Buch von der Deutschen Poeterey

Martin Opitz · 1624 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Buch von der Deutschen Poeterey
Autor(en): Martin Opitz


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1624
Schlagwörter: Metrik, Regel, Deutsch, Nachahmung
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 80 Seiten
ISBN: 9783150079751
Verweise


Das Buch von der Deutschen Poeterey ist die 1624 in Brieg erschienene Poetik von Martin Opitz. Im Krieg eine Metrik: das Deutsche soll den Alten und den Franzosen ebenbürtig werden, indem es aufhört, Silben nach Zufall zu zählen.

Inhalt

Opitz setzt die rein betonte Silbenmessung gegen das Silbenzählen, das er für Unordnung hält. Alexandriner, die Reinheit der Endreime, die Trennung der Gattungen, die Nachahmung der Alten und der Niederländer: Eine Nationalsprache bekommt Regeln, damit sie Kunst sei, nicht nur Rede. Die Beispiele sind knapp, der Ton gesetzgeberisch, ohne Horaz' Witz. Wer im Dreißigjährigen Krieg dichtet, dichtet Ordnung, bevor er Frieden hat. Die Poeterey ist Programm und Feile. Sie will den deutschen Vers aus der Hans-Sachs-Welt in die der Renaissance holen.

Horaz' Ars poetica und Ronsard, Scaliger, die niederländische Schule sind die Quellen. Opitz übersetzt sie in Vorschriften für ein Deutsch, das noch keine gemeinsame Kunstrache hat. Johann Christoph Gottsched wird ein Jahrhundert später verschärfen, was hier beginnt; die Genies werden die Regel verwerfen und den Alexandriner trotzdem können. Wer nur den Pedanten sucht, unterschlägt 1624: Ohne dieses Buch hat die hochdeutsche Kunstdichtung keine gemeinsame Metrik. Wer nur den Gründer meint, unterschlägt, wie dünn das Büchlein ist und wie sehr es vom Krieg umgeben war.

Unsicher bleibt, ob Reinheit der Messung Reichtum oder Armut erzeugt. Opitz opfert die ältere Freiheit der Silben und gewinnt die Vergleichbarkeit mit Paris. Die Schäferei, das Trostgedicht, die eigene Dichtung führen vor, was die Regel tragen soll. Der Ton ist schlesisch-klar, schulisch, ohne Barockwucherung, die später dieselbe Schule füllen wird. Die Poeterey ist der Anfang, nicht die Fülle.

Einordnung

Das Buch hat der deutschen Dichtung die regelmäßige Metrik gegeben, auf der Klassik und noch der Gegensatz zur Regel ruhen. Horaz liefert das Maß; Gottsched die Vernunft; Lessing die Befreiung, die Opitz braucht, um überwunden zu werden. Wer nach 1624 deutsche Verse als Kunst misst, misst mit Opitz – auch dort, wo er ihn nicht nennt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.