Convergence Culture
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Convergence Culture |
| Autor(en): | Henry Jenkins |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | New York University Press |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2006 |
| Seitenanzahl: | 308 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 0814742815 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9780814742815 |
| Schlagwörter: | Konvergenz, Beteiligung, Fan, Erzählung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Medienwissenschaft |
| Rezensionen | |
Convergence Culture. Where Old and New Media Collide ist die 2006 erschienene Untersuchung von Henry Jenkins. Sie zeigt, wie Stoffe durch Kanäle wandern und Nutzer mitwandern, oft als unbezahlte Arbeit. Konvergenz ist keine technische Verschmelzung der Geräte, sondern eine kulturelle Lage, in der alte und neue Medien zusammenstoßen.
Inhalt
Jenkins unterscheidet technische Konvergenz von der kulturellen. Dieselben Geschichten laufen über Bildschirm, Buch und Spiel; die Anhänger – im Buch fans genannt, dann als Mitspieler und Weitererzähler ernst genommen – sammeln, fordern, ergänzen und erzählen weiter, wo die Industrie abbricht. Beteiligung ist keine Idylle der Gleichheit. Konzerne laden sie ein, weil sie Aufmerksamkeit bindet, und kassieren sie, weil die Arbeit der Nutzer selten als Arbeit gilt. Erzählen über mehrere Kanäle heißt: Eine Welt wird so angelegt, dass kein einzelner Kanal sie ausschöpft, und die Wanderung zwischen den Kanälen zur Pflicht der Kundschaft wird. Beispiele aus der amerikanischen Populärkultur – Abstimmungsritual, Rätsel um Sendungen, die Wirklichkeit spielen, Stoffe wie The Matrix und Star Wars – tragen die These, ohne sie zur Feier der Marke zu machen. Die Gegenthese der Kulturindustrie, der Zuschauer sei passiv und der Stoff fertig, wird durch die Praxis der Anhängerschaft widerlegt. Macht verschwindet deshalb nicht; sie verschiebt sich in die Frage, wer die Weitererzählung erlaubt, verbietet oder verwertet.
Der Ton ist optimistischer als bei Friedrich Kittler, empirischer als bei Jean Baudrillard und näher an der Ethnographie der Nutzung als an der Ontologie des Apparats. Jenkins nimmt Anhänger ernst als Produzenten, ohne die Industrie zu streichen, und genau diese Doppelung hat das Buch anschlussfähig gemacht. Lev Manovich hatte die Form des Digitalen geordnet; Jenkins beschreibt die Praxis, in der Formen gebraucht, gekreuzt und angeeignet werden. Die Gegenthese des Pessimismus, Plattformen würden Beteiligung nur simulieren, um Daten zu ernten, ist 2006 schon angelegt, aber noch nicht die Leitthese. Kritik nannte den Optimismus zu kalifornisch, die Fälle zu amerikanisch und die Arbeit der Nutzer zu freundlich gefasst. Jenkins antwortet mit Feldbeobachtung, nicht mit Totaltheorie.
Genau dieser Optimismus hat das Seminar und die Industrie erreicht, oft in entgegengesetzter Absicht: hier als Theorie der Teilhabe, dort als Anleitung, Anhänger zu binden. Die Lage der Plattformen nach 2006 hat die Arbeit der Nutzer sichtbarer gemacht, nicht widerlegt; unbezahlte Produktion ist zum Geschäftsmodell geworden, das Jenkins beschrieben, aber nicht in dieser Härte angeklagt hatte. Die Stärke ist die Ernstnahme der Praxis gegen die Verachtung der Populärkultur. Die Schwäche ist die Neigung, Konflikt in Verhandlung und Ausbeutung in Mitmachen zu übersetzen. Beides bleibt lesbar, weil die Fälle konkret sind und die Unterscheidung von Graswurzel und Konzern nicht ganz aufgegeben wird.
Einordnung
2006 ist die lesbarste Theorie der Beteiligung in den digitalen Jahren, neben Lev Manovichs Sprache der Formen und Manuel Castells’ Netz die dritte Gründung, und die einzige, die vom Alltag der Anhänger ausgeht. Wirkung entfaltete das Buch in der Forschung zur Anhängerschaft, der Medienpädagogik und der Industrieberatung, was die akademische Kritik als Vereinnahmung gelesen hat. Nachbarschaft zu Manovich bleibt komplementär: Form gegen Praxis, Datenbank gegen Wanderung der Stoffe. Shoshana Zuboff hat später die Plattform als Überwachung gelesen und den freundlichen Ton der Teilhabe zerrissen; Jenkins bleibt der Ort, an dem Beteiligung noch als kulturelle Leistung und als umkämpfte Ressource zugleich vorkommt. Das Buch hat eine Generation gelehrt, Nutzer nicht als Restgröße zu behandeln, und es bleibt angreifbar, wo es die Arbeit hinter der Freude zu wenig als Arbeit benennt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
