Beton
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Beton |
| Autor(en): | Anselm Jappe |
| Originaltitel: | Béton. Arme de construction massive du capitalisme |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 2020 |
| Schlagwörter: | Beton, Kapitalismus, Stadt, Material |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Zeitdiagnose |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Mandelbaum
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| Umfang dieser Ausgabe: | 160 Seiten |
| ISBN: | 9783991360032 |
| Verweise | |
Beton. Massenkonstruktionswaffe des Kapitalismus ist das 2020 auf Französisch erschienene Buch von Anselm Jappe, deutsch 2023 bei Mandelbaum, übersetzt von Gerold Wallner. Es liest den Beton nicht als Baustoffkunde, sondern als die Masse, in der sich die Logik der Ware gießt.
Inhalt
Jappe behauptet, dass Beton die konkrete Seite der Warenabstraktion ist. Wie die Ware löscht er Unterschiede aus: seriell, in astronomischen Mengen, nach wenigen Modellen, auf Verschleiß berechnet. Traditionelle Bauweisen weichen einem Stoff, der jeden Ort dem nächsten angleicht, bis die Welt keine Heimat mehr hat, sondern nur noch Flächen, die man errichtet, abschreibt und ersetzt. Das Buch zeichnet die Geschichte dieser Eroberung nach – die Propaganda der Befürworter über alle Ideologien hinweg, die kleine Schar der Skeptiker, die Schäden an Umwelt, Gesundheit und Stadtbild – und bindet sie an die Wertkritik: abstrakte Arbeit braucht ein Material, das selbst abstrakt ist, formbar, gleich, ohne Gedächtnis des Orts.
Le Corbusier erscheint hier nicht als bloßer Bösewicht, aber als Stimme einer Moderne, die das Haus zur Ware machen wollte und den Beton als ihre Moral nahm: ehrlich, nackt, wiederholbar. Jappe sieht in dieser Ehrlichkeit die Monotonie, die folgt, wenn Ehrlichkeit industriell wird. Katastrophen des Materials – Brücken, Fassaden, die Innenraumluft – sind für ihn keine Betriebsunfälle, sondern die Konsequenz einer Produktion, die Haltbarkeit nicht braucht, weil der Kreislauf des Werts Erneuerung braucht. Das schmale Buch argumentiert mit Beispielen, ohne Handbuch zu sein. Der Ton ist unerbittlich, oft polemisch, näher an Debord als an der Baugeschichte.
Die Gegenposition liegt bei den Architekten, für die Sichtbeton Konstruktion zeigt statt zu täuschen; bei einer Sozialgeschichte, die Schulen, Siedlungen und Brücken nicht als bloße Waffe lesen will; bei Taut, der dieselbe Moderne als Entlastung des Alltags meinte. Jappe hält dagegen, dass die gute Absicht den Stoff nicht unschuldig macht. Wer nur Zement sagt, hat die Herrschaft nicht gesehen. Wer nur Herrschaft sagt, unterschlägt, dass dieser Stoff wirklich bindet, trägt, billig ist – und genau darum gesiegt hat. Die Stärke ist die Schärfe; die Grenze ist dieselbe Schärfe, die Unterschied im Beton kaum noch gelten lässt.
Einordnung
Ohne dieses Buch fehlt der Gegenwart die Anklage, die den Baustoff beim Namen der Ökonomie nennt. In Die gebaute Gesellschaft steht es am Anfang, weil von hier aus Le Corbusiers Verheißung, Jacobs’ Gasse und Alexanders Muster neu lesbar werden: nicht als Stilgeschichte, sondern als Streit um ein Material, das Leben standardisiert. Neben Die Gesellschaft des Spektakels und Jappes eigener Warenanalyse ist dies die Anwendung, die man auf der Straße sieht.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die gebaute Gesellschaft (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
