Bible de Genève
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Bible de Genève |
| Autor(en): | Pierre-Robert Olivétan |
| Originaltitel: | Bible de Genève |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1560 |
| Schlagwörter: | Bibel, Genf, Reformation, Übersetzung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Religionswissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Robert Estienne
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| Umfang dieser Ausgabe: | 900 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Bible de Genève ist die 1560 in der Offizin von Robert Estienne gedruckte französische Bibel, die auf der Übersetzung von Pierre-Robert Olivétan von 1535 beruht. Olivétans Vetter Johannes Calvin hatte den Text seit 1540 mitbearbeitet; Ausgaben unter den Namen Bible du Glaive und Bible de l’Épée gingen voraus, die von 1551 in großer Zahl. Die Genfer Ausgabe trägt Estiennes Ölbaum und die Devise noli altum sapere – sei nicht stolz –, nach dem Römerbrief. Der Verkauf im katholischen Frankreich war verboten. Das Buch zählt als maßgebliche Schrift der französisch-reformierten Protestanten, ohne je die Bedeutung der Lutherbibel zu erreichen.
Inhalt
Die Übersetzung schreibt gegen zwei Herrschaftsansprüche über den Wortlaut: gegen die lateinische Kirchenbibel, die den Laien ausschließt, und gegen eine fromme Willkür, die den Text zum Schmuck macht. Olivétan, aus der pikardischen Reformation, hatte 1535 in Serrières bei Neuchâtel die erste französische Vollbibel aus den Grundsprachen vorgelegt. Calvin und die Genfer Kirche schliffen den Stil, klärten dunkle Stellen und stellten Vorreden voran, die den Leser zur Schrift, nicht zur Kirche, schicken. Die Ausgabe von 1560 ist das Ergebnis dieser Arbeit: ein französischer Satz, der predigen, lernen und widersprechen kann. Der Preis betrug dreißig Sols, den Wochenlohn eines Zimmermanns; die Auflage lag bei tausend Stück.
Was der Leser zu sehen bekommt, ist bewusst arm an Bildern. Pierre Cruche schnitt knapp zwanzig Holzschnitte, die nur Fremdes erklären: die Arche als Kasten, die Stiftshütte, die Bundeslade, den Tempel Salomos. Das Neue Testament bleibt ohne Bilder, eine Absage an die Heiligenlegende. Théodore de Bèze redigierte die Ausgaben von 1567 und 1588; Henri Estienne druckte 1565 groß und 1567 klein. Pastoren und Professoren der Genfer Kirche begannen 1588 eine sechzehnjährige Revision, die fast jeden Vers gegenüber Olivétan veränderte. Der Holländer Petrus Hackius nutzte 1587 den Genfer Text für die niederländische Bibel und übersetzte die Anmerkungen mit. 1635 erschien der Druck in Amsterdam, 1669 bei den Elzevir mit reicher Kommentierung nach der Pariser Revision des Pierre des Hayes. David Martin überarbeitete 1707, Jean-Frédéric Ostervald 1744.
Das Buch wird unsicher, wo aus der Treue zur Schrift eine Treue zur Genfer Lehre wird. Die Anmerkungen führen den Leser, sie lassen ihn nicht allein mit dem Wort. Calvin weiß, dass Übersetzung Entscheidung ist, und entscheidet reformiert: Abendmahl, Gnade, Gemeinde. Gegner in Frankreich verboten das Buch als häretisch; Freunde trugen es ins Exil. Der Ton ist der der humanistischen Philologie, nüchterner als Luthers Deutsch, ohne dessen sprachschöpferische Gewalt. Die Grenze, die Genf zieht – Schrift in der Volkssprache, Bilderverbot im Neuen Testament, Vorrede des Reformators –, ist eine Politik des Lesens, keine bloße Textgeschichte.
Einordnung
Über dreihundert Jahre blieb die Bible de Genève Maßstab der französischen Protestanten. Sie hat das Hugenottentum ernährt, die Fluchtbibeln der Emigration und die niederländischen Revisionen. Neben der Lutherbibel und der englischen Genfer Bibel von 1560 – einem verwandten, nicht denselben Werk – steht sie als reformierte Vollbibel der Volkssprache. Die religionsgeschichtliche Forschung liest sie als Dokument der calvinistischen Schriftkultur, nicht als Ersatz der Grundtexte.
Geblieben ist ein französischer Bibelton, den spätere Übersetzungen beerbt, umgeschrieben und verdrängt haben. Wer über die Reformation der romanischen Sprachen, über Hugenotten und über das Verbot des Bibelverkaufs in Frankreich spricht, stößt auf diese Ausgabe. Die Drucke von Estienne bis Elzevir haben den gelehrten Atem bewahrt; er ist älter geworden und als Quelle der reformierten Überlieferung nicht ersetzt. Wer französisch predigt, predigt noch immer in einem Satz, den Genf mitgeformt hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.