Das Ghetto

Louis Wirth · 1928 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Das Ghetto
Autor(en): Louis Wirth
Originaltitel: The Ghetto
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1928
Schlagwörter: Ghetto, Assimilation, Judentum, Stadt
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: University of Chicago Press


Umfang dieser Ausgabe: 306 Seiten
ISBN: 9781560009832
Verweise


Das Ghetto (englisch The Ghetto) ist die 1928 erschienene Studie von Louis Wirth über das jüdische West Side in Chicago und die längere Geschichte des abgeschlossenen Viertels. Wirth, aus einem deutschen Dorf nach Amerika gekommen, liest das Ghetto als soziale Form, die Zwang und Schutz zugleich ist: Isolation, die Sitten bewahrt und Aufstieg verzögert. Das Buch ist Chicagoer Ethnographie und Assimilationstheorie, bevor Wirth später Urbanität als Lebensweise formulierte.

Inhalt

Wirth führt vom mittelalterlichen Ghetto über das osteuropäische Schtetl in die Maxwell Street. Das Viertel ist nicht nur Armut, sondern eine Institution: Sprache, Religion, der Laden, die Landsmannschaft, die Zeitung. Wer hinauswill in die amerikanische Mittelklasse, muss Bindungen lösen, die ihn gehalten haben. Assimilation erscheint als Verlust und als Gewinn, nicht als glatte Tugend. Die zweite Generation steht zwischen den Sprachen; der Antisemitismus draußen hält zusammen, was innen schon bröckelt.

Die Methode verbindet Geschichte, Statistik und Beobachtung. Wirth schreibt näher an Park als an Thomas’ Briefmassen, kühler, lehrbuchhafter. Das Ghetto wird zum Modell auch für andere abgeschlossene Viertel, mit der Gefahr, dass eine jüdische Geschichte zur allgemeinen Theorie der Segregation wird. Wer nur die Assimilation als Ziel kennt, unterschlägt den Preis; wer nur den Zwang kennt, unterschlägt, dass das Viertel eine Kultur war, nicht nur ein Käfig.

Das Buch blieb im Schatten des späteren Aufsatzes über Urbanism as a Way of Life, der die Stadt abstrakter fasste. Die Kritik hat die Assimilationslinie für zu teleologisch, die Übertragung des Ghettobegriffs für zu weit, die Blindheit gegenüber schwarzen Vierteln Chicagos für bezeichnend gehalten. Geblieben ist die Einsicht, dass Segregation eine soziale Leistung ist, nicht nur ein Makel der Karte. Die spätere Ghettoforschung hat den Namen behalten und den Inhalt oft gegen Wirth gewendet.

Einordnung

Wirth hat Parks Zonen an einem Volk erprobt, das die Schule als Muster der Minderheit nahm. Neben Andersons Hobo und Whytes Ecke steht das Ghetto als Ethnographie der Schließung, nicht der Straße. Die Stadtsoziologie, die Migrationsforschung, die Debatte um Parallelgesellschaften arbeiten mit diesem Erbe, oft ungern. Wer die Chicagoer Schule nur als Ökologie kennt, hat das Viertel nicht als Institution gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.