Das kapitalistische Manifest
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das kapitalistische Manifest |
| Autor(en): | Johan Norberg |
| Originaltitel: | Till världskapitalismens försvar |
| Originalsprache: | schwedisch |
| Erstveröffentlichung: | 2001 |
| Schlagwörter: | Freihandel, Markt, Armut, Wohlstand |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Eichborn
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| Umfang dieser Ausgabe: | 302 Seiten |
| ISBN: | 9783821839943 |
| Verweise | |
Das kapitalistische Manifest ist das 2001 auf Schwedisch erschienene Plädoyer von Johan Norberg für den weltweiten Freihandel. Der Originaltitel sagt klarer, worum es geht: zur Verteidigung des Weltkapitalismus. Die deutsche Übersetzung von Heike Schubert kam 2003 bei Eichborn heraus, mit dem Untertitel, warum allein die globalisierte Marktwirtschaft den Wohlstand der Menschheit sichere. Norberg, schwedischer Politikwissenschaftler liberaler Prägung, antwortet auf die Globalisierungskritik der Jahrtausendwende. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zählte das Buch unter die zehn besten Wirtschaftsbücher des Jahres 2003.
Inhalt
Norberg schreibt gegen die Behauptung, der weltweite Markt mache die Armen ärmer. Die Gegner der Globalisierung, so seine Ausgangslage, hätten eine Moral der Empörung und eine falsche Statistik. Er stützt sich auf Zahlen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen: die absolute Armut sei in wenigen Jahrzehnten stärker zurückgegangen als in den fünfhundert Jahren zuvor; rund zweihundert Millionen Menschen seien aus der äußersten Not gekommen. Ursache sei nicht die Entwicklungshilfe als solche und nicht der Schutz heimischer Märkte, sondern die Öffnung für Handel, Eigentum und unternehmerische Freiheit. Je höher der Grad wirtschaftlicher Liberalisierung, desto größer die Chance auf Wohlstand, Wachstum, Lebensstandard und Lebenserwartung. In den Ländern mit der größten wirtschaftlichen Freiheit seien die Menschen fast zehnmal so reich wie in denen mit der geringsten und lebten mehr als zwanzig Jahre länger.
Die Beispiele, die er anführt, sind Ländervergleiche und Zeitreihen, gelesen gegen Zölle, Einfuhrschranken und die Romantik des lokalen Marktes. Protektionismus erscheint als Steuer auf die Armen, weil er die Güter verteuert, die sie brauchen. Norberg bestreitet nicht, dass Reiche reicher geworden sind; er bestreitet, dass daraus folgt, den Armen gehe es schlechter. Indien und China dienen als Gegenbilder zu der Hoffnung, die er selbst in den achtziger Jahren noch auf den Sozialismus gesetzt habe. Wo einst Mangel und Lehmhütten waren, sieht er Ziegel, Fahrzeuge und längeres Leben. Der Kapitalismus, den er meint, ist kein Raub, sondern die einzige bekannte Maschine, die den Durchschnitt hebt. Der Titel spielt auf das Manifest der Kommunistischen Partei an und kehrt es um: nicht die Enteignung, sondern der Markt sei das Programm der Vielen.
Das Buch wird unsicher, wo aus Korrelation eine einzige Ursache wird. Wirtschaftliche Freiheit fällt oft mit Rechtsstaat, Frieden und Bildung zusammen; Norberg neigt dazu, den Markt als den einen Hebel zu lesen. Norbert Blüm eröffnete seine Besprechung mit dem Satz, er habe selten so viel Unsinn in einem Buch angehäuft gelesen. Die Kritik trifft die Zuversicht, mit der Norberg Ungleichheit, Macht von Unternehmen und ökologische Kosten beiseite schiebt oder als lösbar im System verbucht. Er weiß, dass er zuspitzt, und setzt auf die Zuspitzung gegen eine Kritik, die ihm als Moral ohne Zahlen erscheint. Der Ton ist der des streitbaren Sachbuchs, flott und belehrend, ohne die Schwere von Karl Marx' Das Kapital. Die Grenze, die er zieht – Markt statt Schranke –, ist eine Kampfansage, keine vollständige Theorie der Weltwirtschaft.
Einordnung
In der deutschen Debatte nach Seattle und Genua stand das Buch auf der Seite der Globalisierungsbefürworter, als Gegengift zu Attac und zum Unbehagen am Welthandel. Die wirtschaftsliberale Presse hat es gefeiert, die soziale es verhöhnt. Neben älteren Verteidigungen des Marktes und neben späteren Ungleichheitsstudien – etwa Thomas Pikettys Das Kapital im 21. Jahrhundert – wirkt Norberg als der Optimist der Jahrtausendwende, der Armutsrückgang als Sieg des Kapitalismus verbucht.
Geblieben ist die Zumutung, die Moral der Globalisierungskritik an den Zahlen der Armut zu messen. Wer nach 2001 über Freihandel, Zölle und den Wohlstand der Ärmsten spricht, stößt auf dieses Manifest, auch wenn er Blüm recht gibt. Die Eichborn-Ausgabe hat den werbenden Atem bewahrt; er ist älter geworden und in neuen Zollkriegen nicht verstummt. Die Zuversicht des Jahres 2001 liest sich heute als Dokument, nicht als Schluss der Geschichte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
