Behemoth oder Das Lange Parlament

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Behemoth oder Das Lange Parlament
Autor(en): Thomas Hobbes
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Meiner
Serie: Philosophische Bibliothek
Erscheinungsjahr: 1681
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: Behemoth, or The Long Parliament
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3787328076
ISBN-13/

EAN-Code:

9783787328079
Schlagwörter: Bürgerkrieg, Naturzustand, Parlament, Erziehung
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Behemoth oder Das Lange Parlament ist die staatstheoretische Schrift von Thomas Hobbes über den Englischen Bürgerkrieg. Sie entstand 1668, blieb wegen eines Druckverbots König Karls II. zurück und erschien 1681 nach Hobbes' Tod. Vordergründig ist sie eine Geschichte des Streits zwischen Karl I. und dem Unterhaus von 1640 bis 1660; dem Gedanken nach zeigt sie den Naturzustand als Anomie, in der Menschen einander mit Gewalt überziehen. Das Landungeheuer Behemoth aus der jüdischen Überlieferung steht für diese dauernde Präsenz der Gewalt; der Leviathan von 1651 war das Seeungeheuer der latenten staatlichen Macht. Die deutsche Ausgabe von Peter Schröder erschien 2015 bei Meiner.

Inhalt

Hobbes schreibt gegen die Lehre, der Bürgerkrieg sei aus berechtigtem Widerstand gegen Tyrannei entstanden, und gegen die kirchlichen und universitären Deutungen, die das Gemeinwesen in Gewissensfragen aufspalteten. Das Lange Parlament, im Gegensatz zum nur zweiundzwanzig Tage tagenden Kurzen Parlament, bezeichnet die Periode, in der der englische Staat verfiel. Im Dialog erklärt ein Wissender einem Jüngeren, wie Prediger, Juristen, Anhänger der Volksouveränität und Ehrgeizige den Gehorsam untergruben. Der Krieg aller gegen alle, den der Leviathan als Gedankenexperiment entwickelt, erscheint hier als englische Erfahrung: Furcht vor Tod und Enteignung, Zerfall der Autorität, konkurrierende Schriftauslegung. Die Menschen fliehen diesen Zustand, indem sie sich einem starken Staat unterwerfen; der Behemoth erzählt, warum sie ihn verloren.

Die Behauptung wird an den Stationen von 1640 bis zur Restauration entfaltet. Hobbes macht die Universitäten und die presbyterianische Kanzel für eine Bildung verantwortlich, die den Untertanen das Recht zum Urteil über den Souverän einflößt. Die parlamentarische Sache erscheint nicht als Freiheit, sondern als Auflösung: wer den König richten will, hebt den Frieden auf, den nur ungeteilte Gewalt sichert. Roundheads und Cavaliers, die zeitgenössische Karikatur vom beißenden Pudel, sind für Hobbes zwei Gesichter derselben Unordnung, sobald keine letzte Instanz mehr gilt. Der Dialog insistiert auf politischer Erziehung durch den Souverän: ohne Lehre, die den Vertrag verständlich macht, kehrt der Behemoth wieder. Während der Leviathan die Bedingungen eines funktionierenden Staates setzt, seziert der Behemoth den Verfall. Titel und Inhalt bilden das bewusste Gegenbild zum konstruktiven Staatsentwurf.

Unsicher wird die Schrift, wo Geschichtserzählung und Staatslehre einander stützen müssen. Hobbes war Partei; royalistische Leser haben die Analyse begrüßt, Whig-Historiker sie als Verleumdung des Parlaments gelesen. Die Editionsgeschichte ist verwickelt, der Dialogton schulmäßig. Hobbes weiß, dass Furcht den Staat gründet, und zeigt zugleich, dass falsche Meinungen – über Gewissen, Eigentum, Repräsentation – die Furcht ins Innere des Gemeinwesens holen. Gegner haben den Text als Absage an jede Opposition gelesen; genauer ist er eine Absage an geteilte Souveränität. Die Grenze des Werks ist die der Restaurationsperspektive: es erklärt den Krieg, um die Wiederkehr des Leviathan zu rechtfertigen, nicht um die Klagen der Untertanen zu würdigen.

Einordnung

Ohne den Leviathan bleibt der Behemoth ein Geschichtsdialog; mit ihm wird er zur Probe der Theorie an der Katastrophe. Franz Neumann hat den Titel 1942 für seine Analyse des Nationalsozialismus als Struktur der Unordnung geborgt: hinter der Fassade des allmächtigen Staates Terror, der eher dem Naturzustand gleiche. Nachbarschaft hat das Buch zu Hobbes' De cive und zu den englischen Revolutionsdebatten, nicht zur späteren Gewaltenteilung. Das Missverständnis liegt darin, Behemoth und Leviathan als gleichwertige Ungeheuer der Willkür zu lesen; für Hobbes ist der Leviathan die Rettung vor dem Behemoth.

Geblieben ist die Lehre, dass der Staat an Meinungen stirbt, bevor er auf dem Schlachtfeld stirbt. Wer über Bürgerkrieg, Gehorsam und politische Erziehung spricht, spricht hinter diesem Dialog oder gegen seine Folgerung, ungeteilte Gewalt sei der einzige Friede. Die Meiner-Ausgabe hat den nüchternen Lehrton bewahrt; er ist älter geworden und nicht behaglich.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.