Das postmoderne Wissen

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jean-François Lyotard · 1979 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Das postmoderne Wissen
Autor(en): Jean-François Lyotard
Originaltitel: La condition postmoderne. Rapport sur le savoir
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1979
Schlagwörter: Metaerzählung, Wissen, Sprachspiel, Postmoderne
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Passagen
Erscheinungsort: La condition postmoderne
Umfang dieser Ausgabe: 132 Seiten
ISBN: 9783851652415
Verweise
Umschlag

Das postmoderne Wissen ist die deutsche Ausgabe des 1979 bei Minuit in Paris erschienenen Berichts von Jean-François Lyotard. Der Originaltitel lautet La condition postmoderne. Rapport sur le savoir. Das Buch ist im Auftrag einer Universitätsverwaltung in Québec geschrieben und trotzdem die Taufe der philosophischen Postmoderne.

Inhalt

Lyotard definiert den postmodernen Zustand als Ungläubigkeit gegenüber den großen Erzählungen. Hegel, Marx, die Emanzipation, die Spekulation, die das Wissen im Ganzen legitimiert: diese Erzählungen tragen nicht mehr. Wissen wird Ware, wird Input von Leistungsfähigkeit, wird Sprachspiel unter anderen Sprachspielen. Legitimation verschiebt sich vom Wahrheitsanspruch der Philosophie auf die Leistungsfähigkeit der Systeme – wer effizient ist, gilt. Der Bericht ist kurz und schulmäßig, ein Gutachten, das die Epoche benennt, indem es die Universität beschreibt.

Gegen Jürgen Habermas’ Diskurs setzt Lyotard die Vielfalt der Spiele, die sich nicht unter einen Satz bringen lassen. Konsens ist kein Telos mehr, sondern eine lokale und vorläufige Übereinkunft. Gerechtigkeit heißt dann, den Widerstreit nicht zuzudecken: dass Sätze verschiedener Spiele einander nicht übersetzen, ohne eines zu verraten. Die Architektur hat denselben Namen anders gebraucht, als Stil nach der Moderne; Lyotard hat das eigens betont. Postmoderne ist hier keine Fassade, sondern eine Lage des Wissens.

Wer Postmoderne sagt und Skepsis gegen das Ganze meint, spricht Lyotard, oft ohne den Bericht. Die Kritik hat das Ende der Erzählungen selbst für eine Erzählung gehalten – und damit den Punkt getroffen, den das Buch kennt und nicht auflöst. Genau darin bleibt es philosophisch: es tauft einen Zustand, ohne ihn zu feiern. Die Passagen-Übersetzung hat dem deutschen Seminar das Wort geliefert, unter dem die achtziger Jahre ihren Streit mit Habermas führten.

Einordnung

In Die Postmoderne in zehn Büchern steht der Bericht als die Taufe. Barthes, Foucault und Derrida haben geschrieben, bevor das Wort zur Diagnose wurde; Habermas’ Der philosophische Diskurs der Moderne ist die Gegenrede. Jameson holt denselben Namen aus den Sprachspielen in die Ökonomie.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.