Das Nibelungenlied

- · um 1200 · Versepos


Das Werk
Deutscher Titel: Das Nibelungenlied
Autor(en):
Originaltitel: Das Nibelungenlied
Originalsprache: mittelhochdeutsch
Erstveröffentlichung: um 1200
Schlagwörter: Rache, Ehre, Hort, Untergang
Sachgebiete: Versepos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 1036 Seiten
ISBN: 9783150006443
Verweise


Das Nibelungenlied ist das mittelhochdeutsche Heldenepos vom Untergang der Burgunden, um 1200 an einem Hof zwischen Passau und Wien entstanden, ohne gesicherten Verfassernamen. In über zweitausend Strophen führt es von Worms an den Hof Etzels und lässt am Ende niemanden siegen. Die angegebene Ausgabe folgt dem Text von Bartsch und de Boor in der neuhochdeutschen Übertragung von Siegfried Grosse.

Inhalt

Am Wormser Hof wächst Kriemhild auf, Schwester Gunthers; Siegfried von Xanten wirbt um sie, nachdem er den Drachen getötet und den Hort der Nibelungen gewonnen hat. Er hilft Gunther, die isländische Brunhild zu gewinnen, mit List und unsichtbar machendem Tarnmantel: Gunther scheint der Starke, Siegfried ist es. Die Doppelhochzeit stiftet den Frieden nicht. Brunhild erkennt den Betrug, der Streit der Königinnen vor dem Münster macht ihn öffentlich, Hagen von Tronje rät zur Tat. Siegfried wird auf der Jagd im Odenwald ermordet, an der einzigen Stelle, die Kriemhild selbst auf seinem Gewand bezeichnet hat. Hagen versenkt den Hort im Rhein. Der erste Teil endet mit einem Grab und einem Schatz, den niemand mehr heben soll.

Kriemhild heiratet Etzel, den Hunnenkönig, und wartet. Jahre später lädt sie die Brüder an den Donauhof. Hagen rät ab und fährt doch mit; an der Grenze erfährt er durch die Wasserfrauen, dass nur der Kaplan heimkehren wird. Was folgt, ist kein Turnier, sondern die Vernichtung eines Gefolges in fremden Mauern: der Streit im Saal, der Tod der Söhne, die Burgunden, die den Saal halten, bis man ihn anzündet. Rüdiger, der Markgraf, gerät zwischen Gastrecht und Vasallentreue und fällt. Volker fiedelt, bis er stirbt. Gunther und Hagen bleiben zuletzt; Kriemhild lässt den Bruder töten, fordert von Hagen den Hort, tötet ihn, als er schweigt, und fällt selbst durch Hildebrand. Der Hof Etzels ist ein Schlachthaus. Der Hort bleibt im Rhein.

Das Lied kleidet heroischen Stoff in höfische Form: Minne, Fest, Kleider, der Wormser Hof als Glanz, unter dem die ältere Gewalt liegt. Die Strophe bindet vier Langzeilen; der Ton ist sachlich, fast kalt, wo das Blut fließt. Die Forschung sieht Schichten – Siegfriedsage und burgundischen Untergang –, die ein unbekannter Dichter um 1200 zusammengefügt hat, wohl im Bistum Passau. Christliche Vorzeichen fehlen nicht, sie retten niemanden. Hagen ist treu und mörderisch; Kriemhild wird vom werbenden Mädchen zur Rächerin, die das eigene Geschlecht auslöscht. Wer eine nationale Gründungserzählung sucht, trifft ein Gedicht, das den Hof vernichtet und den Schatz versenkt.

Einordnung

Neben der Ilias ist das Nibelungenlied das europäische Buch vom Untergang einer Kriegergesellschaft durch Ehre und Rache, nicht durch äußere Eroberung. Die Romantik hat es zum deutschen Nationalepos erhoben; die historisch-kritische Philologie hat den einen Dichter, die zwei Teile und die mündliche Vorwelt wieder auseinandergelegt. Richard Wagner hat den Stoff in ein Bühnenwerk gezogen, das den Hort zur Weltformel macht und Kriemhilds Rache in Götterdämmerung wendet. Das Lied selbst bleibt härter: kein Erlösungsfeuer, ein Saal voll Toter. Wer es neben den Beowulf oder das Rolandslied stellt, sieht die Nachbarschaft der Heldendichtung und den Unterschied: Hier siegt niemand, der Hort tröstet nicht, die Treue tötet. Das neunzehnte Jahrhundert hat das als deutschen Charakter gelesen; das Lied erzählt eine Katastrophe, keine Tugend.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.