Breviarium ab urbe condita
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Breviarium ab urbe condita |
| Autor(en): | Eutropius |
| Originaltitel: | Breviarium ab urbe condita |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 369 |
| Schlagwörter: | Rom, Kaisergeschichte, Kurzfassung, Livius |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Schöningh
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| Umfang dieser Ausgabe: | 512 Seiten |
| ISBN: | 9783506789167 |
| Verweise | |
Das Breviarium ab urbe condita ist die um 369 im Auftrag des Kaisers Valens verfasste kurze römische Geschichte des Eutropius, von der Stadtgründung bis zum Tod Jovians 364. Der Titel lehnt sich an Titus Livius’ Ab urbe condita an; das byzantinische Lexikon Suda nannte das Werk geradezu einen Auszug aus Livius. Zehn Bücher führen in knapper Prosa durch Könige, Republik und Kaiserzeit, als Orientierungswissen für den Herrscher. Heidnische und christliche Leser, griechische Übersetzer und das lateinische Mittelalter haben das Kompendium benutzt und fortgesetzt. Es zählt als Livius-Auszug der Spätantike: ungenau in manchen Zahlen, genau in der Wirkung auf Schule und Geschichtsschreibung.
Inhalt
Eutropius schreibt gegen die Unübersichtlichkeit der großen Geschichtswerke und für einen Kaiser, der historisches Orientierungswissen braucht. Die Vorrede redet Valens als Gothicus Maximus an, ein Titel nach dem Gotenfeldzug von 367 bis 369, und verspricht die römischen Dinge von der Gründung bis zur eigenen Erinnerung in chronologischer Folge und knapper Erzählung, mit bemerkenswerten Zügen aus den Kaiserviten, damit der Herrscher sich freuen könne, den Vorbildern bereits gefolgt zu sein, ehe er sie las. Zehn Bücher: eins bis sechs Könige und Republik, sieben bis zehn Kaiserzeit. Buchgrenzen markieren Epochen, die der Autor für Einschnitte hält – vom Kapitol der Gallier über die Punischen Kriege, Marius und Sulla bis zu Constantius, Julian und Jovian. Die Kürze ist höfische Tugend: Valens soll lesen können, ohne Historiker zu werden.
Die frühen Bücher ruhen auf einer Livius-Epitome, nicht auf Livius selbst. Gründung, Könige, Vertreibung, Ständekämpfe, Samniten, Pyrrhus, Hannibal, Makedonien, Karthagos Zerstörung, Jugurtha: Namen, Schlachten, Ehrenbeinamen, Triumphzüge, in knapper Prosa, die den Anfänger nicht überfordert und den Kenner oft ungenau unterrichtet. Für die Kaiserzeit nutzt Eutropius vor allem die verlorene Enmannsche Kaisergeschichte; Übereinstimmungen mit Sueton erklären sich über diese Mittelquelle. Die letzten Jahre, nach 357, speisen sich aus eigenem Erleben, namentlich dem Perserkrieg Julians. Heidnische und christliche Leser haben das Buch benutzt; Hieronymus, Augustinus, Orosius, Cassiodor, Jordanes. Paianios übersetzte es schon um 379 ins Griechische; Kapiton von Lykien folgte im 6. Jahrhundert.
Unsicher ist die Zuverlässigkeit, sobald man zählt. Chronologische Irrtümer, vertauschte Konsuln, vereinfachte Kriege: Das Ansehen als Quelle sank, je genauer die Altertumswissenschaft verglich. Als Zeitgenosse des 4. Jahrhunderts und als Zeuge verlorener Kaisergeschichte bleibt Eutropius unentbehrlich. Wer das Kompendium als Ersatz für Livius liest, verfehlt die Kürze, die Valens wollte; wer es nur als Schullektüre abtut, verfehlt die spätantike Politik, die sich im Spiegel der Vorfahren erkennen sollte. Der Ton ist nüchtern, kaiserfreundlich, ohne große Reden, ohne Seelendeutung – Geschichtsschreibung als Übersicht.
Einordnung
Unter den spätantiken Kurzfassungen steht Eutropius neben Florus, Aurelius Victor und Festus. Paulus Diaconus hat das Werk im 8. Jahrhundert überarbeitet und bis Justinian fortgesetzt; über hundertsechzig Handschriften dieser Historia Romana zeigen, dass die Bearbeitung das Original überrundete, ohne es zu verdrängen. Landolfus Sagax führte um 1000 bis ins Jahr 806 weiter. Vom 16. bis 19. Jahrhundert war das Breviarium Anfängerlektüre des Lateinunterrichts in Deutschland, Italien, Spanien, Russland und im englischen Sprachraum. Die Ausgabe von Bruno Bleckmann und Jonathan Groß macht den Text mit Kommentar wieder als Geschichtswerk lesbar, nicht nur als Übungsstück.
Das Missverständnis, hier spreche nur der Epitomator ohne Urteil, verfehlt die Widmung an Valens und die Auswahl dessen, was ein Kaiser nachahmen soll. Geblieben ist das Livius-Kompendium als die Form, in der Rom für Jahrhunderte schulmäßig erzählt wurde. Wer nach der römischen Geschichte in der Fassung fragt, die das Mittelalter wirklich las, liest hinter diesem Auszug – ungenau in den Zahlen, genau in der Wirkung. Geschichtsschreibung als Übersicht hat hier ihren spätantiken Musterfall.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
