Becks letzter Sommer

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Becks letzter Sommer
Autor(en): Benedict Wells
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Diogenes
Serie:
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenanzahl: 464 Seiten
Originaltitel: Becks letzter Sommer
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3257240228
ISBN-13/

EAN-Code:

9783257240221
Schlagwörter: Lehrer, Musik, Reise, Traum
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Becks letzter Sommer ist der 2008 erschienene erste veröffentlichte Roman von Benedict Wells. Ein Münchner Lehrer Ende dreißig begräbt die Musikerlaufbahn, entdeckt in einem Schüler ein Talent und setzt in einem Sommer noch einmal auf den Traum. Wells, bei Erscheinen vierundzwanzig, hat das Buch wie eine Langspielplatte gegliedert: Intro, A- und B-Seite, Outro, die Kapitel nach Bob-Dylan-Liedern benannt. Diogenes nahm den Debütanten auf, obwohl der Verlag selten neue Namen setzt. Die Feuilletons staunten über den Ton, nicht nur über das Alter.

Inhalt

Robert Beck unterrichtet Deutsch und Musik, langweilt sich an der Schule und in flüchtigen Beziehungen. Der einzige Freund ist Charlie, einst Bandkollege, hypochondrisch und treulos im besten Sinn. Die Kellnerin Lara bewirbt sich an einer Modeschule in Rom; Beck verliebt sich gegen den eigenen Typ und kann sie nicht halten. In der Klasse sitzt Rauli Kantas aus Litauen, ein Außenseiter, der auf Becks Gitarre spielt, als hätte er nie etwas anderes getan. Beck schreibt ihm Lieder, organisiert eine Vorstellung; das Publikum feiert jedoch Raulis eigene Stücke, vor allem Finding Anna für die Mitschülerin, die ihn zurückweist.

Becks alter Bandkollege Holger Gersch, der ihn einst aus der Gruppe drängte, bietet Rauli einen Vertrag und verlangt Becks Rückzug. Bevor es dazu kommt, fahren Beck, Charlie und Rauli nach Istanbul, angeblich zu Charlies Mutter. Unterwegs stellt sich heraus, dass Charlie Drogen schmuggelt; in Bukarest verliert er einen Finger. Rauli gesteht, den Vertrag hinter Becks Rücken angenommen zu haben. Die drei bleiben dennoch beieinander. In einem Rausch erscheint Beck der Name Robert Zimmerman, und die Figur Bob Dylan sagt ihm, er solle den Traum nicht an die Sicherheit verraten.

Nach der Rückkehr geht Rauli nach England, ohne das Talent auszuschöpfen. Charlie überwindet die Flugangst und stirbt beim Absturz auf dem Heimweg. Beck kündigt, zieht nach Italien, macht Musik und unterrichtet nebenher. Acht Jahre später besucht ihn ein gezeichneter Rauli, nimmt die Katze mit und hinterlässt das unveröffentlichte Finding Anna. Beck hat weder Lara noch den großen Erfolg; er hat den Sommer, in dem noch einmal alles möglich schien, und ein Lied, das ihn weitertragen könnte. Einschübe namens „Beck und ich“ lassen den Autor Ben als Recherchierenden auftreten, als sei der Lehrer eine Figur aus der Wirklichkeit und das Buch nur deren Abschrift. Die Form der Schallplatte hält die Melancholie der B-Seite fest, ohne sie als Verfall zu denunzieren.

Einordnung

Wells hat keinen Künstlerroman mit versöhnlichem Schluss geschrieben, sondern einen über den Verrat an Idealen und die Hartnäckigkeit, mit der das Leben den Traum einholt. Florian Illies nannte das Debüt das interessanteste seiner Saison; andere rügten Geschwätzigkeit und eine B-Seite, die nachlasse. Die gefährliche Konstruktion mit dem Autor im Text soll die Illusion einer wahren Geschichte erhöhen und wirkt, je nach Lektüre, leicht oder eitel. Die Autoreise nach Istanbul stammt aus Wells' eigener Jugendfahrt; der Lehrer, der Sicherheit gegen Selbstverwirklichung tauscht, aus einer Bekanntschaft.

2015 kam Frieder Wittichs Verfilmung mit Christian Ulmen als Beck in die Kinos; sie hebt die Komödie und die Reise hervor und muss die acht Jahre danach kürzen. Wer Wells später in Vom Ende der Einsamkeit sucht, findet hier noch den rasantesten Ton und die Schallplatte als Form. Das Buch bleibt ein Debüt im genauen Sinn: zu lang, zu mutig, und genau deshalb der Anfang einer Stimme, die später knapper wurde. Beck wartet in Italien auf Sätze, die kommen oder nicht; das ist kein versöhnlicher Schluss, sondern der Alltag nach dem Sommer.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.