Das Lob der Torheit

Desiderius Erasmus · 1511 · Sachbuch, Essay
Philosophie Literatur
Das Werk
Deutscher Titel: Das Lob der Torheit
Autor(en): Desiderius Erasmus
Originaltitel: Moriae Encomium
Originalsprache: lateinisch
Erstveröffentlichung: 1511
Schlagwörter: Satire, Humanismus, Kirche, Narrheit
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 148 Seiten
ISBN: 9783150190364
Verweise


Das Lob der Torheit (lateinisch Moriae Encomium oder Stultitiae Laus) ist die 1511 erschienene Rede von Desiderius Erasmus, im Hause des Thomas Morus ausgearbeitet und ihm zugeeignet. Die Torheit tritt als Person auf und hält ihre eigene Lobrede; der Ernst steckt in der Stimme, die nicht ernst sein darf.

Inhalt

Die Torheit begrüßt die Zuhörer und beweist, dass ohne sie nichts Lebendiges wäre. Götter, Kinder, Greise, die Ehe, die Freundschaft: Alles, was glücklich macht, braucht einen Rest Blindheit. Selbstliebe, Schmeichelei, Vergessen sind ihre Gefährtinnen. Erasmus lässt sie so reden, dass der Spott die Lebenslust nicht einfach denunziert. Die Torheit hat recht, solange sie das Leben gegen die starre Weisheit hält – und wird gefährlich, sobald die Weisen ihren Wahn für Verstand ausgeben.

Dann der Ständespiegel. Jäger, Spieler, Adlige, die auf Ahnen pochen; Gelehrte, die an Silben kauen; Mönche, die Regeln über die Barmherzigkeit stellen; Theologen, die Gott in Distinktionen sperren; Fürsten und Höflinge; Bischöfe und der Papst, der Kriege führt statt das Kreuz. Jeder Stand hält seinen Dünkel für Amt. Die Rede bleibt komisch und wird bissig, wo die Kirche sich selbst meint. Erasmus schreibt als Frommer, der die Kirche durch Buchstaben bessern will, nicht als einer, der sie abschaffen möchte.

Am Ende wendet sich die Torheit zur christlichen Narrheit: Paulus, das Kreuz, die Demut, die den Weisen der Welt als Wahnsinn gilt. Das ist keine Rücknahme des Spottes, sondern seine Spitze. Die Torheit des Glaubens ist nicht der Dünkel der Theologen; sie ist die Bereitschaft, als Narr zu erscheinen. Der Text hält beides: das Lachen über die Klugen und die Behauptung, dass das Evangelium die Klugheit durchkreuzt. Wer nur den Witz auf Mönche sucht, findet ihn; das Buch ist länger, weil die Rednerin zuletzt das Kreuz nicht ausspart.

Einordnung

Erasmus hat dem Humanismus die Form der ironischen Rede gegeben, in der die Wahrheit den Narrenrock trägt. Die Nähe zu Morus’ Utopia ist die der Freunde: Spott als Prüfung der bestehenden Ordnung. Die angegebene Ausgabe folgt einer Übersetzung aus dem Lateinischen. Neben Rabelais’ Gargantua und Pantagruel steht das Lob als Buch, in dem Gelehrsamkeit über sich selbst lacht, ohne die Gelehrsamkeit preiszugeben. Wer nach Erasmus über die Torheit der Weisen spricht, spricht hinter dieser Rede; wer sie für einen bloßen Spaß auf Mönche hält, hat das Kreuz am Schluss nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.