Der Geizige

Molière · 1668 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der Geizige
Autor(en): Molière
Originaltitel: L'Avare
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1668
Schlagwörter: Geiz, Geld, Ehe, Komödie
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 88 Seiten
ISBN: 9783150003381
Verweise


Der Geizige (französisch L'Avare) ist die Komödie von Molière, 1668 in Paris uraufgeführt. Ein Vater liebt seinen Kasten stärker als seine Kinder und will sie an das Geld verheiraten, das er selbst nicht ausgibt.

Inhalt

Harpagon ist Witwer, Hausvater und Sklave einer Kassette. Den Sohn Cléante und die Tochter Élise hält er kurz, die Diener kürzer, sich selbst am kürzesten, sobald es um Ausgaben geht. Cléante liebt die junge Mariane, die Harpagon seinerseits heiraten will, weil sie ihm als sparsame Partie erscheint; Élise liebt Valère, der sich als Haushofmeister verdingt hat, um in ihrer Nähe zu sein. Der Geiz ist hier keine Marotte, sondern die Verfassung des Hauses: Wer liebt, braucht Geld; wer Geld hat, darf nicht lieben. Harpagon leiht zu Wucherzinsen, ohne zu merken, dass der unbekannte Kreditnehmer der eigene Sohn ist.

Die Intrige arbeitet mit Verkleidung, mit dem treuen Diener La Flèche und mit dem Heiratsvermittler Frosine, der den Alten mit der Aussicht auf eine arme, anspruchslose Braut ködert. Als die Kassette verschwindet, bricht Harpagon zusammen, als sei ihm ein Kind gestorben. Er verklagt die Welt, verdächtigt die Dienerschaft, ruft die Justiz und sieht in jedem Gesicht den Dieb. Die Komödie lässt ihn nicht zur Einsicht kommen; sie lässt ihn schreien. Der Kasten ist die Seele, die er nach außen gelegt hat. Ohne ihn bleibt ein Mann, der nichts mehr zu umarmen hat.

Am Ende finden sich die Liebenden, weil sich herausstellt, dass Mariane und Valère Geschwister einer verschollenen Familie sind und ein Vater auftaucht, der die Ehen segnet und das Geld ersetzt. Harpagon gibt nach, sobald man ihm die Kassette zurücklegt. Die Kinder sind frei, der Geizige ist geheilt von nichts. Molière schließt die Komödie, ohne den Vater zu bekehren: Das Haus wird gerettet, indem man ihm sein Gold wiedergibt. Wer eine Besserung sucht, sucht sie nicht in dieser Figur.

Einordnung

Harpagon steht in der Reihe der großen Geizigen von Plautus her und ist im französischen Theater die Figur geworden, an der sich ablesen lässt, wie Geld die Verwandtschaft ersetzt. Neben Tartuffe ist der Geizige Molières zweite Anatomie des Hauses: dort die Heuchelei, hier der Kasten. Wer das bürgerliche Trauerspiel später in Woyzeck und Mutter Courage als Ökonomie liest, findet bei Molière schon den Witz, der dieselbe Ökonomie noch als Komödie aushält. Die Reclam-Ausgabe folgt der Prosaübersetzung, die den Jambus nicht nachahmt und den Geiz in deutschen Sätzen knapper macht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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