Das Rolandslied

- · um 1100 · Versepos


Das Werk
Deutscher Titel: Das Rolandslied
Autor(en):
Originaltitel: La Chanson de Roland
Originalsprache: altfranzösisch
Erstveröffentlichung: um 1100
Schlagwörter: Treue, Verrat, Nachhut, Karl
Sachgebiete: Versepos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 815 Seiten
ISBN: 9783150027455
Verweise


Das Rolandslied ist im Deutschen der Name der altfranzösischen Chanson de Roland, des Heldenepos von Karls Nachhut, die in den Pyrenäen fällt. Um 1100 entstanden, in der Oxforder Handschrift des zwölften Jahrhunderts greifbar, unbekannten Verfassers. Deutsche Leser treffen den Stoff oft in der mittelhochdeutschen Bearbeitung des Pfaffen Konrad; die Infobox folgt der Reclam-Ausgabe dieser Bearbeitung, der Rang des Werks gehört der französischen Chanson.

Inhalt

Karl der Große führt Krieg in Spanien, sieben Jahre, die Städte fallen, Saragossa hält noch. Marsilie, der muslimische König, bietet Unterwerfung und Geschenke, um den Abzug zu erkaufen. Roland, Karls Neffe, rät zur Härte; Ganelon, sein Stiefvater, rät zum Frieden und wird als Bote geschickt. Die Kränkung wird zum Verrat: Ganelon verabredet mit Marsilie den Überfall auf die Nachhut, die Roland befehligen soll. Karl zieht über die Pässe; im Tal von Roncesvalles greifen die Sarazenen an, zahlenmäßig überlegen. Olivier bittet Roland dreimal, das Horn zu blasen, damit das Hauptheer umkehre; Roland weigert sich, solange er die Ehre der Franken nicht befleckt glaubt. Erst als die zwölf Paladine fallen und er selbst verwundet ist, tönt das Horn. Karl hört und kehrt um; er kommt zu spät.

Roland zersprengt den Schädel der Feinde, zerbricht das Schwert nicht, stirbt mit dem Gesicht nach Spanien, den Handschuh Gott entgegengehalten. Karl rächt die Nachhut, die Sonne bleibt auf sein Gebet stehen, Marsilie fällt, die Königin von Saragossa lässt sich taufen. Ganelon wird gefoltert und gerädert, nachdem ein Gottesurteil den Verwandten, der für ihn kämpfte, getötet hat. Die Chanson endet nicht in Versöhnung: Ein neuer Krieg ruft schon, der Engel mahnt den greisen Kaiser, der weint und sich nicht ausruhen darf. Treue und Maß stehen gegeneinander: Rolands Übermut – desmesure – richtet die Nachhut zugrunde und macht ihn zum Märtyrer. Olivier hat recht gehabt und stirbt neben ihm.

Die Form ist die Lassendichtung: Zehnsilbler, Assonanz, Vortrag zum Instrument. Die historische Kernspur ist dünn – 778 fiel eine Nachhut Karls in den Pyrenäen, wohl durch Basken, nicht durch ein islamisches Großheer. Die Chanson macht daraus einen Glaubenskrieg und einen Hof, der Verrat kennt. Der Pfaffe Konrad hat um 1170 eine deutsche Fassung geschrieben, die das christliche Pathos verstärkt und Karl näher an den Heiligen rückt. Wer nur Konrad liest, liest eine Bearbeitung. Wer die Chanson als Chronik nimmt, verfehlt die Kunst der Laisse und die Erfindung Ganelons. Die Götter der Ilias fehlen; an ihrer Stelle stehen Engel, Reliquien und das Horn, das zu spät kommt.

Einordnung

Die Chanson de Roland ist das französische Heldenepos schlechthin, Maß der altfranzösischen Heldengesänge, Schulbuch der Treue. Neben dem Nibelungenlied steht der Untergang einer Kriegerschar durch Ehre; hier fällt die Nachhut für den Kaiser und den Glauben, dort das Geschlecht für die Rache. Neben Beowulf fehlt das Ungeheuer: Der Feind ist der Mensch, der die Seite wechselt. Die historisch-kritische Romanistik hat die Oxforder Fassung, die Datierung und den Abstand zum Jahr 778 herausgelegt; die fromme Lesart hat Roland zum Heiligen der Grenzkämpfe gemacht. Wer nach diesem Lied über Vasallentreue spricht, spricht hinter Roncesvalles – hinter einem Horn, das die Hilfe ruft, wenn die Ehre schon bezahlt ist, und hinter einem Kaiser, der siegt und nicht ruhen darf.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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