes ankommen, als sei es eine Nachricht unter anderen. Niemand stürzt. Man packt.
Im letzten Akt gehen die Koffer hinaus, die Schlüssel wechseln, irgendwo fällt schon die Axt. Firs, krank und überhört, bleibt im verschlossenen Haus zurück. Ob er stirbt, sagt das Stück nicht; es sagt, dass man ihn vergessen hat. Der Garten, den niemand parzellieren wollte, wird gerodet, während die Familie den Zug erreicht oder verfehlt. Tschechow hat das eine Komödie genannt. Das Lachen sitzt in Gajews Billardwörtern, in Lopachins Ungeschick, in der Unfähigkeit, rechtzeitig zu tun, was alle wissen. Der Untergang kommt nicht als Tragödie daher. Er kommt als Abreise.
Einordnung
Das letzte Stück ist das klarste: Eine Klasse verliert den Boden und behält die Sprache, die den Boden nicht rettet. Stanislawski hat geweint; Tschechow hat telegrafiert, man solle es lustiger nehmen. Neben Mutter Courage, die den Wagen behält, wenn die Kinder tot sind, steht Ranjewskaja als Figur, die den Garten verliert und die Bewegung nach Paris behält. Neben Warten auf Godot ist der Kirschgarten das Warten auf eine Rettung, die als Kaufvertrag eintrifft – für den Falschen. Wer das Stück zum Abgesang des Adels macht, hat recht und hat den Komödienton verfehlt, in dem dieser Abgesang erst erträglich und erst genau wird.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
