Bleak House
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Bleak House |
| Autor(en): | Charles Dickens |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Insel Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1853 |
| Seitenanzahl: | 1030 Seiten |
| Originaltitel: | Bleak House |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3458328106 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783458328100 |
| Schlagwörter: | Gericht, Erbschaft, Nebel, London |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Bleak House ist der neunte Roman von Charles Dickens, 1852 und 1853 in Fortsetzungen erschienen. Ein Erbschaftsstreit vor dem englischen Kanzleigericht frisst Vermögen, Leben und Vernunft; daneben erzählt eine junge Frau ihre Herkunft und ein Anwalt treibt eine Lady in den Tod. Dickens hat den Nebel über Lincoln’s Inn zur Figur gemacht und das Gericht als Labyrinth, aus dem niemand als Gewinner austritt. Der deutsche Titel bleibt englisch, das Haus heißt öde, nicht bleich. Neben David Copperfield gilt der Band als Dickens’ ehrgeizigste Gesellschaftssatire.
Inhalt
Der Fall Jarndyce gegen Jarndyce dauert schon so lange, dass die Akten Berge sind und die Erben nur noch Parteien. John Jarndyce, ein gütiger Mann, nimmt drei Mündel auf: die Waise Esther Summerson, die er zur Haushälterin und Vertrauten macht, sowie Ada Clare und deren Vetter Richard Carstone, die einander lieben und gleichzeitig seine Prozessgegner sind. Esther erzählt in der Ich-Form eine Kindheit bei einer Tante, die ihr sagte, sie sei die Schande ihrer Mutter. Richard versucht Chirurgie, Advokatur, die Offizierslaufbahn und gibt alles auf, um sich in den Prozess zu verbissen. Der Advokat Vholes nährt die Hoffnung, die nur Kosten erzeugt. Ada heiratet Richard heimlich und gibt ihm ihr Vermögen; es verschwindet. Als ein drittes Testament auftaucht, ist das Erbe durch die Gerichtskosten aufgezehrt. Richard stirbt nach einem Blutsturz, mit Jarndyce versöhnt, zu spät.
Der zweite Strang gehört Sir Leicester Dedlock und seiner jüngeren Frau Honoria. Der Familienanwalt Tulkinghorn sammelt Geheimnisse wie andere Leute Schulden. Er stößt auf Honorias voreheliche Liebe zum Offizier Hawdon, der als Schreiber Nemo in Armut stirbt, und auf ein Kind, das nicht tot war: Esther. Lady Dedlock erkennt die Tochter, bittet um Schweigen um des Gatten willen und wird, nach Tulkinghorns Ermordung, selbst verdächtigt. Der Geheimdetektiv Bucket klärt den Mord; Honoria flieht und wird tot am Grab des Geliebten gefunden. Esther, zwischen beiden Häusern die Verbindung, pflegt Arme, steckt sich an den Pocken des Straßenjungen Jo an und behält ein vernarbtes Gesicht. Jarndyce hält um sie an; sie sagt zu aus Dank. Als der Arzt Allan Woodcourt zurückkehrt, gibt Jarndyce sie frei, schenkt den beiden ein zweites Bleak House in Yorkshire und wird wieder der väterliche Freund.
Um das Gericht kreisen Miss Flite mit ihren Käfigvögeln, der Trödler Crook, der philanthropische Schwätzer Skimpole, Mrs. Jellyby, die Afrika rettet und die eigenen Kinder vernachlässigt. Jo kehrt die Kreuzung und weiß von nichts, außer dass er nicht bleiben darf. Das Kanzleigericht spricht, vertagt, spricht wieder; die Vögel sterben im Käfig, bevor ein Urteil sie befreien könnte. Dickens wechselt die allwissende Satire mit Esthers Stimme, sodass keine Instanz rein bleibt, auch die gütige nicht.
Einordnung
Dickens hat die soziale Frage und die Gerichtsfrage ineinandergelegt. Das Chancery Court ist keine Kulisse, es ist die Maschine, die Richard tötet und Miss Flite wahnsinnig macht. Esther ist das Gegengewicht: praktische Güte gegen das System, das Güte in Akten verwandelt. Zeitgenossen lasen einen Kriminalroman, eine Anklage und ein Familienbuch; die Moderne hat die verschachtelte Erzählung erkannt, die Sturmhöhe in anderer Tonart vorbereitet hatte. Gegenüber Eine Geschichte aus zwei Städten ist Bleak House englischer, nebliger, weniger auf die Revolution gerichtet als auf die Behörde, die keine braucht, um Menschen zu vernichten.
Die Fortsetzungen im Film und Fernsehen, von den frühen britischen Fassungen bis zu späteren Teleteilen, haben oft Esther zur Heldin einer Herkunftsgeschichte gemacht und den Prozess gekürzt. Der Roman erzählt beides ungetrennt: Ohne Jarndyce gegen Jarndyce gäbe es Esthers Haus nicht, ohne Esther wäre der Nebel nur Wetter. Wer nach Dickens über das Recht als Labyrinth spricht, spricht hinter diesem Band. Die Insel-Ausgabe folgt Richard Zoozmann und den Bildern von Phiz, die die Öde des Hauses schon kannten, bevor der letzte Teil gedruckt war.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
