Das Seelenleben des Kleinkindes

Melanie Klein · 1962 · Sachbuch, Psychologie


Das Werk
Deutscher Titel: Das Seelenleben des Kleinkindes
Autor(en): Melanie Klein


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1962
Schlagwörter: Objekt, Position, Spiel, Angst
Sachgebiete: Sachbuch, Psychologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Klett-Cotta


Umfang dieser Ausgabe: 280 Seiten
ISBN: 9783608910469
Verweise


Das Seelenleben des Kleinkindes und andere Beiträge zur Psychoanalyse ist die deutsche Sammlung zentraler Arbeiten von Melanie Klein über die früheste Kindheit. Die Analysen der dreißiger und vierziger Jahre, in London gegen Anna Freud geführt, machen aus dem Spielzimmer das, was bei Sigmund Freud die Couch war: der Ort, an dem innere Objekte und Angst sichtbar werden.

Inhalt

Klein trägt die Analyse in die Jahre, die Freud der Vorgeschichte überlassen hatte. Das Kleinkind hat Objekte, bevor es Personen im erwachsenen Sinn hat: Brust, Kot, den eigenen Leib, die Mutter als gute und böse, noch nicht als eine. Die paranoid-schizoide Position spaltet, um die Vernichtung durch das böse Objekt abzuwehren; die depressive Position erträgt, dass gut und böse denselben Menschen meinen, und setzt Trauer, Schuld, Wiedergutmachung an die Stelle der Zerstückelung. Das ist keine Stufenleiter, die man abhakt. Es sind Lagen, in die das Leben zurückkehren kann. Neid, Gier, der Angriff auf die innere Mutter: Klein schreibt düsterer als die Ich-Psychologie, weil sie die Angst für ursprünglicher hält als die Anpassung.

Das Spiel ist die Sprache. Figuren, Wasser, das Zerschneiden von Papier: Klein deutet, was andere schützen wollten, und hat dafür den Vorwurf der Suggestion geerntet. Die Stunde ist hartnäckig, die Deutung früh. Wo Anna Freud das Ich des Kindes stärken und die Eltern schonen wollte, setzt Klein die transference, als wäre das Kleinkind schon der erwachsene Analysand. Die Kontroversen der britischen Gesellschaft in den vierziger Jahren haben daraus zwei Schulen gemacht. Das Buch, als Sammlung, trägt beides: die klinischen Protokolle und die Theorie der Positionen, die später die Objektbeziehung genannt wurde.

Unsicher bleibt, wie viel die frühe Deutung dem Kind auflädt und wie viel sie findet. Klein kennt den Einwand nicht als Grund, zu schweigen. Der Ton ist der einer Klinikerin, die Fälle zur Kosmologie des Inneren macht: dicht, ohne den Essayton von Freud, oft ohne Gnade für die Idylle der Kindheit. Wer nur die Positionen als Vokabel sucht, hat die Stunde nicht gelesen. Wer nur die Strenge sucht, unterschlägt, dass Wiedergutmachung und Dank hier ebenso ursprünglich sind wie der Angriff. Winnicott kommt aus dieser Schule und mildert sie; die Kleinianer haben die Härte behalten.

Einordnung

Klein hat der Psychoanalyse nach Freud die Objektbeziehung und die frühe Angst gegeben. Die Psychoanalyse des Kindes von 1932 ist die Monographie; diese Sammlung ist der lesbare Klein der späteren Aufsätze. Sigmund Freuds Das Ich und das Es setzt die Instanzen später; Klein setzt den Streit der Objekte früher. Die empirische Säuglingsforschung hat vieles nicht bestätigt und die Richtung nicht aufgehoben: dass das Kleinkind keine Unschuld ohne innere Welt ist. Wer nach Klein über frühe Bindung und innere Objekte spricht, spricht in diesem Buch – auch dort, wo er die Deutung für zu kühn hält.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.